Bild: APFerdinand Porsche
Studentenverbindungen haben eine sehr lange Tradition, weshalb auch unter den längst verstorbenen Größen des Landes viele Mitglieder zu finden sind.
So waren beispielsweise der Philosoph Friedrich Nietzsche, Reichskanzler Gustav Stresemann oder der Dichter Heinrich Heine Mitglieder in Studentenverbindungen. Auch der Gründer der Porsche AG, Ferdinand Porsche (1875-1951) war Mitglied in einer Verbindung, der Burschenschaft Bruna Sudetia Wien. Über seine Zeit bei der Verbindung sagte er: "Die Burschenschaft? Meine Burschenschaft! Die liebste Erinnerung meiner Studienjahre! … Was gäbe ich nicht darum, noch einmal junger Burschenschafter zu sein!"
Bild: APChristoph Metzelder
Der Fußballer kam über seine Familie in Kontakt mit dem Cartellverband und über einen Cousin zur AV Silesia in Bochum. In einem Interview sagte er einmal über seine Verbindung, dass dort "junge Studenten, gestandene Familienväter, Menschen im Berufsleben und ältere Menschen mit viel Lebenserfahrung zusammen kommen, bei den Festen oft mit der ganzen Familie. Jeder kann hier von jedem lernen."
Bild: REUTERSGeorge W. Bush
Studentenverbindungen sind auch in Amerika populär. Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush, war während seines Studiums an der Universität Yale Mitglied der "Skull and Bones Fraternity".
Bild: dapdPapst Benedikt XVI
Der Papst ist "Ehrenphilister" der K.S.St.V. Alemannia zu München. Vor ihm waren schon andere namhafte Geistliche in der katholischen Verbindung, beispielsweise die Bischöfe Michael Kardinal Faulhaber, Josef Kardinal Wendel und Friedrich Kardinal Wetter.
Bild: APEdmund Stoiber
Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber war ebenfalls Mitglied einer katholischen Verbindung. Heute trägt er den Titel des Ehrenmitglieds der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Trifels München - organisiert im Cartellverband CV.
Bild: dapdJürgen Rüttgers
Und auch der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gehört zu dem großen Kreis der Mitglieder des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV). Er selbst ist Mitglied der nichtschlagenden K.D.St.V. Rappoltstein (Straßburg) Köln.
Bild: dpaRoland Koch
Auch Roland Koch, mittlerweile raus aus der Politik und Vorstandsvorsitzender des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger Berger, war Verbindungsstudent. Gleiches gilt auch für weitere seiner Ex-Kollegen wie den bayerische Gesundheits- und Umweltminister Markus Söder, die ehemaligen Bundesminister Klaus Kinkel und Klaus Töpfer.
Bild: dpaPeter Ramsauer
Der aktuelle Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) ist "Alter Herr" der Münchener Burschenschaft Franco-Bavaria (DB).
Bild: REUTERSHenning Schulte-Noelle
Henning Schulte-Nölle, bis 2003 Vorstandsvorsitzender und seitdem im Aufsichtsrat des Versicherungskonzerns Allianz SE, war sogar - bis heute sichtbar - Mitglied einer schlagenden Verbindung. Sein Gesicht ziert eine Narbe, ein Schmiss, als Erinnerung an die aktive Zeit bei bei den "Tübinger Borussen".
Bild: dpaArmin Laschet
Der neue Parteivorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU, Armin Laschet, war Mitglied in der katholischen, nicht schlagenden Verbindung Aenania München. Laut Angaben der Aenania gehören über 600 Studenten und Ehemalige zu der Verbindung. "Darunter viele bekannte Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft", wie es auf der Homepage der Verbindung heißt.
Ferdinand Porsche
Studentenverbindungen haben eine sehr lange Tradition, weshalb auch unter den längst verstorbenen Größen des Landes viele Mitglieder zu finden sind.
So waren beispielsweise der Philosoph Friedrich Nietzsche, Reichskanzler Gustav Stresemann oder der Dichter Heinrich Heine Mitglieder in Studentenverbindungen. Auch der Gründer der Porsche AG, Ferdinand Porsche (1875-1951) war Mitglied in einer Verbindung, der Burschenschaft Bruna Sudetia Wien. Über seine Zeit bei der Verbindung sagte er: "Die Burschenschaft? Meine Burschenschaft! Die liebste Erinnerung meiner Studienjahre! … Was gäbe ich nicht darum, noch einmal junger Burschenschafter zu sein!"
