Studentenschaft im Wandel: Studienanfängern fehlen wichtige Kenntnisse

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Studentenschaft im Wandel: Studienanfängern fehlen wichtige Kenntnisse

von Nora Jakob

Sie schauen sich ahnungslos um, sind verloren, während sie durch die weitläufige Universität gehen: Erstsemester. Noch schwerer ist es für künftige Studierende, die als erste in ihrer Familie studieren.

In wenigen Wochen beginnt das neue Semester: Die künftigen Studierenden werden nicht nur immer jünger, sondern auch immer ahnungsloser. Mittlerweile gibt es verschiedene Orientierungskurse an den Universitäten. An der Humbolduniversität in Berlin etwa soll ein Schülerkolleg vor allem Jugendlichen helfen, die als erste in ihrer Familie studieren. Denen soll nicht nur etwas zur Studienfinanzierung erklärt werden, sondern auch auch Leitfaden gegeben werden, warum sich das Studium lohnt. So sollen auch skeptische Eltern überzeugt werden, dass das Studium für das Kind wirklich hilfreich ist.

Andere Universitäten oder Insituten, wie etwa das Karlsruher Institut für Technologie, die Universität Stuttgart und die TU Illmenau, bieten spezielle Kurse an, in denen Anfänger schon vor dem - meist natur-oder ingenieurwissenschaftlichem - Studium die Grundlagen in ihrem jeweiligem Fach lernen. Das Wissen aus der Schule reicht nämlich häufig nicht aus.

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Tipps für die Studienplatzsuche in letzter Minute

  • Studienplatzbörse

    Auf www.freie-studienplaetze.de informiert die Stiftung für Hochschulzulassung über Hochschulen, in denen es wenige Wochen vor Semesterbeginn noch freie Studienplätze gibt.

  • Nachrückprogramme

    Manche Hochschulen bieten – wenn in einem Jahr zu wenig Anmeldungen eingegangen sind – Nachrück-Programme an. Dafür müssen Sie sich ganz normal bewerben und oft auch einen Eignungstest bestehen. Aber die Aussichten sind gut.

  • Duales Studium

    Wenn das Studium für Sie ohnehin nur ein schneller Weg in den Beruf in der Wirtschaft sein soll, könnte ein duales Studium mit fest integrierten Praxisblöcken eine Alternative sein. Dazu brauchen Sie in der Regel nur den Platz beim Ausbildungsbetrieb, der Studienplatz ist dann gesichert. Es gibt Unternehmen, die auch in den letzten Wochen noch Bewerber als duale Studenten nehmen.

  • Ausland

    Ein Studium im Ausland kann eine Option sein, denn in einigen Ländern sind deutsche Studenten auch noch kurz vor Semesterbeginn willkommen. Möglicherweise höhere Kosten und natürlich die die Sprachbarriere müssen Sie in Kauf nehmen.

Die Orientierungs- und Ahnungslosigkeit liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Studierenden verändert haben: Während früher vor allem Kinder aus Akademiker- bzw. bessergestellten Familien studierten, studieren mittlerweile immer mehr junge Erwachsene, die die ersten in ihrer Familie sind, die die akademische Laufbahn einschlagen, aber auch immer mehr Studierende ohne Abitur oder mit Migrationshintergrund - eine politisch gewollte Vielfalt. Die heterogene Studierendenschaft stellt die Universität zusehends vor Herausforderungen, in der sie sich als Dienstleister verstehen muss.

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Eine Herausforderung: Mittlerweile brechen 35 Prozent der Anfänger ihr Studium wieder ab - die Tendenz ist seit der Bologna-Reform, in deren Folge Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt wurden, gestiegen. Ein zweiter Faktor ist die Verkürzung von G9 auf G8, vor allem in Fächern wie Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, die sogennanten MINT-Fächer, reiche das Wissen nicht aus, um den Anforderungen an das Studium gerecht zu werden. Doch nicht nur das Wissen ist ein Problem, sondern auch die Motivation der Studierenden, die bei nur einer Prüfung pro Modul und keiner Anwesenheitspflicht, den Stoff gar nicht oder zu wenig wiederholen und erst am Ende den ganzen Stoff auf einmal lernen - fehlender Stoff kann so aber nicht ausreichend nachgearbeitet werden.

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