Studienfinanzierung: Kredite und Stipendien statt Bafög?

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Studienfinanzierung: Kredite und Stipendien statt Bafög?

Die Zahl der Bafög-Empfänger ist im vergangenen Jahr gesunken. Außerdem bekamen einzelne Studenten im Schnitt weniger Geld als noch im letzten Jahr. Welche Möglichkeiten zur Studienfinanzierung es neben Bafög gibt.

Wer keine reichen Eltern hat und sich sein Studium nicht durch Arbeit selbst finanzieren kann, dem steht Bafög zu. Darauf scheinen allerdings immer weniger Schüler und Studenten angewiesen zu sein: Wie das Statistische Bundesamt berichtet, erhielten 2013 nur rund 959.000 Schüler und Studenten Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, wie Bafög offiziell heißt. Das waren 2,1 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Während die Zahl der geförderten Studenten nur um 0,8 Prozent auf 666.000 zurückging, sank die Zahl der Schüler deutlich um 5,0 Prozent auf 293.000 Schüler. Noch im Jahr 2012 hatte es nach Auskunft der Statistiker einen Höchststand mit rund 980.000 Bafög-Empfängern gegeben.

Sechs Fakten zum Bafög

  • Zahl der Bafög-Empfänger

    2013 bezogen rund 959.000 Schüler und Studenten Bafög. Darunter waren 666.000 Studierende und 293.000 Schüler.

  • Ausgaben des Bundes

    Im Jahr 2013 betrugen die Ausgaben des Bundes und der Länder für Bafög rund 3,2 Milliarden Euro und somit rund 37 Millionen Euro oder 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Für die Schülerförderung wurden 891 Millionen Euro bereitgestellt und für die Studierendenförderung 2,3 Milliarden Euro.

  • Dauer der Förderung

    Die Förderung erstreckte sich im Jahr 2013 zum Teil nicht über das volle Jahr. Im Durchschnitt wurden je Monat 620.000 Personen (181.000 Schüler, 439.000 Studierende) gefördert.

  • Voll- und Teilförderung

    46 Prozent der Bafög-Empfänger (rund 446.000) erhielten eine Vollförderung, also den maximalen Förderbetrag. Die Höhe des Förderbetrages hängt von der Ausbildungsstätte (zum Beispiel Berufsfachschule oder Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts) ab. Eine Teilförderung, die geleistet wird, wenn das Einkommen der Geförderten oder das der Eltern bestimmte Grenzen übersteigt, erhielten 54 Prozent (etwa 513.000). Die Zahl der Teilgeförderten sank im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent und die Zahl der Vollgeförderten um 2,6 Prozent.

  • Höhe der Förderung im Durchschnitt

    Im Durchschnitt erhielten geförderte Schülerinnen und Schüler monatlich 410 Euro pro Person und geförderte Studierende 446 Euro pro Person.

  • Förderung von Studenten mit Kindern

    Einen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind erhielten 51.000 Geförderte.

Mit der sinkenden Zahl der Bafög-Empfänger geht auch eine steigende Zahl an Stipendien einher. Und längst richtet sich nicht mehr jedes Stipendium nur an elitäre Kreise: Rund 40 Prozent der Stipendien sind nicht an Abschlussnoten oder gesellschaftliches Engagement gekoppelt.

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Die Anzahl an Stipendien in Deutschland ist riesig, doch die meisten sind vielen Studenten unbekannt. Warum es sich lohnt, nach diesen Nischenstipendien zu suchen.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Für Schüler und Studenten lohnt es sich also, eine Metasuchmaschine wie mystipendium.de zu nutzen. Außerdem ist es sinnvoll, auch kleinere Stiftungen in die Suche mit einzubeziehen. Der Bewerberandrang und die Auswahlkriterien bei großen Förderwerken können eine Vergabe nämlich erschweren. Bei vielen kleinen Stiftungen ist dagegen mehr Geld vorhanden als Bewerber.

Diese Finanzierungsmöglichkeiten gibt es

  • Studienkredit

    Studienkredite sind die klassische Form der Studienfinanzierung. Anders als bei gewöhnlichen Krediten bekommt man das für Lebenshaltung und Studiengebühren gedachte Geld auch monatlich ausgezahlt. Angebote gibt es bundesweit bei Großbanken sowie lokal begrenzt bei Sparkassen und Volks- oder Raiffeisenbanken.

  • Überbrückungs-, Zwischen- und Abschlussfinanzierungskredite

    Solche Konzepte sind als Kurzzeitkredite speziell für Studenten gedacht, die kurz vor ihrem Abschluss stehen und finanziell unabhängig sein wollen. Für sie gibt es günstige Zinssätze, manche sind sogar komplett zinsfrei.

  • Bildungsfonds

    Bildungsfonds sind ein junges Modell und kein klassischer Kredit. Anleger kaufen dabei Anteile an einem Fonds, mit dem ausgewählte Studenten gefördert werden. Die müssen später einen bestimmten Prozentsatz ihres Einkommens zurückzahlen.

  • Studienbeitragsdarlehen

    Sie gibt es von staatlicher Seite zu günstigen Konditionen. Studienbeitragsdarlehen sind nur zur Finanzierung der Studiengebühren gedacht, die in einigen Bundesländern noch geblieben sind. Ähnliche Modelle gibt es auch für private Hochschulen, für die häufig ein fünfstelliger Betrag pro Jahr fällig wird.

Neben Bafög und Stipendien haben Studenten außerdem noch die Möglichkeit, auf Kredite und Fonds zurückzugreifen.

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Wer also kein Bafög bekommt oder schlicht mehr Geld braucht, sollte ein wenig Zeit in die Recherche stecken. Sowohl für Abiturienten als auch Studenten gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Studienfinanzierung. Und zwar unabhängig davon, ob die Hochschulkarriere gerade erst beginnt, oder ob es um das Auslandssemester oder die Promotion geht.

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