Studie: Bachelor-Studenten leiden unter Stress

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Studie: Bachelor-Studenten leiden unter Stress

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Druck von allen Seiten: Bachelor-Studenten sind deutlich gestresster und unzufriedener, als Diplomanden.

Wer noch auf Diplom studiert hat, der kann sich laut einer Studie glücklich schätzen. Denn Bachelor-Studenten sind deutlich gestresster von ihrer Ausbildung. Allerdings liegt das gar nicht an der tatsächlichen Arbeitsbelastung.

Psychologen der Universität Heidelberg haben untersucht, wie sich die Zufriedenheit und der Stress der Studenten entwickelt haben, seitdem die meisten Studiengänge von Diplom oder Magister auf die Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt wurden, berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unter Berufung auf eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Psychologische Rundschau“. Aufmerksam auf die Problematik wurden die Forscher durch Berichte zahlreicher Studienberater, die die Frage aufwarfen: Macht der Bachelor krank? 

Für ihre Studie befragten die Forscher 405 Psychologiestudenten an vier verschiedenen Hochschulen, darunter 307 Bachelor- und 98 Diplom-Studenten. Das Ergebnis überrascht: Denn der tatsächliche Studienaufwand, gemessen an Wochenstunden, ist im Vergleich zu den alten Konzepten der Diplomstudiengänge kaum gestiegen. Im Durchschnitt verwenden Studenten 20 bis 36 Wochenstunden ihrer Zeit auf das Studium - der Wert hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Trotzdem fühlen sich die Bachelor-Studenten gestresster. Woran liegt es? 

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Studienleiterin und Psychologieprofessorin Monika Sieverding hält die Messung der Zeit als Maßstab der Belastung für ungeeignet. Ein zentrales Ergebnis ihrer Studie lautet: Wie viele Stunden jemand pro Woche in sein Studium investiert, hat nur einen geringen Einfluss auf den gefühlten Stress. Auf die Zufriedenheit hat es sogar überhaupt keinen Einfluss. Was sich hingegen sehr deutlich auf die Zufriedenheit auswirkt, sind die Entscheidungsfreiheiten, die den Studenten zugestanden werden – und diese sind bei den verschulten Bachelor-Studiengängen im Vergleich zu den relativ offenen Diplom-Studiengängen gering. 

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Doch was ist mit dem Stress? Bachelor-Studenten berichten von deutlich höherem Leistungsdruck, als Diplom-Studenten. Studienleiterin Sieverding stellt hier die These auf, dass dieser Stress durch den großen Noten-Druck erzeugt wird. In vielen Bachelor-Studiengängen wird nicht nur jede Hausarbeit, jede Klausur oder jedes Referat benotet, sondern diese Noten fließen auch in die Abschlussnote ein. So herrscht von Studienbeginn an hoher Stress, gute Noten zu erzielen, um die Möglichkeit auf einen Master-Studienplatz nicht zu verlieren. 

Sieverding schränkt allerdings ein, dass die Ergebnisse der Studie nur für Psychologiestudenten repräsentativ seien. Doch sie erwarte für andere Studiengänge ähnliche Ergebnisse, betont sie. 

Gestressten Bachelor-Studenten rät Sieverding, sich mehr Zeit im Studium zu lassen. Auch sollten die Universitäten mehr unbenotete Lehrveranstaltungen und längere Regelstudienzeiten einführen, empfiehlt die Professorin.

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