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Studienkredite: Wie Bildung für alle bezahlbar wird

von Rebecca Eisert

Studieren ja, aber mit welchem Geld? Wie Bildungsfonds die Finanzierungslücke schließen, und warum sich ein mittelständisches Industrieunternehmen als innovativer Studienfinanzierer umtut.

Ein Viertel der Studenten muss mit weniger als 600 Euro monatlich auskommen. Studienkredite und Bildungsfonds werden zur Finanzierung bisher kaum genutzt. Quelle: dpa
Ein Viertel der Studenten muss mit weniger als 600 Euro monatlich auskommen. Studienkredite und Bildungsfonds werden zur Finanzierung bisher kaum genutzt. Quelle: dpa

Das staatliche BaföG war über Jahre die einzige Chance ein Studium zu finanzieren, wenn zu Hause die finanziellen Mittel fehlten. Doch selbst mit BaföG mussten und müssen viele Studenten jeden Cent zweimal umdrehen. Nebenjobs sind gängig – wer keine wohlhabende Oma oder einen spendablen Onkel hat, muss selbst sehen wo er bleibt. Nach der aktuellsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (aus dem Jahr 2009 - der neue Report erscheint im Herbst 2012) nimmt jeder Student monatlich 812 Euro ein.

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Ein Fünftel der Studenten hat monatlich jedoch weniger als 600 Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Der BAföG-Höchstsatz liegt bei 648 Euro. Laut der Studie müssen mehr als ein Viertel der Studenten mit niedrigem Einkommen zurecht kommen. Zwei Drittel der Studenten behelfen sich daher mit einem Nebenjob. Auch, wenn die Noten darunter leiden und sich die Studienzeit insgesamt dadurch in die Länge zieht.

Bildungsfonds sind eine Möglichkeit an Geld zu kommen. Hinter dem Begriff steckt in den meisten Fällen ein Studienkredit. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) vergleicht jährlich die aktuellen Angebote. Dabei unterscheidet es vier Studienkredit-Typen:

  • Angebote zur allgemeinen Studienfinanzierung: Sie sollen die Lebenshaltungskosten und Studiengebühren abdecken. Klassische Studienkredite sind zum Beispiel der Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Angebote von Großbanken, lokale Angebote von Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken.

  • Bildungsfonds: Bei diesem Förderkonzept, das Anbieter wie CareerConcept und Deutsche Bildung verfolgen, handelt sich nicht um einen klassischen Kredit. Anleger kaufen Teile am Fonds – aus diesen Mitteln werden ausgewählte Studierende gefördert. Nach Abschluss des Studiums zahlen diese für einen bestimmten Zeitraum einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens zurück.

  • Überbrückungskredite: Sie werden vom Bundesverwaltungsamt, vom Studentenwerk sowie der E.W. Kuhlmann-Stiftung angeboten und dienen dazu, kurz vor dem Examen stehenden Studenten für einen begrenzten Zeitraum finanziell auszuhelfen. Die Zinssätze sind günstig, teilweise fallen gar keine Zinsen an.

  • Studienbeitragsdarlehen: Sie ziehen ausschließlich auf eine (Vor-)Finanzierung der Studiengebühren. Hier gibt es sowohl staatlich initiierte Angebote für Studienbeiträge staatlicher Hochschulen (in Niedersachsen und Bayern) sowie individuelle Finanzierungsangebote für Studiengebühren privater Hochschulen.

Das CHE hat zuletzt 40 verschiedene Angebote unter die Lupe genommen und nach Kriterien wie Zugang, maximale Auszahlungssumme, Zinssatz, Rückzahlungsmodalitäten und Flexibilität bewertet und gibt eine erste Hilfestellung bei der Auswahl des passenden Finanzierungsangebots, die hier in Auszügen wiedergegeben wird: 

Tipps des Centrums für Hochschulentwicklung

  • Bedarf kalkulieren

    Wofür brauchen Sie das Geld? Geht es nur um die Übernahme der Studiengebühren oder auch um den Lebensunterhalt? Sind alle anderen Geldquellen ausgeschöpft? Kann die Finanzierungslücke durch einen studienbezogenen Nebenjob gefüllt werden? Benötigen Sie den Kredit für eine bestimmte Phase oder die gesamte Dauer des Studiums? Generell rät das CHE: „So wenig Kredit aufnehmen wie möglich, aber immer so viel wie für ein reibungsloses Studium erforderlich.“

  • Anforderungen klären

    Der Zinssatz allein ist nicht entscheidend. Wer flexibel bleiben möchte oder z.B. Wert auf Förderung beim Auslandsstudium legt, muss eventuelle einen höheren Zinssatz in Kauf nehmen – hat dann aber das Angebot, das seinen Anforderungen genügt. Der CHE-Test führt deshalb verschiedenen Kriterien auf, auf die Sie die Angebote prüfen sollten.

