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exklusiv Uni-Ranking: Personalchefs lehnen Bachelor ab

von Daniel Rettig

Wer sich mit einem Bachelor-Abschluss auf Jobsuche begibt, hat gegenüber Mitbewerbern mit Master oder Diplom einen schweren Stand. Zu diesem Ergebnis kommt das exklusive Uni-Ranking der WirtschaftsWoche.

Studenten in einem Hörsaal in Aachen Quelle: dapd
Studenten der RWTH Aachen sind bei Personalchefs am beliebtesten Quelle: dapd

Mehr als 500 Personalchefs in Deutschland beantworteten dafür einen umfangreichen Fragebogen: Sie machten nicht nur Angaben zu den besten Universitäten und Fachhochschulen, sondern äußerten sich auch zu Bewerbern mit Bachelor- und Master-Abschlüssen.

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Vor allem über Bachelor-Absolventen fällt die Umfrage ein vernichtendes Urteil: 62 Prozent der Befragten kritisierten deren mangelnde praktische Erfahrung, 49 Prozent monierten bei ihnen fehlende Reife. Und gerade wenn es um den ersten Job geht, sind solche Makel ein enormes Hindernis auf dem weiteren Lebensweg: 91 Prozent der Personalchefs achten vor allem auf die Persönlichkeit der Bewerber, 87 Prozent sind praktische Erfahrungen der Kandidaten wichtig.

Auch im theoretischen Bereich besteht in den Bachelor-Studiengängen offenbar noch erheblicher Nachholbedarf: 36 Prozent diagnostizierten fehlendes Fachwissen der jungen Leute. „Viele haben noch nie einen Text von 50 Seiten geschrieben oder sich in irgendetwas hineinvertieft“, meinte einer der befragten Personaler. „Sie haben zu wenig Zeit, um echte praktische Erfahrung zu sammeln“, beklagte ein anderer. „Die Allgemeinbildung ist teilweise sehr begrenzt“, so ein dritter. Kein Wunder, dass die Jobs für potenzielle High Potentials, etwa als Berater oder Projektmanager, bevorzugt an Bewerber mit Master-Abschluss gehen.

Immerhin: Die aktuellen Jobaussichten sehen die Personalchefs durchweg positiv. Knapp 90 Prozent bewerten die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt optimistisch – im Jahr 2010 sagten das nur 39 Prozent. Die Chancen stehen also gut, dass sich ein guter Abschluss definitiv lohnt.

RWTH Aachen und Uni Mannheim sind beste Unis

Die RWTH Aachen und die Uni Mannheim sind die beliebtesten Hochschulen bei den deutschen Personalchefs. Dabei kann die RWTH Aachen ihren Spitzenplatz zum dritten Mal in Folge behaupten. Als einzige deutsche Hochschule nimmt sie gleich in vier Kategorien den ersten Platz ein: bei Elektrotechnik, Maschinenbau, Naturwissenschaften und im Wirtschaftsingenieurwesen. Im Fach Informatik kletterte die Uni im Vorjahresvergleich vom dritten auf den zweiten Platz. Lediglich das Karlsruher Institut für Technologie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Universität mit dem örtlichen Forschungszentrum, wird von deutschen Personalchefs noch mehr geschätzt.

Die Universität Mannheim liegt im Gesamtüberblick auf dem zweiten Platz. Seit Jahren steht die Uni in den Fächern BWL und VWL unangefochten auf dem ersten Platz und kann diesen auch im aktuellen WirtschaftsWoche-Ranking verteidigen. Zudem stößt Mannheim aktuell in zwei Fächern in die Top Ten vor, wo die Hochschule im Vorjahr noch nicht vertreten war: Im Bereich Informatik klettert Mannheim vom elften auf den achten Rang, in Jura ging es von Rang zwölf auf acht.

In Deutschland gibt es knapp 420 Hochschulen mit insgesamt etwa 10.000 Erststudiengängen im Angebot.

Das komplette Uni-Ranking mit den besten deutschen Universitäten und Fachhochschulen finden Sie in der kommenden Ausgabe der WirtschaftsWoche, die am Samstag (7. April) überall erhältlich ist.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.05.2012, 13:57 UhrCHIO

    Personalberater zählen nichts. Überhaupt nichts. Was zählt ist die Unterschrift unter einem guten Vertrag. Und unter einem schriftlichen Angebot würde ich mit denen erst gar nichts offenbaren. Es gibt auch keinen Ingenieurmangel. Es gibt nur zu kleine Gehälter. Unter 55000 mit privater Krankenversicherung geht heute auch bei FH-Absolventen gar nichts. Der Markt hat sich gedreht. Die Kurzarbeit ist vorbei!

