Studium: Großes Wohnungsproblem für Erstsemester

Studium: Großes Wohnungsproblem für Erstsemester

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492.700 ist eine beachtliche Zahl an Erstsemester-Studenten, die dieses Jahr an Deutschlands Universitäten angefangen haben. Allerdings ist es nur die bisher zweithöchste Zahl, an den Rekordwert von 2011 reicht sie nicht heran. Das Bild zeigt Neustudenten während einer Begrüßungsveranstaltung im Oktober 2011 an der Uni Oldenburg.

von Marcel Berndt

Gleich zwei Abiturjahrgänge drängten 2012 gemeinsam an Deutschlands Unis. Trotzdem ist die Erstsemester-Menge niedriger als im Vorjahr. Obwohl die Anzahl gesunken ist, beklagt das Deutsche Studentenwerk 25.000 fehlende Studentenwohnungen.

Es sind deutlich weniger als erwartet: Das Statistische Bundesamt hat heute mitgeteilt, dass dieses Jahr 492.700 Menschen ihr Studium aufgenommen haben. Das sind fünf Prozent weniger Erstsemester-Studenten als im Vorjahr. Und das obwohl 2012 in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen zwei Abitur-Jahrgänge gleichzeitig ihren Abschluss gemacht haben: Einerseits jene, die klassisch 13 Schuljahre hinter sich gebracht haben und andererseits jene, die erstmals nach der Bildungsreform schon nach zwölf Jahren ihre allgemeine Hochschulreife erhalten.

Obwohl der Ansturm niedriger ist als erwartet, fehlen laut Deutschem Studentenwerk noch immer 25.000 Wohnungen für Deutschlands Studierende. Der Studentenwerks-Präsident Präsident Dieter Timmermann fordert deshalb ein Bund-Länder-Wohnheimbauprogramm. „Die Studenten brauchen ein bezahlbares Dach über dem Kopf genauso, wie sie einen Studienplatz brauchen“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Bund und Länder müssten nicht nur für ausreichend Studienplätze sorgen, sondern „gemeinsam und schnell auch die soziale Infrastruktur des Studiums stärken.“ Auch die Kapazitäten der Mensen müssten dringend erhöht und die Beratung der Studierenden verbessert werden.

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Denn auch wenn die Erstsemester-Zahl dieses Jahr gesunken ist, ist es immer noch die zweitgrößte Studienanfänger-Menge der deutschen Geschichte. Vergangenes Jahr erreichte sie mit 518.748 Neustudenten einen Rekordwert. Schon 2011 gab es doppelte Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen. Bis dahin ist die Anzahl der Studienanfänger seit 2006 kontinuierlich angestiegen. Ob es sich bei dem diesjährigen Rückgang, um einen neu beginnenden Abwärtstrend oder um einen Ausreißer handelt, wird sich zeigen.

Den Grund für den Rekordwert von 2011 sieht das Statistische Bundesamt in den damals rapiden Ansprung der männlichen Studienanfänger. Wegen der ausgesetzten Wehrpflicht sprang ihre Anzahl um satte 23 Prozent verglichen mit 2010 an. Da dieser Effekt der Bundeswehrreform nun verflogen ist, ging die Menge der Männer unter den Erstsemestern dieses Jahr um zehn Prozent zurück. Bei den Frauen stieg sie gerade mal um ein Prozent. Insgesamt macht das deshalb einen niedrigeren Wert als 2011.

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All diese Neu- und Alt-Studenten wollen mit Wohnraum versorgt werden. Laut Studentenwerk-Zahlen von 2010 gab es die meisten Studentenwohnungen in Stuttgart – und dort gibt es gerade mal Plätze für 15 Prozent aller Studenten. In Berlin und Hamburg sind es gerade mal sechs Prozent. Laut einer Umfrage der Personalberatung Univativ von 2009 leben zehn Prozent aller Studenten im Wohnheim – damit ist diese Wohnform die am wenigsten genutzte. Mit 28 Prozent sind die meisten in WG-Zimmern untergebracht, die zweithäufigste Wohnform ist mit 19 Prozent „Hotel Mama“.

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