Plagiat-Finder: Schluss mit Copy und Paste?

Plagiat-Finder: Schluss mit Copy und Paste?

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Mit Plagiat-Finder-Software wollen Unis geklaute Texte aufspüren. Doch die Programme taugen nichts.

2011 flogen einige Politiker auf, weil sie sich in ihren Doktorarbeiten mit fremden Federn geschmückt haben. Deshalb decken sich die Unis mit entsprechender Software ein. Doch die meisten Programme taugen nichts.

Neben zu Guttenberg und anderen deutschen Politikern hat es auch der ungarische Präsident Pal Schmitt bei seiner Doktorarbeit mit den Quellenangaben nicht zu genau genommen. Weil er 180 der 250 Seiten abgeschrieben haben soll, wurde sein Doktortitel von der Budapester Universität aberkannt, Schmitt trat zurück. Damit Studierende, die sich an solchen Vorbildern ein Beispiel nehmen, nicht auch noch belohnt werden, nutzen bereits viele Universitäten Software zum Erkennen von Plagiaten.

Die drei nützlichsten Programme zum Aufspüren von Plagiaten

  • PlagAware

    Platz 1 im Test machte die Software PlagAware. Das Programm bekam allerdings auch nur die Note 3,3. Preislich schlägt das Programm mit maximal 15 Euro zu Buche. Für Hochschulen ist PlagAware aber nur mäßig nützlich, weil jeder Text einzeln hochgeladen werden muss.

  • Turnitin

    Turnitin ist eine in den USA recht weit verbreitete Software. Die Berliner Experten von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin gaben dem Programm aber nur die Note vier. Damit erreicht Turnitin Platz zwei im Ranking. Der Preis hängt von der Anzahl der Studierenden ab.

  • Ephorus

    Platz drei geht an die Software Ephorus. In puncto Benutzerfreundlichkeit hat die Software nach einer Überarbeitung Rang zwei erhalten. Bei der durchschnittlichen Bewertung gab es nur die Note 4,8.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, decken sich derzeit auch viele deutsche Universitäten mit den Programmen ein. Anders als in Großbritannien gibt es aber keine einheitliche Software für alle Unis. Jedes Institut, dass sich die Kontrollen leichter machen möchte, kauft, was es für richtig hält. Und da wird es schwierig. Nur wenige Programme eignen sich - so das Ergebnis des regelmäßig an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin (HTW) durchgeführten Softwaretests. Dort prüfen Studenten und Professoren schon seit acht Jahren solche Plagiat-Findern. Debora Weber-Wulff, Professorin an der HTW, ist grundsätzlich nicht von den Programmen überzeugt. "Ich würde keines empfehlen, ich bin auch generell gegen den Einsatz dieser Software", sagt sie.

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Das Fazit des letzten Tests: Die Plagiatserkennungsysteme lassen sich in die Kategorien teilweise nützlich, kaum brauchbar und nutzlos unterteilen. "Teilweise nützliche Systeme können dann gut verwendet werden, wenn mit Hilfe einer Suchmachine und drei bis fünf Wörtern eines verdächtigen Absatzes bereits erste Plagiatsindizien erbracht wurden", heißt es seitens der HTW. Dann seien PlagAware, Turnitin, Ephorus, PlagScan und Urkund nützliche Systeme zum Auffinden von geklauten Textpassagen. Die Erfolgsquote der Programme liegt allerdings nur bei bis zu 70 Prozent. Den kritischen Blick eines Professors ersetzen die Systeme nicht.


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