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Master-Programme: Der Wettkampf um die Besten

von Eva Maria Simon Quelle: Handelsblatt Online

Master-Programme werden immer internationaler - und komplexer. Doppelabschlüsse und Studienphasen in verschiedenen Länder sollen die Studenten locken. Ein Überblick über die interessantesten Angebote.

Baden-Württemberg

Stärken: Der Chancenspiegel präsentiert ein sehr ähnliches Ergebnis wie vorangegangene Pisa-Tests: Was Leistung angeht, sind die Schüler in Baden-Württemberg spitze: Die Lesekompetenz von Neuntklässlern ist überdurchschnittlich, 50,3 Prozent machen das Abitur, nur 5,7 Prozent der Schüler machen keinen Abschluss (Bundesdurchschnitt: 7 Prozent)

Schwächen: Zu den Topschülern gehören leider nur die mit wohlhabendem Elternhaus, Schüler aus sozial schwachen Strukturen haben wenig Chancen, das Gymnasium zu besuchen: Die Chance eines Kindes aus oberen Sozialschichten, das Gymnasium zu besuchen, ist 6,6 mal höher als die eines Kindes aus unteren Sozialschichten (Bundesdurchschnitt: 4,5). Einem Aufwärts- stehen 3,1 Abwärtswechsel gegenüber (Bundesdurchschnitt: 1:4,3). Heißt: Pro Schüler, der von der Realschule aufs Gymnasium wechselt, gehen mehr als drei Schüler den umgekehrten Weg.

Bild: dpa

Felix Röckle weiß, was er will: Ideen umsetzen, organisieren, Kontakt zu Unternehmen knüpfen. Nach seinem Bachelor-Abschluss an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hat er sich BWL-Master-Programme in ganz Europa angeschaut. Und nach langem Suchen das Passende gefunden: „Innovation Management and Entrepreneurship“. Zwei Semester wird er an der Technischen Universität (TU) Berlin verbringen, zwei an der Universität Twente im niederländischen Enschede. Was den 22-Jährigen daran gereizt hat? „Der Studiengang wird auf Englisch angeboten und man kann einen Doppelabschluss machen.“

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Seit der Bologna-Reform stehen die Hochschulen europaweit im Wettbewerb um Bachelor-Absolventen wie Felix Röckle. Die legen immer mehr Wert auf Internationalität: Die Zahl aller deutschen Studenten, die für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen, hat sich im vergangenen Jahrzehnt mehr als verdoppelt – auf über 115 000 pro Jahr, so das Deutsche Studentenwerk.

Die Unis reagieren, um diese Kandidaten anzulocken: Ihre Programme sind seit der Reform internationaler geworden. Das zeigt auch die Übersicht des Handelsblatts über die Master-Programme der führenden BWL-Fakultäten: Viele Hochschulen bieten Doppelabschluss-Programme und englischsprachige Studiengänge an. Doch in der Praxis versperren noch einige Schranken den Weg ins Ausland.

„In den Master-Studiengängen ist der Wettbewerb zwischen den Hochschulen viel stärker als beim Bachelor“, sagt Karin Stenke, die in München an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) die Austauschprogramme koordiniert. Die Fakultät lockt zum Beispiel mit einem Dreifach-Abschluss: Im „European Master in Management“ erwerben die Studenten je ein Zertifikat in München, Birmingham und Lyon. Das hat allerdings seinen Preis: 7.750 Euro pro Semester.

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