MBA-Programme: Studium der Zukunft kommt ohne Hörsaal aus

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MBA-Programme: Studium der Zukunft kommt ohne Hörsaal aus

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Spielend lernen - Dank iPad kann Erich Rajkovic jede freie Minute für sein MBA-Studium nutzen

von Jan Willmroth, Kristin Schmidt und Yvonne Esterházy

Neue Technik gegen alte Gewohnheiten: Online-MBA-Programme laufen Studiengängen mit Präsenzpflicht den Rang ab.

Wenn Enrico Rühle nach einem Zehn-Stunden-Arbeitstag um kurz nach acht seinen 19 Monate alten Sohn ins Bett gebracht hat, fängt für ihn der Stress noch einmal so richtig an. Bis gegen Mitternacht sitzt er dann oft noch an seinem Rechner, liest die neuesten Studien über die Luftfahrtindustrie, macht sich schlau über Lieferketten-Management, wühlt sich durch seitenlange Excel-Tabellen und Präsentationen zum Thema internationales Marketing. Seit neun Monaten büffelt der Indien-Geschäftsführer des TÜV Rheinland für den Euro*MBA, den sechs europäische Hochschulen gemeinsam als Fernstudium anbieten. Während seine Kollegen den Feierabend genießen, sitzt der Elektroingenieur oft zu Hause und lernt – in seinem kleinen Arbeitszimmer in der indischen IT-Hochburg Bangalore. Selbst in den Mittagspausen im Café klappt er schon mal den Computer auf. „Ich wollte meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse unbedingt mit einem MBA vertiefen“, sagt der 38-Jährige. „Aber eine berufliche Auszeit kam für mich nicht infrage.“

Deshalb hat er sich dafür entschieden, seinen MBA per Mausklick zu absolvieren, statt sich den Lehrstoff in Präsenzkursen in muffigen Hörsälen eintrichtern zu lassen. Für das international renommierte Euro*MBA-Programm investiert er neben seinem Vollzeitjob zwischen 15 und 25 Stunden pro Woche in sein Managementstudium. Nur sechs Mal in zwei Jahren fliegt er für das Studium nach Europa, das Gros seiner Studienzeit ist geprägt von Web-Seminaren und Gruppendiskussionen in Online-Foren. So kann Rühle sein Studium an einer europäischen Top-Adresse vorantreiben und sich gleichzeitig um 23 TÜV-Niederlassungen in Indien kümmern.

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20 Wochenstunden lernen

Rühle ist einer von derzeit mehreren Tausend MBA-Studenten weltweit, die sich gegen die Auszeit vom Beruf entscheiden und für einen MBA nebenbei aus der Ferne lernen. Zwar gab es schon früher viele Teilzeitprogramme, die man neben dem Beruf absolvieren konnte. Doch auch dafür war es immer nötig, im Turnus weniger Wochen immer wieder zur Uni zu reisen und dort Wochenenden und Abende zu verbringen. Für viele Menschen keine Option mehr. Sie nehmen lieber zwei Jahre lang 20 Stunden Büffeln pro Woche in Kauf, um weiter bei der Familie leben und die Karriere im Unternehmen bei vollem Gehalt vorantreiben zu können.

Das sind die besten Anbieter für MBA-Studiengänge

  • Platz 1

    Business School: Instituto de Empresa (IE)

    Ort: Madrid, Spanien

    Programm: Global MBA+

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 15

    Online-Anteil (Prozent): 95

    Präsenzzeit: 2 Wochen

    Kosten (Euro): 39.000

  • Platz 2

    Business School: Warwick Business School

    Ort: Coventry, UK

    Programm: MBA by Distance Learning

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 36

    Online-Anteil (Prozent): 100

    Präsenzzeit: 1 Woche pro Semester, auf Wunsch mehr

    Kosten (Euro): 19.800

  • Platz 3

    Business School: Manchester University

    Ort: Manchester, UK

    Programm: Global MBA

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 36

    Online-Anteil (Prozent): k.A.

    Präsenzzeit: 1 Vor-Ort-Workshop pro Kurs

    Kosten (Euro): ca. 29.000

  • Platz 4

    Business School: Thunderbird School of Global Management

    Ort: Glendale, USA

    Programm: Online Global MBA

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 24

    Online-Anteil (Prozent): 75

    Präsenzzeit: 4 Wochen

    Kosten (Euro): ca. 53.500

  • Platz 5

    Business School: Kelley School of Business

    Ort: Indiana, USA

    Programm: Kelley Direct MBA

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 30

    Online-Anteil (Prozent): 95

    Präsenzzeit: 2 Wochen

    Kosten (Euro): 45.250

  • Platz 6

    Business School: Durham Business School

    Ort: Durham, UK

    Programm: Global MBA

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 42

    Online-Anteil (Prozent): 50

    Präsenzzeit: nach Wahl

    Kosten (Euro): ca. 17.500

  • Platz 7

    Business School: Euro* MBA

    Ort: Maastricht, Nantes, Barcelona, Aix-en-Provence, Leipzig, Warschau

    Programm: Euro MBA

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 36

    Online-Anteil (Prozent): 70

    Präsenzzeit: 6 Wochen

    Kosten (Euro): 28.500

  • Platz 8

    Business School: Penn State University

    Ort: Pennsylvania, USA

    Programm: iMBA

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 24

    Online-Anteil (Prozent): 95

    Präsenzzeit: 2 Wochen

    Kosten (Euro): ca. 46.000

  • Platz 9

    Business School: Fox School of Business

    Ort: Philadelphia, USA

    Programm: Online MBA

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 24

    Online-Anteil (Prozent): 100

    Präsenzzeit: 1 Woche, auf Wunsch mehr

    Kosten (Euro): ca. 55.000

  • Platz 10

    Business School: Drexel University: LeBow School of Business

    Ort: Philadelphia, USA

    Programm: MBA Anywhere

    Durchschnittliche Dauer (Monate): 24

    Online-Anteil (Prozent): 100

    Präsenzzeit: 8 bis 12 Tage

    Kosten (Euro): ca. 55.000

Neue Generation

Deshalb werben inzwischen immer mehr Business Schools mit Online-Angeboten gezielt um diese neue Generation von MBA-Anwärtern. Da treffen sich Studenten aus aller Welt zu Web-Vorlesungen, sitzen Manager im Flieger und hören sich Seminarinhalte als Podcast an, lesen Ingenieure die Literatur für den Marketingkurs mit ihrem Tablet- Rechner auf dem Weg zur Baustelle. „Die Digitalisierung hat alle möglichen Industrien verändert, manche sogar ausgelöscht – warum sollte das vor der Bildung haltmachen?“, sagt James Dean, Dekan der Kenan-Flagler Business School an der University of North Carolina. „Wir erleben die digitale Revolution des MBA.“

Was Rühle heute vom fast 8.000 Kilometer entfernten Bangalore aus wie selbstverständlich erledigen kann, wäre vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. „Ende der Neunziger hat man sein Modem gestartet und gewartet, bis die Software alle Lehrinhalte synchronisiert hatte“, sagt Dixon. Die Studenten durften nur wenige Grafiken hochladen, mussten PDF-Dokumente möglichst kurz halten, um die Server nicht zu überlasten. „Damals“, sagt Dixon, „hielten viele das Fernstudium für zweitklassig.“

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