Studentenwohnungen: Lernen in der Luxusbude

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Studentenwohnungen: Lernen in der Luxusbude

von Inga Methling

Dachterrasse, Designermöbel und Highspeed-Internet – welcher Student möchte nicht so wohnen? Immer mehr private Investoren drängen in den studentischen Wohnungsmarkt.

Weil die Studentenwerke dem Andrang auf die Unis nicht mehr gerecht werden können, wittern immer private Firmen ihre Chance und bieten Luxus-Apartments für Studierende an. Wer die Kosten zwischen 500 und 900 Euro im Monat für ein Ein-Zimmer-Apartment aufbringen kann, bekommt neben einer fertig eingerichteten Wohnung oft auch ein Fitnessstudio, ein Kino oder eine Autovermietung im gleichen Haus mit dazu geliefert.

Einer der führenden Anbieter von Luxus-Studentenbuden ist Youniq. Rund 2.500 Wohnungen befinden sich im Bau oder Besitz der Aktiengesellschaft, unter anderem in Frankfurt, München, Leipzig und Erlangen. "Für die Umsetzung unseres Konzepts in einer Stadt sind insbesondere die Studentenquote, die Wohnheimplatzdichte und die Prosperität als Hochschulstandort entscheidend", sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Es werden die Städte ausgesucht, die "langfristig renditestarkes Investment gewährleisten", heißt es auf der Website. Ein 19- bis 39-Quadratmeterzimmer kostet in der Regel zwischen 500 und 900 Euro im Monat. "Unsere Zielgruppe sind vor allem diejenigen Studenten, die auch während ihrer Studienzeit nicht auf die eigenen vier Wände und einen gewissen Komfort sowie auf Flexibilität verzichten möchten", so die Sprecherin.

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Quelle: dpa

Headquarter nennt sich ein weiterer Anbieter der Designer-Wohnungen – so kann sich die Elite von morgen schon mal namenstechnisch auf seinen späteren Firmensitz einrichten. Angefangen in Frankfurt plant das Unternehmen noch weitere Standorte in Darmstadt und Münster. Dort werden die Zimmer gestaffelt von „Eco“ für eine Warmmiete ab 380 Euro bis „Deluxe plus“ für 600 Euro aufwärts angeboten. Den Preis einmal gezahlt, muss dann aber auch alles zur vollsten Zufriedenheit der Akademiker laufen. Als vor kurzem im Haus der Headquarter das Internet ausfiel, prasselten haufenweise Beschwerden auf der Facebookseite ein. „Nach dem ganzen Chaos zum Semesteranfang funktioniert jetzt seit drei Tagen der Internetanschluss wieder kaum mehr. Tolle Firma“, schreibt ein Bewohner. Ein anderer kommentiert: „Euer Konzept vom Wohnen ist zwar sehr gut, aber an der Umsetzung müsste gearbeitet werden, milde gesagt!“

Die Optionen und ihre Folgen

  • Die Wohnung wird von allen angemietet

    Die Mitbewohner unterschreiben alle den Mietvertrag und haben alle die gleichen Rechte und Pflichten. Sie sind alle gemeinsam für die Miete verantwortlich. Der deutsche Mieterbund empfiehlt, im Vertrag festschreiben zu lassen, dass WG „Mieter ohne Zustimmung des Vermieters austauschen“ kann.

  • Ein WG-Mitglied ist der Hauptmieter

    Die anderen WG-Mitglieder sind dann Untermieter. Der Hauptmieter ist derjenige, der für Mietrückstände alleine haftet. Er muss sich darum kümmern, dass das Geld von den anderen ebenfalls überwiesen wird.

  • Zimmer werden einzeln vermietet

    Der Vermieter hat mit jedem WG-Mitglied einen eigenen Mietvertrag. Küche und Bad gelten als Gemeinschaftsräume. In diesem Fall entscheidet der Vermieter alleine, wer neu in die Wohnung einzieht. Die Mitbewohner haben darauf keinerlei Einfluss.

Die Wohnbedingungen sind dabei an die Wünsche der Studenten ausgerichtet. Laut einer Forsa-Studie im Auftrag von Youniq sollten Studentenwohnungen in Universitätsnähe liegen, ein eigenes Bad, Internet-Zugang und ein ruhiges Umfeld haben. Das Ergebnis deckt sich mit den Analysen des Deutschen Studentenwerks. „An erster Stelle liegt die eigene Wohnung, dann kommt die WG und zum Schluss das Wohnheim“, erklärt Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. Aus der Not heraus würden 35 Prozent der Studienanfänger zu Beginn aber erst mal ins Wohnheim ziehen.

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Auch wenn zurzeit 25.000 öffentlich geförderte Wohnheimplätze laut Meyer auf der Heyde fehlen, so gehen für ihn die Designer-Zimmer der Privatfirmen am Markt vorbei. „50 Prozent der Wohnheimbewohner haben weniger als 640 Euro im Monat zur Verfügung“, erklärt der Diplom-Volkswirt. Und Studenten, die Bafög beziehen, fallen wegen der Wohnpauschale von 224 Euro sowieso aus dem Beuteschema. Hinzu kommen Wartezeiten: "Bei allen unseren Standorten führen wir Wartelisten, da die Nachfrage nach möblierten Wohnraum sehr hoch ist", bestätigt die Sprecherin von Youniq. Ein Semester kann es schon dauern, bis eines der Luxusappartements bezugsfertig ist. Meyer auf der Heyde warnt daher regelmäßig Anleger, in die Luxusapartments zu investieren. „Durch den demografischen Wandel bleiben die Zimmer am Ende leer.“ 

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