Studieren: Ich bleib' bei Mama und Papa!

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Studieren: Ich bleib' bei Mama und Papa!

Psychologen warnen schon vor Bequemlichkeit. Der Grund: Immer mehr Studierende wollen gar nicht von zuhause ausziehen, und das liegt nicht nur an steigenden Mietpreisen.

Die Wohnungssuche zu Beginn des Studiums kann anstrengend sein: Oft muss man nicht nur unzählige WG-Castings über sich ergehen lassen, sondern auch noch Kompromisse machen - und das bei steigenden Mietpreisen. Deshalb bewerten fast zwei Drittel die Wohnungssuche zu Beginn ihres Studiums als schwierig oder sehr schwierig. Das hat eine Online-Befragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung gezeigt. Und die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt ist tatsächlich angespannt: In München wohnen Studierende in Containern, die gerade mal 6,8 Quadratmeter umfassen. In Hamburg wohnen sie in Altenheimen.

Deshalb wohnen immer mehr Studienanfänger weiterhin bei den Eltern: "Es kann gut sein, dass die Eltern als Notlösung vermehrt in Frage kommen, vor allem, wenn sich die Wohnsituation in den Hochschulstädten noch weiter verschlechtert", sagt der Sprecher des Deutschen Studentenwerks, das sich seit Jahrzehnten in seinen Sozialerhebungen mit der Wohnsituation von Studenten in Deutschland befasst gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mittlerweile bevorzugen fast ein Viertel der Studierenden das Wohnen zuhause - auch dann, wenn der Wohnungsmarkt gar nicht überladen ist. Seit Mitte der neunziger Jahre blieb die Zahl relativ konstant bei rund 23 Prozent der Studierenden.

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Doch es gibt nicht nur Vorteile: Ein großer Nachteil sind lange Pendlerstrecken, wenn die Universität eben nicht in der gleichen Stadt wie das Haus der Eltern ist. Auch wird es schwierig aktiv am außeruniversitären Leben teilzunehmen, denn häufig fährt der letzte Bus oder die letzte Bahn schon bevor die Party vorbei ist. Auch Wissenschaftler haben Einwände gegen diese Art des Wohnens: „Ein Kinderzimmer bleibt ein Kinderzimmer mit allen Abstrichen bei der Privatsphäre, die man eben machen muss, wenn man unter einem Dach lebt“, sagt die Entwicklungspsychologin Christiane Wempe gegen über der "FAZ". Das könne nur mit viel Disziplin, dem Respekt der Privatsphäre und auch einem Putzplan gelingen. Denn wie soll die Selbstständigkeit gelingen, wenn Mama oder Papa noch immer die Wäsche waschen und der Studierende nie gelernt hat, einzukaufen oder einen Haushalt zu führen.

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