Studium: Die Qual der Wahl nach dem Abitur

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Studium: Die Qual der Wahl nach dem Abitur

von Lin Freitag

Viele 17-Jährige fühlen sich noch nicht bereit für die Universität. Von Sprachkursen über ein Freiwilligenjahr bis zum Orientierungsstudium: Fünf Alternativen, um die Zeit zwischen Schule und Uni sinnvoll zu überbrücken.

Ein Studium zu beginnen bedeutet bestenfalls Freiheit. Doch für viele 17-jährige Abiturienten gilt das dieser Tage nicht. Wer minderjährig ist, darf keinen Mietvertrag unterschreiben und sich noch nicht mal für den Hochschulsport anmelden. Hinzu kommt die persönliche Reife: Will ich wirklich ausziehen, Freunde und Familie zurücklassen und eine Entscheidung treffen, die meinen weiteren Lebensweg prägen wird?

Natürlich gibt es Menschen, die schon immer wussten, was sie werden wollen. Für alle anderen sind diese fünf Alternativen, die auch für Minderjährige gut funktionieren.

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Einjähriges Orientierungsstudium

Sich selbst besser kennenlernen und herausfinden, was man eigentlich werden will: Dafür eignet sich ein Orientierungsstudium. Die meisten solcher Programme dauern ein Jahr und sind aufgebaut wie ein Studium generale. Das bietet die Möglichkeit, in verschiedene Fachrichtungen reinzuschnuppern – und erleichtert so die spätere Studienwahl.

Angeboten werden diese Ministudiengänge zum Beispiel von der Universität Witten/Herdecke und der TU Berlin, aber auch vom Elite-Internat Schloss Salem. Doch das kostet. Salem nimmt für das Jahr inklusive Unterkunft und Verpflegung 24.000 Euro.

Zur Information

  • Reife hilft bei Bewerbung

    Forscherinnen vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) verschickten kürzlich 747 fiktive Bewerbungen. Ergebnis: Am häufigsten wurden jene Bewerber eingeladen, die nach der Schule nicht nur gejobbt, sondern sich weitergebildet hatten. Sie hatten sogar bessere Chancen als Bewerber, die direkt von der Schule kamen.

Jugendfreiwilligendienst

Sich nach dem Abi erst einmal für ein halbes Jahr nach Australien abseilen – für Minderjährige fast unmöglich. Ein Auslandsaufenthalt ist trotzdem machbar. Zum Beispiel durch eine Teilnahme am Internationalen Jugendfreiwilligendienst. Abiturienten arbeiten meist für mindestens sechs Monate an einem Projekt im Ausland.

Doch nicht jede Organisation will Minderjährige aufnehmen, da es mit höherem Aufwand verbunden ist. Lieber frühzeitig beraten lassen, welche Länder und Projekte infrage kommen und welche nicht.

Sprachkurse

Ob die Vertiefung der Englisch- oder Französischkenntnisse oder gar das Erlernen einer völlig neuen Sprache: In Zeiten der Globalisierung ergibt ein Sprachkurs Sinn. Für Minderjährige empfiehlt sich besonders die Kombination aus dem Besuch einer Sprachschule und einem Gastfamilienaufenthalt. Das beruhigt die Eltern, außerdem bekommt der Abiturient einen unverfälschten Einblick in die andere Kultur. Die Dauer ist frei wählbar.

Intensivkurse nehmen nur wenige Wochen in Anspruch, es gibt aber auch die Möglichkeit, mehrere Monate lang Unterricht zu nehmen. Leider gibt es allerdings nur wenige Anlaufstellen für finanzielle Unterstützung. Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Seite des Fachverbands Deutscher Sprachreise-Veranstalter (www.fdsv.de).

Wehrdienst

Weitere Artikel

Bei der Bundeswehr haben Minderjährige besonders gute Chancen: Wie in jedem guten Unternehmen bemüht sich auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen um die frühzeitige Bindung der besten Talente – und bietet einige Anreize: Die Bundeswehr zahlt zwischen 800 und 1200 Euro pro Monat. Außerdem ist der Zeitraum frei wählbar, von 7 bis zu 23 Monaten.

Unter 18-Jährige stehen allerdings unter besonderem Schutz: Sie dürfen keine Funktion ausüben, bei der sie zum Gebrauch einer Waffe gezwungen sind. Auch Auslandseinsätze sind tabu. Wem es gut gefällt, kann direkt bleiben und dort studieren. Oder eine Laufbahn als Berufssoldat einschlagen.

MOOCS

Für besonders Unentschlossene sind „Massive Open Online Courses“ (MOOCS) eine Alternative. Sie kosten wenig bis gar nichts, erfordern keinen Umzug und führen mitunter zum Ziel. Und zwar vom Sofa aus. Ob die Einführung in die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf der deutschen Plattform Iversity oder die Harvard-Vorlesung über künstliche Intelligenz auf der US-amerikanischen Web-Seite Coursera – die einzigen Voraussetzungen sind ein Internet-Anschluss und ein Laptop. Und selbst wenn die Online-Kurse nur verdeutlichen, was man nicht will – auch das ist schon ein wichtiger Schritt.

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