  • Angebote vergleichen

    Nehmen Sie die Anbieter genauer ins Visier, die möglichst viele der von Ihnen aufgestellten Kriterien abdecken. Achten Sie auf K.O-Kriterien wie z.B. Altersgrenzen.

  • Anbieter kontaktieren

    Lassen Sie sich ein verbindliches Angebot erstellen. Vereinbaren Sie Beratungsgespräche und informieren Sie sich über die aktuellen Konditionen. Das CHE empfiehlt: „Man sollte keine teuren Extras (z.B. zusätzliche Versicherungen u.ä.) akzeptieren, wenn sie nicht unbedingt nötig sind – im Zweifelsfall lieber noch einmal „drüber schlafen“ und Rat einholen.“

Ein Anbieter sticht unter der Vielzahl der Programme heraus. Der Festo Bildungsfonds. Er ist der bisher einzige Bildungsfonds in Deutschland, den ein Industrieunternehmen ins Leben gerufen hat und der Studenten nicht nur die Finanzierung des Studiums sichert, sondern auch ein umfangreiches Begleitprogramm wie z.B. Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung bietet. Darüberhinaus gibt es großes Netzwerk von beteiligten Unternehmen und ehemaligen Teilnehmern des Bildungsfonds.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.08.2012, 18:55 Uhrp.b.

    Statt finanziellem Hintergrund zählt das Potenzial der Studierenden - das ist doch schon mal ein gutes Argument für den Bildungsfonds im Vergleich zur Studienfinanzierung von der Bank. Klingt zwar immernoch nach Elitenförderung, aber offensichtlich doch mit guten Chancen für Interessierte: Über 30 % der Bewerber haben von Festo einen Vertrag bekommen. Da kann man wohl wirklich nicht von verschärfter Auswahl sprechen. Zumal einige der Bewerber wohl auch selbst zurück gezogen haben dürften. Wie auch immer, das Angebot ist unbedingt zu begrüßen.

    pb
    Wirt.-Ing

  • 23.08.2012, 09:07 Uhrherm

    Wichtiger Impuls eines Industrieunternehmens, sich in dieser Form bildungspolitisch zu engagieren. Festo nimmt hier offensichtlich eine herausragende Rolle ein. Offensichtlich wurde hier erkannt, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dieses Landes nur durch hoch qualifizierte Fachkräfte zu sichern ist und es nicht genügt nur zu reden, sondern konkret zu handeln.

    Die Betroffenen profitieren so von einer Finanzierung, die ihnen einen maximalen Freiraum für ihr Studium ermöglicht und dies sowohl im Vollzeit-, als auch dem berufsbegleitenden Studium --prima.

    Spannend auch die Rückzahlungskonditionen, die sich an späteren Einkommen orientieren, auch hier ein erheblicher Unterschied zu allen klassischen Darlehnsmodellen (ungeachtet der Tatsache, dass solche klassischen Modelle Sicherheiten voraussetzen, die die Studierenen ohne Inanspruchnahme von "vermögenden" Anverwandten in der Regeln sowieso nicht in Anspruch nehmen können).

    Festo ist mit seinem Bildungsfonds auch in Zukunft Erfolg viel zu wünschen und weitere piffige Ideen wie sie Herr Speck bereits anspricht, beispielsweise im Feld der Energiewende und E-Mobilität.

    Klaus Herrmann
    Dip.-Soz-Päd.

  • 22.08.2012, 15:15 UhrFrankUmlauf

    Eine ebenso pfiffige wie gesellschaftspolitisch anerkennenswerte Idee! Zudem erweisen sich die üblichen sozialpolitischen Diskussionen als obsolet - die Chancengleichheit ist offensichtlich bei keinem Finanzierungsmodell so konsequent gegeben wie im Festo Bildungsfonds: denn "...allein Ihre persönliche Qualifikation, Leistungsbereitschaft und Zielstrebigkeit reichen als Sicherheit aus!" (Quelle: www.festo-bildungsfonds.de).
    Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass Herr Speck nicht nur den jungen Studenten im Blick hat: Auch der gestandene Berufstätige kann auf dem Weg einer Bildungsfonds gestützten „Requalifizierung“ mit dem technologischen Fortschritt mithalten – und darüber hinaus der eigenen Karriere noch einmal einen Schub verleihen!

    F. Umlauf, Dipl.-Kfm.

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