Studiengebühren: Schweiz will deutsche Studenten zur Kasse bitten

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Studiengebühren: Schweiz will deutsche Studenten zur Kasse bitten

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Das Studium an der Universität in Zürich könnte künftig deutsche Studenten bares kosten.

Es knirscht zwischen der Schweiz und Deutschland: Streit um Schwarzgeld, Streit um Fluglärm. Nun könnte noch ein Streit um die Finanzierung von Studienplätzen hinzukommen.

Die Schweiz möchte künftig von der Bundesrepublik für deutsche Studenten an ihren Universitäten bezahlt werden. Bern strebe dafür eine Abgeltungsvereinbarung mit Berlin an, berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Sonntag. Im Gegenzug seien die Eidgenossen bereit, finanzielle Beiträge für ihre Studenten in deutschen Unis zu leisten. Die Bundesrepublik würde aber deutlich mehr Geld überweisen müssen, da mehr Deutsche in der Schweiz studieren als umgekehrt.

Über die Schweizer Vorstellungen habe es bislang nur „informelle exploratorische Gespräche“ mit Berlin gegeben, sagte Mauro Dell'Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung in Bern. Das Interesse Deutschlands an einer Einigung sei gering, „da es derzeit vornehmlich Studenten exportiere und daher Nettozahler einer solchen Lösung wäre“, heißt es in der „NZZ“ unter Berufung auf den Staatssekretär.

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Deutsche stellen ein Drittel aller ausländischen Studenten

Wegen steigender Kosten durch immer mehr ausländische Studenten will die Schweiz auch mit anderen Staaten Abgeltungsabkommen aushandeln. Ausländische Studierende zu haben, sei zwar erstrebenswert, sagte der Präsident der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten, Antonio Loprieno, der „NZZ“. Sie verursachten aber „zusätzliche Kosten, ohne dass sie speziell finanziert werden.“

Als vordringlich gilt den Schweizer dabei eine Lösung mit der Bundesrepublik: Die mehr als 10.000 Deutschen an Schweizer Universitäten machen mit fast 29 Prozent den weitaus größten Teil der über 35 000 ausländischen Studierenden aus - vor Frankreich (11,6 Prozent), Italien (9,9) und Österreich (2,6). „Da eine Lösung auf europäischer Ebene derzeit wenig realistisch ist, wäre ein bilaterales Abkommen mit Deutschland als wichtigstem Herkunftsland die beste Lösung“, sagte Loprieno.

Universität St. Gallen fordert 1756 Euro pro Semester

Die Rektorenkonferenz fordert von Bern, sich in Berlin für eine Lösung nach dem Vorbild des Kostenausgleichs zwischen den Schweizer Kantonen einzusetzen. Dabei zahlt laut „NZZ“ zum Beispiel der Kanton Thurgau für einen Medizinstudenten pro Jahr 49 000 Franken (40 500 Euro) an den Kanton, in dem das Studium absolviert wird.

Die Kostenbeteiligung der Bundesrepublik wird unabhängig von den Schweizer Studiengebühren angestrebt. Einige der zwölf universitären Hochschulen der Schweiz verlangen dabei von Ausländern schon deutlich mehr als von Eidgenossen. So betragen die Gebühren der Universität St. Gallen für das Bachelor- und Masterstudium für Schweizer 1 226 Franken pro Semester (1 013 Euro) und für Ausländer 2 126 Franken (1 756 Euro).

Für den Bildungspolitiker Gerhard Pfister von der in Bern mitregierenden Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) wären auch Abgeltungsabkommen der Schweiz mit einzelnen deutschen Bundesländern denkbar. So könne mit Bayern ein Abgeltungssystem ausgehandelt werden und im Erfolgsfall auf andere Bundesländer ausgeweitet werden, schlägt Pfister laut „NZZ“ vor.

Studium in Österreich kostenlos

Auch in Österreich ist eine große Zahl an deutschen Studenten an den dortigen Universitäten eingeschrieben. Im November 2011 zählten die Universitäten 25 773 deutsche Studenten, das entspricht 9,2 Prozent aller Hochschulgänger der Alpenrepublik. Damals war die Befürchtung groß gewesen, dass die Abiturienten aus den nördlichen Nachbarland das kleine Land überrollen würden. Doch die Angst vor "Deutschenschwemme" war unbegründet, da der große Ansturm ausgeblieben war.

2008 wurden die Studiengebühren für EU-Bürger und österreichische Studenten abgeschaft. Zuvor mussten sie 363,36 Euro pro Semester zahlen.

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