Wissenschaftskarriere: Frauen haben es in der Wissenschaft schwerer

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Wissenschaftskarriere: Frauen haben es in der Wissenschaft schwerer

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Kornelia Freitag, Professorin für Amerikanistik, hält in einem Hörsaal der Ruhr-Universität in Bochum eine Vorlesung.

von Lin Freitag

Frauen bekommen in der Wissenschaft schwerer einen Job als Männer. Doch nicht nur die Männer pflegen Vorurteile – auch Frauen stellen seltener gleichgeschlechtliche Bewerber ein.

Nicht nur Männer, sondern auch Frauen haben Vorurteile bei der Einstellung von Frauen in wissenschaftlichen Berufen. Da zeigt eine Studie der University of Chicago Booth School of Business.

Für die Untersuchung führte die Uni zusammen mit Kollegen von der Columbia Business School und der Kellogg School of Management ein Laborexperiment durch. Sie wollten herausfinden, nach welchen Kriterien Arbeitgeber bei der Besetzung einer Stelle in Arithmetik auswählen. Das Ergebnis: Ist das Geschlecht die einzige vorliegende Information, werden doppelt so häufig Männer wie Frauen eingestellt. 

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Doch das ist nicht alles. In einem zweiten Versuch, durften die Bewerber gegenüber ihren potenziellen Chefs ihre Fähigkeiten anpreisen. Trotzdem blieb das Ergebnis gleich. Laut den Verfassern der Studie liegt das vor allem daran, wie unterschiedlich Männer und Frauen ihre Fähigkeiten einschätzen. Während die männlichen Bewerber in ihrer Selbsteinschätzung eher übertrieben und prahlten, neigten die Frauen dazu, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Wurden die Kandidaten jedoch nach ihren tatsächlichen Fähigkeiten ausgewählt, schnitten die Frauen besser ab als zuvor. Die Bewerber absolvierten einen Arithmetik-Test. Nachdem die Ergebnisse des Testes ausgewählt wurden, verringerten sich die Vorurteile gegenüber Frauen. Überraschenderweise verschwanden sie aber nicht ganz.

Das ist eine schlechte Nachricht für weibliche Wissenschaftler. Mittlerweile liegt der Anteil der weiblichen Studenten in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)  bei 37,2 Prozent.

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Das Ergebnis der Studie lässt die Wissenschaftler zu dem Schluss kommen, dass Arbeitgeber immer noch lieber schlechtqualifizierte Männer als hochqualifizierte Frauen einstellen. Für das Leben außerhalb des Versuchslabors bedeutet das, dass egal wie kompetent die Frauen sind, weniger Chancen auf eine Karriere in der Wissenschaft haben als Männer. 

 

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