Theodor Heuss soll einmal gesagt haben, dass in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn das Wort „Zufall mit CV geschrieben“ werde. CV, das steht für den Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen. Zu diesem Akademikerverband gehören derzeit rund 4000 Studierende. Insgesamt hat der CV 30.000 Mitglieder in mehr als 120 Verbindungen in Belgien, Deutschland, der Schweiz, Italien, Japan, Kamerun und Polen. Der CV rühmt sich selbst, "zahlreiche Fach- und Führungskräfte sowie Verantwortungsträger aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik" unter seinen Mitgliedern zu haben. Der Star unter den "Alten Herren" der Verbindung dürfte Professor Doktor Joseph Ratzinger sein: Papst Benedikt XVI.
Seilschaften mit Nazi-Geschmack?
Vorteile, die Verbindungen – egal ob religiöse oder nicht - ihren Mitgliedern bringen, sind neben günstigen Zimmermieten, Freundschaft und Freizeitaktivitäten auch nützliche Kontakte. Die Franconia Münster beispielsweise, eine Burschenschaft, in der Bild-Chefredakteur Kai Diekmann Mitglied ist, wirbt auf ihrer Homepage ganz unbescheiden mit „Kontakten und Netzwerken mit generationenübergreifender Unterstützung z.B. beim Start ins Studien- oder Berufsleben“. Das scheint den Ruf von Studentenverbindungen als Karriereseilschaften zu bestätigen.
Verbindungen und Mitglieder
Korporationen
Die Korporation ist ein anderer Begriff für die Studentenverbindung, deren Mitglieder auch als Korporierte bezeichnet werden. Einen Teilbereich der Verbindungen stellen die Burschenschaften dar, die Studenten organisieren sich außerdem in Corps, religiösen Verbindungen, Turner-, Sänger- und Jägerbünden sowie Landsmannschaften. Dabei wird noch zwischen schlagenden und nichtschlagenden Verbindungen unterschieden. Bei den schlagenden Verbindungen gehört das akademische Fechten zum Verbindungsleben. In den meisten schlagenden Verbindungen ist das Fechten allerdings freigestellt.
Burschenschaften
Das Wort Burschenschaften wird gern synonym für Studentenverbindungen benutzt. Die Burschenschaften sind allerdings nur eine tradierte Form von Studentenverbindungen. Sie bekennen sich zu den Prinzipien der Urburschenschaft von 1815, wobei der inhaltliche Bezug stark variiert. Vielen haftet der Ruf an, rechts eingestellt oder frauenfeindlich zu sein.
Fux oder Fuchs
Ein Neumitglied einer Verbindung im ersten Jahr wird als Fuchs oder Fux bezeichnet. In dieser Probezeit muss der Fuchs die Geschichte und Rituale seiner Verbindung lernen. Außerdem arbeiten die Füxe auf den Veranstaltungen der Verbindung und für ihre Verbindung. Wenn die Gemeinschaft ihn nach der Probezeit aufnehmen will, wird der Fuchs zum Burschen ernannt.
Aktivitas
Die Aktivitas sind alle Aktiven einer Verbindung. Dazu zählen Füxe, Burschen und Philister.
Alter Herr, Hohe Dame, Philister
Nach Ende des Studiums werden die Mitglieder der Verbindung zum Alten Herren oder zur Hohen Dame, sie werden auch als Philister bezeichnet. Nach ihrem Start ins Berufsleben müssen die Alten Herren ihre Verbindung durch einen Monatsbeitrag finanziell unterstützen.
Weniger schmeichelhaft ist dagegen der Ruf, frauenfeindlich oder rechtsradikal zu sein, der manchen Studentenverbindungen und vor allem Burschenschaften anhaftet. Der Wahlspruch vieler Verbindungen „Ehre, Freiheit, Vaterland“ beispielsweise geht auf die 1815 gegründete Urburschenschaft zurück und ist nicht unbedingt ein Beleg für braune Ideologie.
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