Notenstress: Schüler sind gelassener als ihre Eltern

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Notenstress: Schüler sind gelassener als ihre Eltern

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Schüler freuen sich über ihre Zeugnisse und den Beginn der Sommerferien.

Nicht die benoteten Schüler machen sich oft allzu große Sorgen über Zeugnisnoten - sondern ihre Eltern. Experten raten zu Gelassenheit

Wie Eltern reagieren, wenn ihre Kinder Zeugnisse bekommen, kann man im aktuellen Kinofilm „Frau Müller muss weg!“ sehen. Aus Angst vor schlechten Noten und vermeintlich verlorenen Lebenschancen versteigen sich Eltern heute immer öfter zu Versuchen der Einflussnahme, die bis zur Forderung gehen können, eine Lehrerin abzusetzen.

Umso absurder wirkt die Elternpanik angesichts der Gelassenheit, mit der die benoteten Kinder ihre Schulzeugnisse annehmen. Mehr als die Hälfte der Schüler freut sich sogar darauf, wie eine FACT-Umfrage unter 714 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 14 Jahren im Auftrag des Online-Lernunternehmens Scoyo zeigt.

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83 Prozent der Eltern dagegen halten laut einer früheren Forsa-Umfrage im Auftrag von Scoyo zusätzliche Lernangebote für sinnvoll. Was letztlich den Markt überhaupt erst schafft, auf dem Unternehmen wie Scoyo aktiv sind.

Die wichtigsten Ergebnisse der Schüler-Umfrage im Überblick:

  • Die meisten 6- bis 14-Jährigen nehmen die Zeugnisvergabe nicht nur gelassen hin, sondern 55 Prozent freuen sich sogar darauf. Bei den Sechs- bis Achtjährigen Grundschülern freuen sich sogar zwei Drittel

  • Mit zunehmendem Alter steigt allerdings auch das Stresspotential der Noten. Während nur drei Prozent der Sechsjährigen Angst vor den Zeugnissen haben oder sich gestresst fühlen, gab fast jeder Dritte der 14-Jährigen an, vor den Zeugnissen gestresst zu sein. Zwölf Prozent in dieser Altersklasse berichteten, dass ihnen die Zeugnisse Angst machen

  • Mit zunehmendem Alter sinken auch die Erwartungen vieler Kinder an sich selbst: Nur knapp vier Prozent der Achtjährigen sind mit der Note Vier zufrieden. Unter den 14-Jährigen hingegen finden 14 Prozent ein "Ausreichend" in Ordnung.

"Frau Müller muss weg!" Lass doch der Jugend ihren Lauf

Sönke Wortmanns neuer Film trifft den Nerv der Zeit: Eltern und Schulkinder drehen vor Angst um ihre Wettbewerbsfähigkeit völlig durch - und toben ihre Panik an den Lehrern aus.

Der "Papa von Janine" (Justus von Dohnányi) will, dass Klassenlehrerin Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide) abtritt. Quelle: PR

Beinahe jedes zweite Kind will nach den Zeugnissen "so weitermachen wie bisher". 28 Prozent nehmen sich vor, neue Wege zu finden, um besser lernen zu können. Neun Prozent planen, künftig mit ihren Freunden zu lernen.  

Wichtig ist den meisten Kindern die Anerkennung der Eltern: Drei von fünf Kindern hoffen auf deren Lob für ihre Leistungen, jedes dritte auf Belohnungen. 39 Prozent wünschen sich von den Eltern bei schlechten Noten Trost.

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"Eltern sollten sich bewusst machen, wie sehr Kinder Lob und Anerkennung für ihre Anstrengungen brauchen - gerade auch bei schlechten Noten", sagt Daniel Bialecki, Geschäftsführer von Scoyo. In den Gesprächen zwischen Eltern und Kindern solle es aber nicht nur um die schulischen Leistungen gehen. Wichtig sei die Rückmeldung der Eltern zu Fähigkeiten, für die es in der Schule keine Noten gibt - zum Beispiel zu sozialen oder charakterlichen Stärken.  

Josef Kraus, der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, empfiehlt Eltern, im Zweifelsfall das Gespräch mit den Lehrern zu suchen: "Eltern haben einen Anspruch darauf, dass man ihnen die Noten erklärt." Insgesamt rät er vor allem zu mehr Gelassenheit: Die Zukunft der Schüler entscheide sich nicht in Klasse vier, das Abitur könne man auch auf anderem Weg als übers Gymnasium machen.

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