Studiengebühren: Zurück zur Gratis-Kultur

Studiengebühren: Zurück zur Gratis-Kultur

Jetzt auch noch NRW: Aus Angst um die Wählergunst werden Studiengebühren zum Auslaufmodell. Damit verspielen die Länder eine der größten bildungspolitischen Errungenschaften der vergangenen Jahre.

Heute hüh, morgen hott: Mit Norbert Röttgen, dem Spitzenkandidaten der CDU für die NRW-Wahl, stellte sich ein vormals klarer Befürworter von Studiengebühren Anfang des Monats gegen den Obolus für die Hochschulausbildung. Falls der amtierende Bundesumweltminister die Landtagswahl am 13. Mai dieses Jahres gewinnt, bleibt in NRW alles wie es ist – ein Comeback der von Rot-Grün zum Wintersemester 2011/ 2012 abgeschafften Campusmaut soll es nicht geben.

Nach der Einführung von Studiengebühren in sieben unionsgeführten Bundesländern in den Jahren 2006 und 2007 ist Erstaunliches passiert: Als entscheidender Schub für die Modernisierung des Hochschulsystems gestartet, sind die Beiträge zum Auslaufmodell verkommen. Zunächst wurde die Gebühr in Hessen und im Saarland nicht mehr erhoben, 2011 folgte NRW, zum Sommersemester 2012 ist Hamburg dran, zum Wintersemester 2012/ 2013 Baden-Württemberg. Dann werden nur noch zwei Länder Studenten für ihr Studium bezahlen lassen: Niedersachsen und Bayern. Schade – denn klug verwendet, könnte die Campusmaut durchaus Nutzen stiften.

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Kaum weniger Studienanfänger

Zunächst einmal sind viele der Befürchtungen der Gegner gar nicht eingetreten. Während in Österreich nach der Einführung die Anzahl der Studiumsanfänger schlagartig um fast 20 Prozent abnahm, ist sie hierzulande nahezu gleich geblieben oder sogar gestiegen. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind dabei nur marginal. Zwar hat es in einigen Gebührenländern parallel zur Einführung einen Rückgang der Studienanfänger gegeben, in den Folgejahren war dieser Effekt jedoch nicht mehr festzustellen.

Auch aus den Wanderungen der Studenten lässt sich keine klare Tendenz ablesen. Somit bestätigt sich zwar nicht die These, Studenten könnte es in der Hoffnung besserer Studienbedingungen scharenweise in die Gebührenländer ziehen. Doch auch das Schreckensszenario der Gegner entpuppt sich als Hirngespinst: Die Zahl der Studenten, die das Beitragsland Bayern in die gebührenfreie Zone verlassen haben, ist zwar leicht gestiegen. Von einem Massenexodus kann jedoch keine Rede sein. Am ehesten noch scheinen die Mehrkosten für ostdeutsche Studenten eine Rolle zu spielen: In den vergangenen Jahren verließen sie ihre Heimat immer seltener für ein Studium in Gebührenländern.

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