Seltsame Bewertungen: Doktorarbeiten erhalten zu oft die Bestnote

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Seltsame Bewertungen: Doktorarbeiten erhalten zu oft die Bestnote

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Ein Doktorand setzt sich bei der Titelverleihung den Doktorhut auf.

Eine neue Studie behauptet: Die Noten für Promotionen sind im Schnitt viel zu hoch. Wie aussagekräftig ist der Doktortitel noch?

Seit den Plagiatsskandalen prominenter Politiker steht der Doktortitel auf dem Prüfstand. Einst drehte sich die Diskussion vor allem darum, ob er zurecht vergeben wurde. Doch jetzt gibt es neue Kritik. Denn eine neue Studie des Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) aus Berlin legt offen, dass der Doktortitel auch bei der Benotungspraxis schwächelt.

Das Institut analysierte Dissertationen von 2001 bis 2012 und fand heraus: In den Wirtschaftswissenschaften wurde jede dritte Promotion mit der Bestnote bewertet. In den medizinischen Fächern erhielt jedoch nur jede zehnte Promotion eine solche Auszeichnung.

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Laut Institut lassen sich solche Unterschiede nicht allein mit Leitungsdifferenzen erklären. Stattdessen legen sie nahe, dass die Benotungspraxis je nach Fachgebiet sehr unterschiedlich ist. Noch eklatanter sind die Ergebnisse innerhalb der Fachdisziplinen. Dort entscheidet über die Note vor allem die Standortfrage.

So wurden an der TU Darmstadt zuletzt 63 Prozent der Promotionen in der Biologie mit der Bestnote ausgezeichnet, während es im gleichen Fach an der Uni Hamburg nur ein Prozent war. "Das lässt sich nicht mehr mit Leistungsunterschieden erklären, sondern deutet eindeutig auf unterschiedliche Benotungskulturen an den einzelnen Hochschulen hin", sagt iFQ-Chef Stefan Hornbostel.

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Der Vorwurf ist nicht neu, dass der Titel inflationär ist. Doch jetzt belegen die Zahlen des iFQ, dass der Titel immer öfter mit der Bestnote erworben wird. Wurden in einem Zeitraum von 2001 bis 2003 noch 16 Prozent der Promotionen ausgezeichnet, waren es von 2010 bis 2012 bereits 21 Prozent. Zudem wird für mehr als die Hälfte aller Promotionen das zweitbeste Prädikat "magna com laude" vergeben.

"Die Noten verlieren mehr und mehr an Wert", sagt Hornbostel. "Ein Trend, der auch für das Abitur und für Studienabschlüsse erkennbar ist." Es sei daher nicht verwunderlich, dass Arbeitgeber verstärkt auf eigene Auswahlverfahren setzten.

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