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Uni-Leben: Was Studentenvertretungen leisten

von ked und dapd

Der CDU-Nachwuchs hält die Studentenvertretungen an den Unis für zu teuer und fordert deren Abschaffungen. Von dem gesparten Geld sollen Dozenten bezahlt werden. Warum die Vertreter wichtig sind.

RWTH Aachen

Aachen liegt in allen technischen Disziplinen vorne. Das ist auch der Anspruch der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), die als eine der wenigen deutschen Elite-Unis gilt. Mit ihrem Zukunftskonzept „RWTH 2020“ hat sie sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts eine der weltweit besten „integrierten interdisziplinären technischen Hochschulen“ zu werden. Diese Anstrengungen fördert die Bundesregierung mit ihrer Exzellenz-Initiative.

Exzellenz bescheinigt die WirtschaftsWoche der RWTH auch in ihrem Uni-Ranking: Sie belegt den ersten Platz in Naturwissenshaften, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau. Bei Informatik steht Aachen auf dem zweiten Platz

Bild: dapd

Die Junge Union (JU) hat mit ihrem in Rostock verabschiedeten Grundsatzprogramm eine Diskussion um den Sinn und Unsinn von Studentenvertretungen angestoßen. Schon im August sind einige Eckpunkte des Programms bekannt geworden. Die CDU-Nachwuchsorganisation will ihre Politik stärker auf aktuelle Themen wie den demografische Wandel und den Umgang mit neuen Medien ausrichten. "Das Programm ist ein klares Bekenntnis zu bürgerlichen Traditionen und zur sozialen Marktwirtschaft", sagte der JU-Vorsitzende Philipp Mißfelder.

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Die Kernpunkte des Programms sind:

  • Internetzugang für alle, um eine digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern
  • Urheberrechtsreform
  • Überprüfung aller neuen Gesetze auf ihre Generationengerechtigkeit, um junge Menschen vor zu hohen Belastungen zu schützen
  • und eben die Abschaffung der Studentenvertretungen an den Universitäten

Der Hauptvorwurf der jungen CDU-Politiker gegen die sogar gesetzlich vorgeschriebenen Studentenvertretungen lautet, dass die Allgemeinen Studierendenausschüsse (AStA) zu teuer seien. Das Geld, mit dem die AStA ihre Arbeit finanzieren, sollte besser in Professoren und die technische Ausstattung der Hochschulen investiert werden, heißt es im neuen Programm. Die Studentenvertretungen haben nämlich einen Anspruch auf eine Finanzierung. Abhängig vom Bundesland bekommen sie pro Student zwischen fünf und 20 Euro. Das Geld kommt allerdings nicht vom Staat, sondern wird von dem Semesterbeiträgen der Studierenden abgezweigt. Diese Beiträge setzen sich aus Sozialbeiträgen für das Studentenwerk, die Studentenvertretung und Verwaltungskosten zusammen. Je nach Hochschule deckt der Beitrag auch das Semesterticket ab. Die Höhe des Semesterbeitrages variiert von Stadt zu Stadt und von Universität zu Universität. Mit Studiengebühren hat die Pauschale nichts zu tun.

AStA weg, Bildungsausgaben runter

Die JU fordert also konkret, dass die überall existierende Abgabe für das Campusleben lieber in den Betrieb der Unis fließen soll, der nur noch in Bayern, Hamburg und Niedersachsen von Studiengebühren unterstützt und ansonsten Sache der öffentlichen Hand ist. Derzeit muss der Staat 377 Hochschulen finanzieren, private Investoren übernehmen nur einen kleinen Teil. Der Vorstoß der JU, die ASten abzuschaffen, weil das Geld bei Unipersonal und Ausstattung besser angelegt sei, hat dementsprechend einen schalen Beigeschmack: Studienvertreter abschaffen, um die Bildungsausgaben zu senken.

"Die Studierenden sind zur Zahlung der Beiträge verpflichtet, obwohl ihre Interessen nicht angemessen vertreten werden", verteidigt Kristina Scherer, hochschulpolitische Sprecherin der JU, den Vorstoß. Und ihr Kollege Marcel Grathwohl vom JU-Bundesvorstand sagte im Deutschlandfunk, dass es sich bei dem Hochschulorgan um eine "reine Selbstbeschäftigung für Leute im 35. Semester, die sich ihre Freizeit vertreiben wollen" handele. Das wolle man nicht unterstützen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.10.2012, 14:50 UhrFUrzer

    Ja auch ich kenne das aus Erfahrung. Diese Astas und so sind Furzkanonen und bringen nichts. Entweder man schafft wirkungsvolle Studentenvertretungen oder man schafft sie ab. Gruß eines Frankfurter Studenten!

  • 10.10.2012, 18:11 UhrHuHa

    Als Student an der FH Nürnberg habe ich 1986-90 sowohl die AStA als auch den RCDS hassen gelernt, weil sich BEIDE in keinster Weise um die Belange der Studenten gekümmert haben, sondern nur ständig miteinander gezofft haben - immer nur um Insider-Themen, die den Studenten komplett am Arsch vorbeigingen.

    Weder AStA noch RCDS hatten sich einen feuchten Dreck darum gekümmert, daß an der Hochschule damals echter Notstand war, daß z.B. sich Maschinenbau 1 mit ca. 250 Studenten in Räume quetschen musste, die für 70 Studenten ausgelegt waren - alle Stühle in allen umliegenden Räumen waren regelmäßig weg, weil sie die Maschinenbauer in ihrer Verzweiflung in ihren Seminarraum geschleppt hatten.

    Bei einer Studentenvollversammlung zu diesem Thema hatte dann die AStA nichts wichtigeres zu tun, als vor dem eigentlichen Thema die Anwesenden zu einer Resolution zu nötigen, weil einem Asylbewerber vom Bezirk Mittelfranken politische Betätigung (in Deutschland!) während seines laufenden Asylverfahrens verboten wurden. Daraufhin stand dann der Berufsagitator des RCDS aus dem Publikum des prall gefüllten Audimax auf, und eine wilde Insiderdiskussion zwischen den linken AStA-Ökos vorne auf dem Podium und dem ultrarechten RCDS-Vertreter nahm ihren Lauf.

    Nach einiger Zeit fingen die, die wegen des eigentlichen Themas Studiennotstand gekommen waren, an zu gehen. Den Schwätzern vorne und dem RCDSler fiel das gar nicht auf.

    Wir, die wir wegen unserer echten realen Probleme gekommen waren, waren uns dann schnell einig, daß solche Studentenvertreter NIEMAND braucht.

    Hat sich das inzwischen geändert? Ich habe da meine Zweifel.

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