    Ich bin Absolvent der Elektrotechnik der RWTH Aachen.
    Wir sind ja soooo beliebt. Achja, wir rechnen leider richtig. Also: Was zählt ist ein Abgeschlossener Auftrag und das Gehalt auf dem Konto. Die RWTH Aachen ist so beliebt, weil die Leidensfähigkeit so groß ist. Wir kippen nicht beim kleinsten fachlichen Problem um, sondern beißen uns durch.

    Aber lohnt sich ein Studium über die Lebensarbeitszeit gesehen? Ich meine nicht. In der Gastronomie oder im Hotelgewerbe wird auch viel bezahlt. Pilot werden ist auch nicht schlecht. Oder es wie Werner Wenning machen: In einem großen Konzern hochdienen.

  • 19.04.2012, 19:38 UhrDoFCBB

    Na das hat sich die Wirtschaft ja mal wieder fein zurecht gelegt: Erst die Schul- und Studienzeitverkürzung gefordert und jetzt sind die Absolventen zu jung und haben zu wenig Lebens- und Berufserfahrung. Man kann unterstellen, dass das Vorwände sind, um auch in Zeiten des Fachkräftemangels weiterhin vergleichsweise niedrige Akademiker-Gehälter zu bezahlen. Allerdings ist da sicher etwas Wahres dran: Ein Bachelor-Absolvent hat weniger Semester auf dem Buckel (hier in Bayern 7 statt 8 beim Diplom) und hatte vermutlich weniger Zeit um nebenbei zu jobben oder soziales Engagement zu zeigen. Interessant ist, dass diese Dinge häufig von den Arbeigebern nachgefragt werden, jedoch häufig zu kurz kommen weil der selbe Stoff jetzt in eine kürzere Studienzeit gepackt wird. Akademisch ist es ohnehin kritisch zu sehen, wenn sich Unis und FH´s bzw. Politiker nur nach den Wünschen der Wirtschaft richten. Die Unternehmen können beim Bachelor keine "fertigen" Fach- oder Führungskräfte erwarten, sondern sollten in deren weitere Ausbildung investieren (z. B. berufsbegl. Master). Es ist ohnehin ein Fehler gewesen, Diplom oder jetzt Masterabsolventen ohne relevante Branchenkenntnisse einfach als Gruppen- oder Abteilungsleiter einzustellen und dann Wunder zu erwaten. Häufig führt das doch dazu, dass die untergebenen Mitarbeiter sich von diesen "Wasserköpfen" nichts sagen lassen wollen. Ich selbst bin Bachelorstudent und hab zuvor 6 Jahre im Finanzbereich gearbeitet. Darin würde ich mir direkt nach dem Abschluss eine Führungsaufgabe zutraun - jedoch nicht in einer anderen Branche, auch nicht mit Master.

  • 10.04.2012, 14:38 UhrHawi

    Der Artikel ist schlecht recherchiert, bzw. stimmt die logische Kette nicht:
    1. In nicht allzu ferner Zukunft ist gemäß Brüssel nur noch Bachelor und Master als grundständiges Studium anzubieten. Damit entfällt der Vergleich, da nur eine Sorte angeboten wird.
    2. Der Bachelor ist ordentlich mit Zustimmung der Wirtschaft im Stundenvolumen von 8 auf 6 Semester) eingekürzt (also 25%) worden. Da eine Verdichtung der Inhalte immer zu einer qualitativ schlechteren Ausbildung führt, bleibt als Alternative nur noch das Streichen von ganzen Fachgebieten. Wie hätte es die Wirtschaft den gerne? Beides ist von den Hochschulen nicht gewollt.

    Der Master hat nun 10 Semester und ist im Studenvolumen gerade mal 2 Semester länger. Hier müssen aber erst die Versäumnisse der ersten 6 Semester ausgeglichen werden.
    Ich behaupte (kann es logischerweise nicht beweisen), dass ein Master gerade mal die Ausbildung des alten Diploms bekommt.

    3. Ein zweistufiges System kann nur dann greifen, wenn alle Inhalte von der Diplomausbildung getrennt, neu sortiert und zeitlich und inhaltlich aufeinander neu abgestimmt werden.
    Dies ist ein langer Weg, der vielleicht gerade zur Hälfte zurück gelegt wurde. Erfahrungen erfordern Zeit.

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