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MBA: Heute Student, morgen Unternehmer

von Daniel Rettig

Viele Absolventen des Master of Business Administration träumen von einer Karriere in einer der großen Consultinggesellschaften, doch immer häufiger kommt es anders: Viele MBA-Absolventen gründen ein Unternehmen. An Förderern und Hilfen mangelt es nicht.

Renate Echtermeyer Quelle: Werner Schüring
Renate Echtermeyer Quelle: Werner Schüring

Cinto Gersie ist kein Typ, der ziellos durchs Leben streift – was sich auch in seiner Vita ausdrückt. Nach dem Abitur an einer Waldorfschule am Bodensee studiert der Sohn eines Deutschen und einer Niederländerin Betriebswirtschaftslehre an der Universität Maastricht, nach dem Bachelorabschluss bekommt er sofort einen Job im Einkauf des Ferienpark-Betreibers Center Parcs. Doch im Jahr 2006 sieht er dort keine Perspektive mehr – und Stillstand mag Gersie gar nicht. Dafür ist er zu ehrgeizig.

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Sicher, der Job macht ihm Spaß, er lernt viel und mag die Kollegen. Allerdings will er die Karriereleiter hochkraxeln – und ihm wird bewusst, dass das bei Center Parcs nicht geht. Also entscheidet er sich dazu, noch einmal in den Hörsaal zurückzukehren – und hängt noch einen Master of Business Administration (MBA) an der Otto Beisheim School of Management in Vallendar (WHU) dran.

Hoffnung auf besseren Job

Bis hierhin klingt Gersies Werdegang zunächst einmal typisch für MBA-Anwärter. Fast alle haben bereits ein Erststudium erfolgreich beendet, viele danach einen festen Job gefunden – doch manche wollen noch mehr. Den einen fehlt es an wirtschaftlichem Wissen, die anderen wollen sich ein Netzwerk aufbauen, wieder andere beruflich umsatteln. Deshalb bewerben sie sich an einer deutschen, englischen oder amerikanischen Business School, in der Hoffnung, danach einen besseren Job zu finden. Einen, der mehr Chancen bietet und im Zweifelsfall vielleicht sogar auch mehr Geld. Nicht wenige landen nach dem MBA-Abschluss bei einer großen Unternehmensberatung oder gehen zu einer Investmentbank.

Vier eigene Mitarbeiter

Auch bei Cinto Gersie sah es danach aus, dass er dieses Klischee erfüllen würde. Als er 2006 mit dem MBA an der WHU begann, stand sein Ziel fest: Er wollte am liebsten zu einem der großen Consultinghäuser. McKinsey hätte ihm damals gefallen, die Boston Consulting Group ebenfalls. Eines jedoch wollte er nicht: sich nach der Weiterbildung selbstständig machen.

Heute ist er Chef seines eigenen Unternehmens – mit vier Mitarbeitern.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 07.09.2011, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: AusDerPraxisFürDiePraxis

    Wieder mal wirklich interessanter Artikel. Relaunch des MbA in Richtung Entrepreneurship. Meiner Erfahrung nach machen sich heutzutage sehr viele Menschen Selbstständig um die Sozialversicherungsabgaben zu sparen. Dann hat man auch ein tolles Einkommen...oder weil Sie so tolle Theoretiker sind und die businessPläne zu erstellen sooo viel Spaß macht!
    Was man im Studium nicht lernt sind wichtige Charakterzüge wie Fokus, Ausdauer, Hartnäckigkeit, Flexibilität, Akquiese und Verkauf. Ebenso die Entscheidende Komponente "die richtigen Dinge richtig zu machen". in unserer MbA- und Streber-Gesellschaft wird immer
    schön Fleiß angepriesen. Ob ES WAS bRiNGT, iNTERESSiERT NiEMANDEN.

    Viel Erfolg an alle Theoretiker bei Selbstständigmachen!
    Willkommen in der Realität

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