Qualitätsmonitor 2013: Den Studenten fehlt die Praxis

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Qualitätsmonitor 2013: Den Studenten fehlt die Praxis

Schon lange beklagen sich Studenten und Unternehmen, dass die Hochschulen reine Theoretiker ausspucken. Im Job stehen die Absolventen oft ratlos. Das bestätigt jetzt auch eine Studie.

Über Studenten gibt es eine ganze Menge Kalauer. Viele drehen sich darum, dass die jungen Akademiker zwar den Kopf voller Formeln und Theorien haben, aber im Unternehmen zu nichts zu gebrauchen sind. Auch Unternehmen beklagen die fehlende praktische Erfahrung der Absolventen.

Dass es in puncto Praxis Nachholbedarf gibt, sehen auch die Studenten so. Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung hat für seinen "Studienqualitätsmonitor 2013" rund 50.000 Studenten befragt, wie zufrieden sie mit der Qualität ihres Studiums sind.

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Dabei kam die Berufsvorbereitung nicht gut weg: Während an Fachhochschulen immerhin 53 Prozent dem Studium eine gute Berufsvorbereitung zuschreiben, liegt dieser Anteil an Universitäten nur bei 31 Prozent. Auch die einzelnen Lehrveranstaltungen bieten nicht genug Praxisbezug, so die Studenten. An den Universitäten haben nur 47 Prozent der Studenten das Gefühl, dass das echte Leben in Vorlesungen und Seminaren auch eine Rolle spielt. Bei den Fachhochschülern bewerten dafür 72 Prozent die Lehrveranstaltungen als praxisorientiert.

Auch die Dozenten bekommen ihr Fett weg: Die Mehrheit sei zwar gut vorbereitet, aber die Lehrveranstalten bestächen durch gähnende Langeweile, so das Urteil der Umfrageteilnehmer. Nur 40 Prozent der Fachhochschüler und 30 Prozent der Studenten an Universitäten sagten, dass die Dozenten den Lehrstoff interessant und ansprechend darstellen und es ihnen gelingt, "die Studierenden für den Lehrstoff zu motivieren".

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Natürlich können sich die Studierenden auch selbst um Praktika und Nebenjobs bemühen, um einen Bezug zum späteren Arbeitsleben zu finden. 62 Prozent der Fachhochschüler sagen, dass sie gute bis sehr gute Möglichkeiten haben, im Studium selbst praktische Erfahrungen zu sammeln.

Bei den Hochschülern sagen das nur 41 Prozent. Ihr Terminkalender sei zu vollgestopft und der Zeitdruck zu groß, um noch nebenher in die Arbeitswelt hinein zu schnuppern. Das Angebot spezieller Lehrveranstaltungen, die Praxiswissen vermitteln, besteht an Fachhochschulen (53 Prozent) ebenfalls deutlich häufiger als an Universitäten (34 Prozent).

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In diese Lücke stoßen immer mehr Unternehmen: So gründeten beispielsweise der Konsumgüterhersteller Henkel mit der Unternehmensberatung McKinsey, dem Versicherungskonzern Allianz und dem Medienunternehmen Bertelsmann die Initiative Gap Year, die Bachelor-Studenten bis zu drei hochkarätige Praktika bei den vier Unternehmen vermittelt.

"Wir sehen eine große Nachfrage bei Studenten, die fehlende Praxiserfahrung nach dem Bachelor-Studium nachzuholen", sagt Jens Plinke, Chef des Employer Brandings bei Henkel. "Bei Bewerbern mit Anfang 20 stellt sich ja sowieso die Frage, ob sie nicht noch ein wenig reifer und erfahrener werden sollten."

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