Universitäten: Hochschulrankings geraten in die Kritik

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Universitäten: Hochschulrankings geraten in die Kritik

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Studierende und ihre Angehörigen während der Immaktrikulationsfeier der Universität Hamburg im Auditorium Maximum.

von Jan Willmroth

Leipzig ist schon draußen, die Uni Hamburg will sich an keiner Uni-Rangliste mehr beteiligen, andere könnten folgen. Hochschulvertreter streiten über das Für und Wider von Rankings. Wie viel Wettbewerb in der Wissenschaft ist sinnvoll?

Wenn sich Gegner und Verantwortliche von Uni-Rankings an einen Tisch setzten, wäre Holger Burckhardt der perfekte Moderator. Der Rektor der Uni Siegen wundert sich über die Heftigkeit der aktuellen Debatte und mahnt zur Sachlichkeit: Pauschalkritik laufe ins Leere, die Debatte müsse geführt werden, aber bitte sachlich und konstruktiv.

Davon könne momentan bei vielen Kritikern keine Rede sein, die sämtlichen Rankings, die Hochschulen anhand von Kennzahlen wie Studenten pro Professor oder Zahl der Veröffentlichungen in Lehre und Forschung vergleichen, methodische Mängel und ungerechtfertigte Urteile vorwerfen.

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Über die Ranglisten wird immer mal wieder gestritten – seit Wochen hat die Diskussion jedoch eine neue Qualität. Jüngstes Beispiel ist das jährliche Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), die prominenteste Liste in Deutschland, bei der die Autoren 18 Kennziffern anhand eines Ampelsystems bewerten. Sie stand schon oft im Zentrum der Kritik. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) wandte sich in einem empörten Aufruf deutlich gegen das CHE und empfiehlt allen soziologischen Instituten an deutschen Unis, nicht mehr teilzunehmen. Inzwischen haben 12 Institute abgesagt – und weitere werden folgen. In die gleiche Kerbe schlug die Gesellschaft Deutscher Chemiker, und äußerte nahezu die gleiche Kritik: Methodische Mängel und empirische Lücken.

Auch ganze Universitäten wenden sich vom CHE-Ranking ab: Vor wenigen Tagen erklärte der Präsident der Uni Hamburg, Dieter Lenzen, die Flut von Anfragen für Rankings beeinträchtige Forschung und Verwaltung, künftig werde sich seine Uni an keinem einzigen Ranking mehr beteiligen. Per Präsidiumsbeschluss darf nun kein Angestellter der Universität mehr Daten liefern. Die Uni Köln ist schon vor über einem Jahr ausgestiegen, unter anderem weil sie mit dem Ampelsystem nicht einverstanden ist und von ihrem Image als Massenuni weg wollte. Die Uni Leipzig erklärte Ende August, sie mache „vorerst“ nicht mehr mit – und hat seitdem auf keinen einzigen Brief des CHE reagiert. In Marburg forderten Studentenvertreter, die Rankings abzuschaffen.

Ist das der richtige Weg? Holger Burckhardt sagt, solch pauschale Ablehnungen führten in die falsche Richtung. Das verdeutlichte er kürzlich in einem Artikel in der Hochschulzeitschrift „duz“. Der Philosophieprofessor ist einer der wenigen Hochschulmanager, die sich öffentlich so deutlich zu Wort gemeldet haben – und viele scheinen sich hinter Burckhardt zu verstecken.

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