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Studium: Gerangel um die Studienplätze

von Jenny Niederstadt

In diesen Tagen drängen doppelte Abiturjahrgänge an die Universitäten. Hinzu kommt der Wegfall der Wehrpflicht. Bildungshungrigen droht auf Jahre ein verschärfter Kampf um Studienplätze. Wie Studenten dennoch an ihre Wunsch-Uni gelangen.

Hörsaal der Quelle: AP
Hörsaal der Humbolt-Universität Berlin Quelle: AP

Wenn sich Valerianne Walter in den Hörsaal der Technischen Universität München setzt, spürt sie überall die Aufregung: das Getuschel und Gekicher, die nervösen Fragen nach Raumnummern und das hektische Wühlen nach Stundenplänen. Walter ist umgeben von zappeligen Erstsemestern.

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Im Hörsaal herrscht Ausnahmezustand. Nie zuvor wurden die bayrischen Hochschulen von so vielen so jungen Studenten gestürmt. Eine ganz eigene Studentengeneration sei das, sagen selbst die Professoren. Ehrgeizig – und unerfahren zugleich. Einige werden morgens noch von ihren Eltern gebracht oder dürfen den Mietvertrag im Studentenwohnheim nicht selbst unterzeichnen. Sie sind noch nicht volljährig. Auch Valerianne Walter ist erst 17.

Seit drei Jahren bereiten sich die Universitäten des Freistaats minutiös auf das Jahr 2011 vor. Aktuell machen in Bayern 70.000 Schüler ihr Abitur – doppelt so viele wie noch 2010. Das liegt aber nicht etwa am sprunghaft gestiegenen Bildungsniveau der Bayern. Grund ist vielmehr der Umbruch im Schulwesen.

Das bislang neunstufige Gymnasialsystem, kurz G9 genannt, wird vom verkürzten achtstufigen Modell abgelöst. Kritisch wird es, wenn beide Jahrgänge einmalig zusammentreffen – so wie in diesem Jahr in Bayern und Niedersachsen: Dort erhalten die letzten G9- und die ersten G8-Schüler gleichzeitig ihre Abiturzeugnisse. Und verursachen so allerlei Chaos.

Allein in Bayern rechnet man mit deutlich mehr Studienanfängern und investiert rund eine Milliarde Euro in 38.000 zusätzliche Studienplätze. „Es ist randvoll, aber wir kommen hin“, zieht Christian Kredler von der TU München eine erste Bilanz. Vorläufig. Denn zum Wintersemester werden noch einmal deutlich mehr Studienanfänger erwartet.

Nicht nur Bayern hat sich auf eine Bewerberflut vorbereitet. Die Welle von Abiturienten rollt bundesweit auf die Hochschulen zu. Die Doppeljahrgänge kreuzen sich nach und nach in allen Bundesländern, im kommenden Jahr beispielsweise gleich in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen und Hessen (siehe Shortfacts auf der nächsten Seite).

Überfüllte Hörsäle

Die Turboabiturienten treffen dabei auf ein überlastetes Hochschulsystem – noch nie haben in Deutschland so viele junge Leute studiert. Doch das Lehrangebot wächst nicht mit den Studentenzahlen mit, im Gegenteil: Seit Jahren kämpfen viele Hochschulen mit drastisch gekürzten Mitteln. Und nun fallen in einigen Bundesländern auch noch die Studiengebühren weg. Deutschlands Unis geraten immer mehr in Bedrängnis – sie haben weniger Geld für mehr Studenten.

Erst vergangene Woche beschloss die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, die Hochschulen bis zum Jahr 2020 mit mehr als zehn Milliarden Euro zusätzlich auszustatten. Damit sollen dann 11.000 neue Studienplätze geschaffen, Mensen und Wohnheime ausgebaut werden.

19 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.07.2011, 23:53 UhrBernd Briele

    Lieber Siggi 40,

    sogar als "Westler" kommt mir das Kotzen, wenn ich ihre Zeilen lese - wohl ein gesunder Mix aus recht schlichten Vorurteilen und einer bodenständigen Aversion gegen Menschen in den neuen bundesländern! Oder haben Sie persönlich so schlechte Erfahrungen machen müssen - dann täten Sie mir leid.
    Na klar, wer von den jungen Leuten hier im Westen an einer der hoffnungslos überfüllten West-Unis mit vielleicht etwas schächerem Abi-Notendurchschnitt - Dank der vorausschauenden Weisheit unserer Kultusbürokratie - nicht landen kann, tut gut daran, sich an einer der Unis oder Fachhochschulen in den neuen bundesländern einzuschreiben... - statt jahrelang verzweifelt auf den Platz an einer ach so tollen "West-Renommier-Uni" zu warten. Und ich glaube auch, dass genau dieser Effekt dem bisherigen "brain-Drain" von Ost nach West entgegen wirken könnte! Wenn Sie ernsthaft glauben, dass in den neuen bundesländern nur hirnlose "Looser" und Neonazis herum geistern und ausschließlich "Einser-Abiturienten" unser Land nach vorne bringen können, so gilt ihnen mein tief empfundenes Mitleid.

  • 15.06.2011, 02:09 UhrRoger-life

    @bA&NA
    warum haben unsere beknackrn Vorfahren den 1. Weltkrieg
    angezellelt ? Weil unser dengenerierter und geistig verkommener Kaiser grö0enwahnsinnig war. Wegen eines österreichischen Prinzen,
    der in Sarajewo erschossen wurde, beginnen wir einen Weltkrieg !
    inzuchtsippen, völlig abartig und verkommen.

  • 15.06.2011, 00:54 UhrBA & NA vs. Staatsexamen

    Welche idioten haben uns diesen anglo-amerikanischen Schwachsinn aufs Auge gedrückt!
    Jeder Gebildete in D weiß, was wir an unserem G9 und unseren Staatsexamina hatten. Um der lieben EU willen opfern wir unsere Muttersprache, unsere deutsche identität, unsere Kultur und letztlich unseren aufrechten Gang!
    Nach den Gebietsabtretungen an unsere so lieben Nachbarn opfern wir nun auch noch unsere identität und unsere Kultur.
    Je grüner unser Land wird, desto mehr verlieren wir unsere Selbstachtung.
    Als Kenner der deutschen Geschichte kann ich nur sagen, es ist ein großes Unglück, dass wir den 1. Wk verloren haben.
    hert

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