Studienabbrecher: Wie der Wechsel vom Hörsaal ins Handwerk gelingt

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Studienabbrecher: Wie der Wechsel vom Hörsaal ins Handwerk gelingt

Vom Hörsaal an die Kreissäge: Bildungsministerin Wanka will Studienabbrecher ins Handwerk bringen. Ein Pilotprojekt in Unterfranken bietet ihnen eine Turboausbildung plus Weiterbildung zum Meister. Doch es ist schwierig, die Abbrecher zu erreichen.

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Die 19-Jährige Inga Binner brach ihr Studium ab und wechselte in eine Schreinerlehre.

Als die Texte kamen, war Schluss. „Das hass' ich einfach“, sagt Inga Binner. „Ich habe Pädagogik angefangen, weil ich dachte, dass es in Richtung Soziales geht. Und dann mussten wir Texte schreiben“, erzählt die 19-Jährige. „Ich habe mich in die Prüfungen geschleppt. Die Ergebnisse waren in Ordnung, aber ich habe gemerkt: Inga, das ist nichts für dich.“ Die junge Frau schmiss das Studium an der Universität Würzburg und begann eine Schreinerlehre.

Vom Hörsaal ins Handwerk: Wenn es nach Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) geht, soll das bald häufiger vorkommen. Sie will ein Konzept erarbeiten, um Studienabbrechern den Wechsel in handwerkliche Berufe zu erleichtern. Mehr als jeder Fünfte gerät im Studium in eine Sackgasse. Laut dem jüngsten Bildungsbericht brachen im Jahr 2010 etwa 23 Prozent aller Diplomstudenten und 28 Prozent der Bachelorstudenten ihr Studium ab. Auf der anderen Seite suchen Handwerksbetriebe händeringend Nachwuchs.

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Neue Pläne Wanka will aus Studienabbrechern Handwerker machen

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat eine Initiative angekündigt, um Studienabbrecher für Handwerksberufe zu gewinnen.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat eine Initiative angekündigt, um Studienabbrecher für Handwerksberufe zu gewinnen. Quelle: dpa

„Über kurz oder lang werden wir Probleme im Fachkräftebereich bekommen, vor allem beim Führungsnachwuchs“, sagt Rolf Lauer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Seit eineinhalb Jahren läuft dort ein Pilotprojekt, das gezielt um Studienabbrecher wirbt und sie vermittelt. 27 junge Männer und Frauen haben so bereits einen Ausbildungsplatz bekommen - wie auch Inga Binner. Die Kammer brachte sie zu Schmitt Ladenbau, einem Mittelständler mit 34 Mitarbeitern. „So engagiert und so wissbegierig war ein angehender Auszubildender hier noch nie“, sagt ihr Chef Ulrich Weber, Betriebsleiter und Miteigentümer. „Wobei wir schon unsere Bedenken hatten - vielleicht teilweise noch haben -, dass sie nach der Lehre wieder weg ist.“ Aber sie habe alle Möglichkeiten, könne anschließend den Meister machen, Holztechnik oder Innenarchitektur studieren.

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