Bild: Bert Bostelmann für WirtschaftsWocheDarmstadt
In Darmstadt ist die Wohnungssuche für Studierende besonders schwierig. Nur in Hamburg, München und Frankfurt ist der studentische Wohnungsmarkt noch angespannter. Mehr als 38.000 Studenten stehen weniger als 3000 öffentliche Wohnheimplätze zur Verfügung. Der Rest muss sich also am regulären Wohnungsmarkt umgucken. Allerdings gibt es kaum freie Wohnungen. Zudem sind diese meist mit durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter sehr teuer. Da die Bevölkerung in der südhessischen Stadt in den nächsten Jahren wachsen dürfte, wird die Wohnsituation angespannt bleiben.
Bild: GNUErlangen
Erlangen ist mit etwa 100.000 Einwohnern etwas kleiner als Darmstadt und bietet ein ähnlich knappes Angebot an studentischem Wohnraum. Zwar ist die Versorgung mit Wohnheimplätzen etwas besser, Wohnungen sind am freien Markt allerdings kaum vorhanden. Vor allem Ein- bis Zweizimmerwohnungen sind knapp.
Bild: dpa/dpawebTrier
Die Situation in Trier ist jener in Erlangen sehr ähnlich. Rund ein Fünftel der Bevölkerung sind Studenten. Wohnheimplätze stehen nur jedem Zehnten zur Verfügung. Auch am regulären Wohnungsmarkt ist die Situation sehr angespannt, was sich in den vergleichsweise hohen Mieten von durchschnittlich 7,20 Euro je Quadratmeter widerspiegelt. Seit 2004 sind sie um mehr als 30 Prozent gestiegen.
Bild: dpaRegensburg
Noch teurer sind Wohnungen in Regensburg: Durchschnittlich 7,90 Euro kostet der Quadratmeter in der oberpfälzischen Stadt. Mitverantwortlich dafür ist die rasant steigende Zahl der Studenten. Seit 2004 ist sie um mehr als 40 Prozent gestiegen, der Wohnungsmarkt kann nicht mithalten. Die Versorgung mit Wohnheimplätzen ist dennoch vergleichsweise gut. 15 von 100 Studenten bekommen einen solchen Unterschlupf.
Bild: AlterVistaKonstanz
Auch in Konstanz ist die Versorgung mit Wohnheimplätzen überdurchschnittlich gut. Allerdings gibt es in der Stadt am Bodensee praktisch keine leer stehenden Wohnungen. Vor allem Einzimmerwohnungen sind extrem selten. Hinzu kommt das recht hohe Mietniveau von 8,50 Euro je Quadratmeter, das in den vergangenen Jahren einen deutlichen Trend nach oben zeigt. Die Abschaffung der Studiengebühren in Baden-Württemberg sowie das Renommee der Elite-Universität Konstanz haben die Zahl der Studenten zuletzt sprunghaft steigen lassen und dürften auch künftig für einen regen Zustrom sorgen.
Bild: dapdPotsdam
Am Potsdamer Wohnungsmarkt gibt es wenig Wohnraum, der für die 25.000 Studenten geeignet ist. Für weniger als jeden Zehnten stehen Wohnheimplätze zur Verfügung, am freien Wohnungsmarkt ist die Situation angesichts eines Leerstands von unter zwei Prozent ebenfalls schwierig. Im bundesweiten Vergleich ist die Miete mit 6,90 Euro je Quadratmeter zwar moderat, in den neuen Bundesländern gehört Potsdam damit jedoch zu den teuersten Städten.
Bild: dpaGießen
Die knapp 32.000 Studenten machen in Gießen fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung aus. Das ist in Deutschland Rekord. Zwar ist die Versorgung mit Wohnheimplätzen sehr schlecht – lediglich für acht Prozent der Studenten steht ein Zimmer im Wohnheim zur Verfügung – aber am freien Wohnungsmarkt lassen sich bezahlbare Alternativen finden. Die Durchschnittsmiete liegt bei 6,70 Euro je Quadratmeter.
Bild: dpaAachen
In Aachen studieren mehr als 40.000 Menschen – nicht zuletzt wegen des sehr guten Rufs der RWTH Aachen, die zu den Elite-Universitäten zählt. Und die Zahl der Studenten wird im nächsten Jahr deutlich steigen, denn dann verlässt ein doppelter Abiturjahrgang in Nordrhein-Westfalen die Schule. Die Stadt Aachen erwartet 2013 einen drastischen Wohnungsmangel und strebt unter anderem Kooperationen mit den niederländischen und belgischen Nachbargemeinden an, um das Problem zu entschärfen. Schon heute ist die Wohnungssuche für Studenten nicht unproblematisch, obwohl die Voraussetzungen noch moderat sind. Die Versorgung mit Wohnheimplätzen liegt im Durchschnitt und die Mieten entsprechen mit 7,10 Euro je Quadratmeter etwa dem Mittel der anderen Hochschulstädte.
