Studium: Wie Universitäten ihre Studenten motivieren

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Studium: Wie Universitäten ihre Studenten motivieren

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Michaela Brohm motiviert Studenten beim Workshop an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

von Nora Jakob

Ohne Antrieb von außen studiert es sich heute anscheinend nicht mehr gern. Die Goethe-Universität in Frankfurt hat das erkannt und Motivationskurse eingerichtet.

Ein Hörsaal an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt platzte vor einigen Wochen aus allen Nähten. Das Thema: „Wirksam sein – motiviert studieren“. Motivationskurse haben Hochkonjunktur: Für den sechsstündigen Workshop in  Frankfurt haben sich über 500 Dozierende und Studierende gemeldet – auf die eigentlich nur 250 Plätze.

Aber ist das an Universitäten überhaupt notwendig; studieren da nicht Menschen, die mehr oder weniger freiwillig an einer Hochschule sind und verstanden haben sollten, weshalb sie lernen?

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"Motivationskurse für Studierende machen Sinn, weil sie vorher - in der Schule - kaum damit in Berührung gekommen sind und das wirklich erst gelernt werden muss,“ sagt Hugo M. Kehr. Er ist Motivationspsychologe an der Technischen Universität in München und gibt selbst ein Motivationsseminar. Seine Zielgruppe sind da allerdings Mitarbeiter von Unternehmen.

In einem kurzen Vortrag, sagt Kehr, könne man nur neugierig machen. "Aber schon in kurzen Einheiten kann Willensstärke vermittelt werden und Fähigkeiten, um mit Situationen besser zu Recht zu kommen - mit weniger negativen Emotionen."
Und: "Die Studierenden lernen schon bei kleinen Übungen schnell, objektiv zu beurteilen, was sie richtig gut können und das, was sie nur machen, weil es sein muss, es aber eigentlich unangenehm finden." Das nennt der Psychologe, das 3K-Modell. Mit drei Metaphern beschreibt er die Bedingungen für Motivation: Kopf, Bauch und Hand. "Der Kopf steht für Ratio, Vernunft, Entscheidung", sagt Kehr. In der Motivationspsychologie sind das explizite Motive. Darunter versteht man alle bewusst gefassten Ziele, die es zu erreichen gilt – und darauf kommt es schließlich an. Der Bauch hingegen steht für Dinge, die man gerne tut und die auch Anstrengung leichtfallen. Und die "Hand" sind für Kehr die Fähigkeiten des Menschen, eben sein Handwerkszeug.

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Michaela Brohm ist Professorin für Bildungswissenschaften an der Universität Trier und Referentin des Motivationsworkshops an der Universität Frankfurt. Sie war 10 Jahre Lehrerin in Rheinland-Pfalz – für Studierende, Lehrer, Schulleiter und Strafgefangene entwickelte sie Trainings. Ihr Schwerpunkt sind eigentlich Schüler – für ein Programm wurde sie ausgezeichnet. Nun hatte sie die Hochschulabteilung „Frankfurter Akademisches Schlüsselkompetenz Training“ angefragt. Das Ziel: Zeigen, wie sich die Leistungsmotivationsforschung auf das Studium auswirkt. Zu Beginn versucht sie Wissen und Theorien aus ihrer Arbeit zu vermitteln, und bindet mit kleinen Übungen immer wieder die Studierenden ein. Die Sinnhaftigkeit für ein Motivationsseminar an der Universität ist schnell erklärt: "Den Studierenden fehlen durch die Verschulung ihres Studiums zunehmend drei wichtige Punkte: Autonomie/Eigenständigkeit, soziale Eingebundenheit und das Kompetenzerleben," sagt Brohm. Für ihren Workshop hat sie im Nachhinein fast ausschließlich positive Rückmeldung bekommen: „Die Studierenden fanden es toll, als Person in der Universität im Mittelpunkt zu stehen und sich mit sich selbst zu beschäftigen." Die eigene Motivation sei für Studierende in den letzten Jahren wichtiger geworden. "Denn die Bedingungen unter denen sie studieren sind schlechter geworden, nicht die Studierenden selbst“, so die Bildungswissenschaftlerin. Bezahlt wurde der Motivationskurs übrigens nicht von den Teilnehmern, sondern von der Frankfurter Universität.

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