Uni-Leben: Was Studentenvertretungen leisten

ThemaStudium

Uni-Leben: Was Studentenvertretungen leisten

Der CDU-Nachwuchs hält die Studentenvertretungen an den Unis für zu teuer und fordert deren Abschaffungen. Von dem gesparten Geld sollen Dozenten bezahlt werden. Warum die Vertreter wichtig sind.

Die Junge Union (JU) hat mit ihrem in Rostock verabschiedeten Grundsatzprogramm eine Diskussion um den Sinn und Unsinn von Studentenvertretungen angestoßen. Schon im August sind einige Eckpunkte des Programms bekannt geworden. Die CDU-Nachwuchsorganisation will ihre Politik stärker auf aktuelle Themen wie den demografische Wandel und den Umgang mit neuen Medien ausrichten. "Das Programm ist ein klares Bekenntnis zu bürgerlichen Traditionen und zur sozialen Marktwirtschaft", sagte der JU-Vorsitzende Philipp Mißfelder.

Die Kernpunkte des Programms sind:

Anzeige
  • Internetzugang für alle, um eine digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern
  • Urheberrechtsreform
  • Überprüfung aller neuen Gesetze auf ihre Generationengerechtigkeit, um junge Menschen vor zu hohen Belastungen zu schützen
  • und eben die Abschaffung der Studentenvertretungen an den Universitäten

Der Hauptvorwurf der jungen CDU-Politiker gegen die sogar gesetzlich vorgeschriebenen Studentenvertretungen lautet, dass die Allgemeinen Studierendenausschüsse (AStA) zu teuer seien. Das Geld, mit dem die AStA ihre Arbeit finanzieren, sollte besser in Professoren und die technische Ausstattung der Hochschulen investiert werden, heißt es im neuen Programm. Die Studentenvertretungen haben nämlich einen Anspruch auf eine Finanzierung. Abhängig vom Bundesland bekommen sie pro Student zwischen fünf und 20 Euro. Das Geld kommt allerdings nicht vom Staat, sondern wird von dem Semesterbeiträgen der Studierenden abgezweigt. Diese Beiträge setzen sich aus Sozialbeiträgen für das Studentenwerk, die Studentenvertretung und Verwaltungskosten zusammen. Je nach Hochschule deckt der Beitrag auch das Semesterticket ab. Die Höhe des Semesterbeitrages variiert von Stadt zu Stadt und von Universität zu Universität. Mit Studiengebühren hat die Pauschale nichts zu tun.

AStA weg, Bildungsausgaben runter

Die JU fordert also konkret, dass die überall existierende Abgabe für das Campusleben lieber in den Betrieb der Unis fließen soll, der nur noch in Bayern, Hamburg und Niedersachsen von Studiengebühren unterstützt und ansonsten Sache der öffentlichen Hand ist. Derzeit muss der Staat 377 Hochschulen finanzieren, private Investoren übernehmen nur einen kleinen Teil. Der Vorstoß der JU, die ASten abzuschaffen, weil das Geld bei Unipersonal und Ausstattung besser angelegt sei, hat dementsprechend einen schalen Beigeschmack: Studienvertreter abschaffen, um die Bildungsausgaben zu senken.

"Die Studierenden sind zur Zahlung der Beiträge verpflichtet, obwohl ihre Interessen nicht angemessen vertreten werden", verteidigt Kristina Scherer, hochschulpolitische Sprecherin der JU, den Vorstoß. Und ihr Kollege Marcel Grathwohl vom JU-Bundesvorstand sagte im Deutschlandfunk, dass es sich bei dem Hochschulorgan um eine "reine Selbstbeschäftigung für Leute im 35. Semester, die sich ihre Freizeit vertreiben wollen" handele. Das wolle man nicht unterstützen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%