Bild: dpaHeidelberg
Die 35.000 Studenten stellen fast jeden fünften Einwohner der Stadt. Ihnen stehen etwa 4300 Plätze in den Wohnheimen des örtlichen Studentenwerks zur Verfügung, der Rest muss sich am freien Wohnungsmarkt versorgen. Das ist angesichts einer durchschnittlichen Miete von 9,20 Euro je Quadratmeter und einer Leerstandsquote von unter drei Prozent problematisch. Heidelberg zählt zu den zehn teuersten Städten Deutschlands.
Bild: dpaTübingen
Etwas entspannter ist die Situation in Tübingen. Das Mietniveau ist zwar auch in Tübingen mit 8,50 Euro recht hoch, allerdings stehen für etwa jeden fünften Studenten Wohnheimplätze zur Verfügung. Im bundesweiten Vergleich ist dies Spitze, nur Göttingen kommt auf eine ähnlich hohe Versorgungsquote. Dies ist nicht zuletzt eine Folge des relativ moderaten Anstiegs der Studierendenzahl, um 14 Prozent seit 2004.
Darmstadt
In Darmstadt ist die Wohnungssuche für Studierende besonders schwierig. Nur in Hamburg, München und Frankfurt ist der studentische Wohnungsmarkt noch angespannter. Mehr als 38.000 Studenten stehen weniger als 3000 öffentliche Wohnheimplätze zur Verfügung. Der Rest muss sich also am regulären Wohnungsmarkt umgucken. Allerdings gibt es kaum freie Wohnungen. Zudem sind diese meist mit durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter sehr teuer. Da die Bevölkerung in der südhessischen Stadt in den nächsten Jahren wachsen dürfte, wird die Wohnsituation angespannt bleiben.
Wer jetzt noch nicht weiß, wo es zum Wintersemester hingeht, wird es in den nächsten Tagen erfahren. Die Unis schicken die Briefe mit frohen Botschaften und schlechten Nachrichten raus. Damit ist das Zittern um den Studienplatz zwar vorbei, aber der Stress geht erst richtig los: Will ich alleine wohnen oder doch lieber mit Kommilitonen zusammen? Wie finde ich die passende Wohnung und was kostet sie? Worauf muss ich im Mietvertrag achten? Fragen über Fragen, die sich tausende junge Menschen dieser Tage zum ersten Mal in ihrem Leben stellen.
Und die Entscheidung hat nicht ewig Zeit. Wer zu spät dran ist, dem kann Abenteuerliches blühen. Feldbetten in Hamburger Turnhallen, Wohnwägen auf Campingplätzen in Jena oder drei Euro pro Nacht für eine Couch in einer Trierer Studenten-WG. Das alles haben Studienanfänger schon erlebt, wenn sie nicht schnell genug waren. Und die Situation wird zu diesem Semesterstart nicht besser. Gleich aus fünf Bundesländern strömen die doppelten Abiturjahrgänge an die Hochschulen. Und sie alle müssen sich entscheiden.
Bild: gmsAufsteiger:
Uni Bamberg
Die Bamberger Otto-Friedrich-Universität konnte in den Wirtschaftswissenschaften aufholen. Belegte sie 2011 etwa bei BWL noch Platz 28 hat sie sich dieses Jahr auf Platz 20 vorgearbeitet. Bei VWL sind die Bamberger um fünf Plätze auf Platz 11 vormarschiert.
Bild: dpaUni Tübingen
Die 1477 gegründete Eberhard-Karls-Universität in Tübingen konnte sich bei Informatik und Wirtschaftswissenschaften vorkämpfen. Im VWL-Ranking hat sie mit Platz 6 sogar die Top 10 geentert, im Vorjahr erreichte sie dort noch Platz 5. Im BWL-Ranking arbeitete sich Tübingen sogar ganze zwölf Plätze auf Rang 20 hoch.
Den größten Satz machte die traditionsreiche Uni jedoch im Fach Informatik. Belegte sie dort vergangenes Jahr noch Rang 40, ist es dieses Jahr Rang 26.
Bild: obsTechnische Uni Chemnitz
Chemnitz zeigte sich vor allem in Naturwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen als Aufsteiger. Bei den Naturwissenschaften kletterte die sächsische Uni um zwölf Ränge auf Platz 26, im Wirtschaftsingenieurwesen ging es immerhin vier Plätze aufwärts auf Platz 12.
Bild: PressebildUni Münster
Die Münsteraner kämpften sich zwar vom zweiten Platz vergangenes Jahr auf den mittlerweile ersten Platz bei Jura vor – den Spitzenreiter, die Ludwig-Maximilians-Universität München konnten die Westfalen jedoch trotzdem nicht verdrängen. Nun teilt sich die Westfälische Wilhelms-Universität den ersten Platz mit den Münchenern im Jura-Ranking.
Auch bei Informatik ging es für Münster um vier Plätze auf Rang 12 nach oben.
