Psychogramm: Wünsche von MBA-Studenten

Psychogramm: Wünsche von MBA-Studenten

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Drei Studenten auf dem Campus einer Universität

Wer einen MBA anpeilt, will beruflich an die Spitze. Eine exklusive Studie offenbart das Psychogramm der MBA-Studenten zwischen Zielstrebigkeit und Ungeduld.

"Sehr wichtig" für ihre Karriere sei das MBA-Programm gewesen, sagt Kim Fugel. Der Abschluss sei wie eine „Eintrittskarte für Bewerbungsgespräche in Unternehmen“, weil sie sich von anderen abhebe. Dank des Titels konnte sie gleich „auf der Überholspur“ in die Arbeitswelt starten. Vor drei Jahren absolvierte die 27-Jährige ihren MBA an der Swinburne University of Technology im australischen Melbourne. „Eine großartige und wertvolle Erfahrung.“ Heute arbeitet sie als Hoffnungsträgerin beim Sportartikelkonzern Adidas in Herzogenaurach.

Die Begeisterung für den MBA ist Fugel anzuhören. Ihr kurz- bis mittelfristiges Karriereziel ebenfalls: „Auf jeden Fall möchte ich Führungsverantwortung übernehmen“ und „an strategisch wichtigen Projekten arbeiten“.

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Der Biss ist typisch für MBA-Studenten. Das Karriereziel „Budget- und Personalverantwortung“ steht für jeden Zweiten ganz oben auf der Wunschliste. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Universum Communications, die rund 8000 europäische und amerikanische Nachwuchskräfte an Business Schools weltweit befragte. Im Fokus standen Karriereziele, bevorzugte Firmenkultur, Entwicklungsmöglichkeiten und Arbeitgeberimage.

Die Ergebnisse, die die WirtschaftsWoche exklusiv veröffentlicht, zeichnen ein interessantes Psychogramm der Ehrgeizigen: Die befragten Studenten bewerten die Weiterbildung zum Master of Business Administration (MBA) als Durchlaufstation auf ihrem Weg an die Spitze und vertreten selbstbewusst ihren Anspruch auf eine spätere Führungsrolle nach außen.

Damit heben sie sich klar von der studentischen Masse in den grundständigen Bachelor- und Master-Fächern ab. Erst kürzlich veröffentlichte der Automobilzulieferer Continental die Ergebnisse seiner fünften Studentenumfrage. 75 Prozent der Studenten schätzen ihre beruflichen Zukunftsperspektiven als „sehr gut“ oder „gut“ ein.

karriereziele

Problem: „Der gesunde Optimismus hat eine ungesunde Nebenwirkung“, warnt Continental-Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente. Die gefühlte Sicherheit verleite zu einer „unangebrachten Bequemlichkeit“. Zum Beispiel beim Thema Mobilität: Rund 30 Prozent sind nicht bereit, länger als ein Jahr im Ausland zu verbringen. Vor zwei Jahren waren es nur drei Prozent.

Karriere mit angezogener Handbremse ist den MBA-Studenten dagegen fremd. Für sie zählt allein der Erfolg. Auslandseinsätze für den Arbeitgeber werden nicht nur akzeptiert, sondern vehement eingefordert. Für 48 Prozent der Befragten ist Internationalität erklärtes und zweitwichtigstes Karriereziel nach dem Führungsanspruch. Auf Rang drei rangiert der Wunsch, intellektuell herausgefordert zu werden. Das erwarten 47 Prozent in ihrem täglichen Job.

MBA-Studenten wissen genau, was sie wollen

Die Studenten an den Business Schools „wissen genau, was sie wollen“, sagt Axel Keulertz, wissenschaftlicher Leiter für die europäische Region bei Universum. Sie sind „sehr von sich überzeugt“ und kennen ihre Stärken. Bei Unternehmen werden die Abgänger daher immer beliebter. Vor allem schätzen sie die vielseitigen Eigenschaften der MBA-Studenten:

Risikobereitschaft:

 Auf die Frage nach der bevorzugten Art des Jobs, antworten 47 Prozent, dass sie Herausforderungen suchen. Die Mehrheit „definiert sich über den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben“, sagt Experte Keulertz — je herausfordernder, desto besser. Dazu diene professionelle Weiterbildung, die sich 40 Prozent wünschen. Eine sichere Arbeitsstelle dagegen ist so gut wie uninteressant — nur 13 Prozent ist dieses Kriterium wichtig. Kreativität:  Auf die Frage nach der optimalen Unternehmenskultur erwarten 56 Prozent eine kreative und dynamische Arbeitsumgebung sowie Führungskräfte, die sie in ihrer Entwicklung unterstützen (50 Prozent). Erst auf Rang drei folgt das Kriterium „Work-Life-Balance“. Ganz klar: MBA-Studenten wollen sich ausleben können.

Lernfähigkeit:

 Auf die Frage nach dem bevorzugten Image des Arbeitgebers antworten 40 Prozent der Studenten, sie erwarteten ein „inspirierendes Management“. Auf dem Weg an die Spitze suchen sie Vorbilder, denen sie vertrauen und von denen sie lernen können. Interessant ist, dass nur jedem Fünften die finanzielle Situation des Unternehmens wichtig ist — ein klares Indiz dafür, dass sie in die Kraft der Erneuerung glauben, wenn das Geschäftsmodell einmal nicht funktionieren sollte.

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