Vegan Food Manager: Studieren Sie doch Veganismus

GlosseVegan Food Manager: Studieren Sie doch Veganismus

Die Orchideenfächer bekommen Zuwachs. Die private "Fachhochschule des Mittelstands" bietet jetzt auch den Studiengang "Vegan Food Management" in Bamberg, Bielefeld und Köln an. Da greift man sich doch an den Kopfsalat.

An vielen Gymnasien geht es jetzt in die heiße Abiturphase - nicht nur was den Krieg zwischen den Schulen angeht, der in diesem Jahr in Köln eskaliert ist. Die Prüfungen stehen an, denn ab Oktober beginnt das Wintersemester. Dann werden aus den Oberstufenschülern angehende Ingenieure, Pädagogen, Ärzte, Anwälte - oder Veganer. Die Gruppe der sogenannten Orchideenfächer hat nämlich Zuwachs bekommen.

Wer Geisteswissenschaften, Politik, Gunst oder Geschichte schon für verschenkte Studienzeit hält und den jungen Sozialpädagogen und Medienwissenschaftlern schon bei der Einschreibung zum Taxischein rät, hat vermutlich noch nie etwas von so schönen Studiengängen wie Kriminalistik (berufsbegleitend zum Master-Ermittler an der Steinbeis-Hochschule Berlin), Restaurantionswissenschaften (wie repariere ich ein altes Buch, Bachelor-Abschluss in Potsdam, Master in Potsdam, Bamberg, München oder Hildesheim) oder Onomastik (Zum Master der Namensforschung wird man zum Beispiel in Leipzig) gehört.

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Neu im Sortiment ist jetzt der Bachelor-Studiengang "Vegan Food Management", den die private Fachhochschule des Mittelstands jetzt in Bamberg, Bielefeld und Köln anbietet.

Der Studiengang ist zwar noch nicht akkreditiert - der Abschluss also auch nicht staatlich anerkannt. Aber im Oktober geht es los, Interessierte können sich jetzt schon einschreiben. Wer das tatsächlich möchte, findet die notwendigen Informationen jedenfalls hier. Allen anderen sei gesagt: Der Ganze Spaß kostet im Vollzeit-Studium in Bielefeld und Köln 625 Euro pro Monat. Hinzu kommen eine einmalige Anmeldegebühr von 150 Euro sowie eine Prüfungsgebühr von 500 Euro für die Abschlussprüfung. Wer berufsbegleitend in Bielefeld studiert, zahlt während der vier Jahre nur 475 Euro pro Monat, an den Anmelde- und Prüfungsgebühren ändert sich nichts. Vegane Ernährung ist eben nicht ganz billig.

Wer isst was? - Veganismus

  • Bio-Veganer

    Sie kaufen nur dort ein, wo parallel keine Tiere gehalten werden, der Bauernhof muss ohne Tierhaltung auskommen.

  • Frugane Ernährung

    Sie essen Früchte von solchen Pflanzen, deren Verzicht nicht die Zerstörung der Pflanze bedeutet.

  • Vegane Rohkost

    Um die Vitamine der Nahrung zu erhalten, werden die Lebensmittel nicht oder kaum mit Hitze behandelt.

  • Freeganismus

    Beim sogenannten "Containern" werden Lebensmittel aus Containern verzehrt, um damit die Lebensmittelverschwendung zu verringern, es wird jedoch nicht immer streng auf die vegane Lebensweise geachtet.

  • Strenge Veganer

    Nicht nur die Ernährung ist vegan, tabu sind zudem Leder, Wolle, Daunen und bestimmte Kosmetika. Ebenso verboten: Zoobesuche oder Haustierhaltung. Auch Zirkusveranstaltungen, bei denen Tiere auftreten, werden gemieden. Eine Welt ohne Jagd und Tierversuche stellt das Ideal dar.

Der Studiengang richtet sich laut Fachhochschule an alle, die sich für alternative Ernährungsformen interessieren und/oder im Tierschutz engagiert sind und denen "die Qualität und die Herkunft von Lebensmitteln am Herzen" liegen. Bis hierhin trifft das Profil auch noch auf jeden Studierenden der Ökotrophologie oder Agrar- und Forstwirtschaft zu.

Wer jedoch Lust hat, die Nische in der Nische zu studieren und "mit einem Job in der Lebensmittelbranche Verantwortung für unsere Gesellschaft" zu übernehmen, für den "ist unser Studiengang B.A. Vegan Food Management die richtige Wahl für die Zukunft", heißt es auf Seiten der Hochschule.

In diesen Ländern leben die meisten Vegetarier und Veganer

  • Platz 10

    Norwegen: 4 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

    Datenquelle: Statista

  • Platz 9

    Niederlande: 4,5 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 8

    Australien: 5 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 7

    Schweiz: 5 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 6

    Italien: 6,7 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 5

    Brasilien: 8 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 4

    Israel: 8,5 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 3

    Deutschland: 9 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 2

    Taiwan: 10 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

  • Platz 1

    Indien: 40 Prozent der Bevölkerung sind Vegetarier oder Veganer

Das Problem ist, dass es nicht so viele Veganer - Schätzungen gehen von 850.000 aus - und entsprechend auch nicht so viele veganen Unternehmen gibt. Aber vielleicht tut sich da in den nächsten drei Jahren noch etwas, bis die Bachelor-Veganer auf den Arbeitsmarkt drängen.

Unter dem Gesichtspunkt Jobchancen sollten sie sich jedoch eher an Großstädte halten, denn der Durchschnittsveganer ist eine Frau um die 30, die in der Großstadt lebt. Wer beispielsweise in der Vulkaneifel wohnen möchte, sollte vielleicht besser Steakwissenschaften studieren.

Veganer Betriebswirt

Für all jene, die sich nicht vorstellen können, wie man als geprüfter Veganer sein Geld verdient, hat die FHM natürlich schon ein Jobprofil parat: "Als Spezialist für Vegan Food arbeiten Sie beispielsweise daran, das optimale vegane Sortiment für die Kunden einer Supermarktkette zusammenzustellen oder entwickeln als Marketingverantwortliche/r gemeinsam mit dem Vertrieb eine Vermarktungsstrategie für ein neues veganes Produkt."

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Das Studium soll jedoch nicht nur in den Bereichen Ernährung und Gesundheit qualifizieren, sondern auch in den Gebieten Recht sowie Öffentlichkeitsarbeit und PR. "Eine Mitarbeit in einem Verband oder einer anderen Institution mit veganem Bezug zur gezielten Information und Beratung von Verbrauchern ist daher ebenfalls vorstellbar." So könne man beispielsweise eine nachhaltige Produkt- oder Unternehmensstrategie etablieren.

Denn, das muss man dem Studiengang zugute halten, Kenntnisse in Wirtschaftsenglisch, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Unternehmensführung, Marketing & Vertrieb sowie Wirtschaftsrecht sind im Gesamtpaket mit drin. Man studiert also eigentlich Betriebswirtschaft mi Schwerpunkt Veganismus.

Darauf einen Brokkoli.

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