Quelle: WWU Münster/ Michael Hasch
Bild: dpaUni Duisburg-Essen
2003 fusionierten die Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und die Universität-Gesamthochschule Essen zur heutigen Universität Duisburg-Essen. Zwar ist sie im Uni-Ranking der WirtschaftsWoche in keinem Fach in den Top 10 vertreten, jedoch zeigt sie sich auf dem Vormarsch. Bei Informatik kletterte sie um sieben Plätze auf Rang 14 und bei Elektrotechnik um vier Plätze ebenfalls auf Rang 14.
Bild: dpa/dpawebAbsteiger:
Technische Uni Berlin
Zwar ist die Technische Uni Berlin in den meisten technischen Fächern in den Top 10 vertreten, allerdings befindet sie sich auf dem absteigenden Ast. So belegt sie etwa bei Elektrotechnik Platz 10, im Vorjahr war es noch Platz 7. Und in VWL, das sowieso nicht zu den Kernkompetenzen der Uni zählt, rutscht die TU noch weiter ab. Dort ging es von Platz 24 auf Platz 36.
Bild: dpa/dpawebHumboldt-Uni Berlin
Die Berliner Humboldt-Universität wurde in zwei Fächern des WirtschaftsWoche-Rankings aus den Top 10 verdrängt. In den Naturwissenschaften ging es von Platz 9 auf Platz 15 und in VWL von Platz 7 auf Platz 16.
Bild: dpaUni Göttingen
Die Georg-August-Universität Göttingen wird zwar von der Exzellenz-Initiative der Bundesregierung gefördert, erreicht jedoch in keinem Fach des Rankings die Top 10. Die 1737 gegründete Hochschule verliert sogar an Boden. In den Naturwissenschaften rutscht sie um sieben Plätze auf Rang 21, bei VWL um vier Plätze auf Rang 13.
Bild: dpa/dpawebUni Frankfurt:
Die Frankfurter Uni gehört zu den besten deutschen Hochschulen für Wirtschaftswissenschaften. In VWL belegt sie dieses Jahr etwa den vierten Platz im Uni-Ranking der WirtschaftsWoche. Es ging allerdings mal besser: 2011 war es noch Platz 2. Auch bei Informatik ging es abwärts – und zwar um satte 13 Plätze auf Rang 30.
Bild: dpaUni Würzburg
Für die Uni Würzburg ging es von Rang 15 im Jahr 2011 in Wirtschaftsinformatik auf Rang 21 runter. Bei VWL purzelte Würzburg 13 Ränge runter auf Platz 29.
Aufsteiger:
Uni Bamberg
Die Bamberger Otto-Friedrich-Universität konnte in den Wirtschaftswissenschaften aufholen. Belegte sie 2011 etwa bei BWL noch Platz 28 hat sie sich dieses Jahr auf Platz 20 vorgearbeitet. Bei VWL sind die Bamberger um fünf Plätze auf Platz 11 vormarschiert.
Wohnheim, Wohnung oder WG
Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten: Studentenwohnheim, eigenes Appartement oder Wohngemeinschaft. In Wohnheimen leben etwa elf Prozent der Studierenden. Unterschlupfe gibt es dort in den verschiedensten Varianten: Von Einzelzimmern mit Gemeinschaftsbad und –küche über Einzimmerappartements bis hin zu Mehrzimmer-Wohnungen. Alles möbliert oder unmöbliert. Meist befinden sich diese Wohnkomplexe in der Nähe der Hochschule und werden vom jeweiligen Studentenwerk verwaltet.
Auf deren Webseite können sich Interessierte die Unterbringungen genauer anschauen und sich meist auch online direkt auf ein Zimmer bewerben. Doch das ist nicht immer einfach, denn die Plätze sind heiß begehrt. In Münster zum Beispiel warten Studenten je nach Wohnheim zwischen zwei Monaten und 3 Jahren auf einen Platz in der Wunschunterbringung. Auch das Berliner Studentenwerk hat derzeit keine Plätze frei. Anderswo sieht es besser aus. In Dresden zum Beispiel sind momentan über 100 Zimmer nicht belegt.
Variierende Mieten
Auf der Seite des Mannheimer Studentenwerks heißt es, es seien zwar noch Plätze frei, aber man „sollte sich auf jeden Fall nach Alternativen umsehen“. Doch die sind meist teurer. Wohnheime sind nach wie vor die günstigste Möglichkeit zu wohnen. 2009 bezahlten Studenten durchschnittlich 222 Euro für einen Wohnheimplatz. Die eigene Wohnung war mit im Schnitt 341 Euro am teuersten.
Von Stadt zu Stadt und je nach Lage variieren die Mieten stark. Eine Erhebung der Immobilienberatung Savills, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, zeigt wo es für Studenten derzeit am schwierigsten beziehungsweise am einfachsten ist, eine geeignete Wohnung für wenig Geld zu finden. In Frankfurt am Main ist die Lage am Wohnungsmarkt besonders angespannt. Die Mietbelastung ist um 30 Prozent höher als im Bundesschnitt. Hinzu kommt, dass nur wenige Wohnungen leer stehen und im Verhältnis zu den Studenten kaum Wohnheimplätze angeboten werden.
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