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Studie: Geldsorgen machen dumm

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Wer finanzielle Sorgen hat, kann schlechter denken, zeigt eine neue Studie.

Wer sich ständig Sorgen um seine Finanzen machen muss, kann nicht mehr klar denken. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie. Geldnöte begünstigen demnach auch irrationales Verhalten.

Finanzielle Sorgen beeinträchtigen die Gehirnleistung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Studie, die am Freitag in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde.

Auf die Konzentration haben Geldsorgen gravierende Auswirkungen. Dadurch können Betroffene Fehler machen, die ihre Situation im schlimmsten Fall noch weiter verschlechtert. Zwei Experimente der Forscher belegen, dass tatsächlich die finanziellen Sorgen die Ursache für schlechte Entscheidungen waren, während andere Lebensumstände dabei keine entscheidende Rolle spielten. Ein Teil der rund 100 Versuchspersonen mit einem Haushaltseinkommen zwischen 20.000 und 70.000 Euro pro Jahr sollte sich dabei überlegen, wie sie eine Reparatur ihres Autos mit Kosten in Höhe von 150 Dollar finanzieren würden. Der zweite Teil der Probanden musste die gleiche Aufgabe lösen - hier sollte die Reparatur jedoch 1500 Euro kosten.

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Per Computertest wurde die kognitive Leistungsfähigkeit der Teilnehmer ermittelt, während sie versuchten, das Problem zu lösen. Die Auswertung zeigte, dass es keine Rolle spielte, ob es sich um Gering- oder Gutverdiener handelte - die Probanden waren durchschnittlich gleich intelligent. In der 150-Euro-Gruppe gab es bei der Lösung keinen Unterschied in der kognitiven Leistungsfähigkeit. Jedoch schnitten in der 1500-Euro-Gruppe die Teilnehmer mit geringem Jahreseinkommen deutlich schlechter ab, als die finanziell besser gestellten. Menschen, die nicht genug Geld für das Begleichen ihrer Rechnungen zur Verfügung hatten, schnitten im Schnitt um 13 IQ-Punkte schlechter ab als andere. Die These der amerikanischen Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler lautet: Finanzieller Stress beherrscht das Denken, verlangsamt damit andere Operationen im Gehirn und macht sie schwieriger - etwa so wie der Effekt von zu wenig Schlaf.

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In einem weiteren Versuch wurden 460 indische Bauern beobachtet, die nur einmal im Jahr Geld bekommen. Sowohl vorher als auch nachher absolvierten die Bauern Intelligenztests, also in einer "armen" und einer "wohlhabenden" Situation. Auch hier stellten die Forscher eine vorübergehende "Verdummung" der Probanden fest. In der finanziell angespannten Phase sei der Intelligenzquotient um mindestens zehn Punkte gesunken.

Die Existenzängste nähmen das Gehirn offenbar so stark in Anspruch, dass man sich kaum noch auf andere mentale Aufgaben konzentrieren könne. Dies bedeute, dass ärmere Menschen es durch diesen psychologischen Effekt noch schwerer hätten, einen Ausweg aus ihrer Lage zu finden. "Finanzielle Nöte wirken sich auf die Konzentration aus, man macht also mehr Fehler. Und diese Fehler können Arme im schlimmsten Fall noch ärmer machen", zitiert die "Zeit" den Psychologen Eldar Shafir von der Universität Princeton.

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