Studieren im Ausland: So wird das Auslandsstudium nicht zur Kostenfalle

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Studieren im Ausland: So wird das Auslandsstudium nicht zur Kostenfalle

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Viele Studenten zieht es ins Ausland.

von Anja Stehle

Ein Studienaufenthalt im Ausland macht sich gut im Lebenslauf und erweitert den Erfahrungshorizont. Mit diesen Förderprogrammen klappt auch die Finanzierung.

Eine neue Sprache lernen oder vertiefen, an einer renommierten Fakultät studieren und nebenbei fremde Bräuche und Freunde aus aller Welt kennenlernen – studieren im Ausland macht Spaß, prägt die Persönlichkeit und sieht gut aus im Lebenslauf. Studenten, die einige Zeit im Ausland verbracht haben, sind außerdem auch später im Job öfter international tätig – das zeigt die letzte Absolventenbefragung des Hochschul-Informations-System (HIS).

Doch studieren im Ausland bedeutet meist auch: hohe Studiengebühren, Lebenshaltungs- und Reisekosten. Wer Europa verlässt, muss oft ein Visum (für die USA zwischen 100 und 200 US-Dollar) beantragen und viel Geld für einen Sprachnachweis hinblättern. Der wohl bekannteste Nachweis für englische Sprachkenntnisse ist der Toefl-Test – und der ist nicht billig. In Deutschland kostet die Teilnahme 240 Dollar. Wer in die USA will muss zudem die sogenannte SEVIS-Gebühr (Student and Exchange Visitor Program) überweisen. Das macht nochmal rund 200 US-Dollar. Wer soll das alles bezahlen?

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Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hilft bei der Finanzierung. Für das sogenannte Jahresstipendium können sich Studenten aller Fachrichtungen bewerben. Das Stipendium finanziert ein Studienjahr; Bewerber müssen allerdings bereits mehrere Semester hinter sich gebracht haben. Die Höhe der Förderung unterscheidet sich je nach Land und liegt zwischen 600 und 1000 Euro. Wer etwa in die USA geht, erhält monatlich 925 Euro, in Argentinien gibt es 800 Euro, in Frankreich 725 Euro. Die DAAD-Tabelle zu den Stipendiensätzen schlüsselt die Förderhöhe nach einzelnen Länder auf.

Wer geht wohin?

  • Beliebtestes Zielland

    Am liebsten gehen die Studenten nach Spanien. „Da spielt sicher auch der Sunshine-Faktor eine Rolle“, sagt Wuttig. Die Austauschplätze in Madrid & Co. sind allerdings begrenzt: Jedes Land soll ungefähr so viele Studenten in ein anderes Land entsenden, wie es von dort empfängt.

  • Reisefreudige Fachrichtungen

    Sozial- und Geisteswissenschaftler packt das akademische Fernweh häufiger als Naturwissenschaftler. Der Prototyp des deutschen Erasmus-Teilnehmers studiert Wirtschaftswissenschaften.

  • Zielland Deutschland

    Obwohl nicht im sonnigen Süden gelegen, ist Deutschland in Europa Empfängerland Nummer drei.

  • Entwicklung der Teilnehmerzahlen

    In der Umstellungsphase auf Bachelor- und Masterstudiengänge sind die Teilnehmerzahlen zeitweise leicht eingebrochen, haben sich aber wieder erholt. Tendenz: Steigend. Allerdings habe sich die Dauer der Aufenthalte verkürzt. „Seit der Einführung von Bachelor und Master schauen die Studenten mehr darauf, ob ein Auslandsaufenthalt ins Studium integrierbar ist“, sagt Christiane Biehl von der Uni Köln. Der Freiraum, im Ausland auch einmal in andere Disziplinen hineinzuschnuppern, sei geschwunden.

Studenten, die einen kürzeren Auslandsaufenthalt planen, sollten sich das Stipendium Promos - auch ein Finanzierungsprogramm des DAAD, näher ansehen. Das Programm fördert Studien-, Praxis- und Sprachaufenthalte, die bis zu sechs Monate dauern. Übernommen werden Reisekosten, Kursentgelte, Pauschalen für Studiengebühren und Zuschüsse zu den Aufenthaltskosten. Studenten bewerben sich direkt bei ihrer Hochschule – diese vergibt die Stipendien.

Das Erasmus-Stipendium ist wohl der einfachste Weg ins Ausland zu gehen – und der beliebteste. Nie zuvor haben so viele deutsche Studenten am Austauschprogramm der Europäischen Union teilgenommen, wie im vergangenen Jahr. Der DAAD zählte im Hochschuljahr 2012/2013 rund 35.000 Studenten, die mit Erasmus einen Teil ihres Studiums verbracht oder ein Praktikum im europäischen Ausland absolviert haben. Das beliebteste EU-Land unter deutschen Studenten ist Spanien, gefolgt von Frankreich und Großbritannien.

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