Zulassungsstreit: Genügend Masterstudienplätze dank Auslese

Zulassungsstreit: Genügend Masterstudienplätze dank Auslese

Es gibt in Deutschland genügend Masterstudienplätze. Sagen die Kultusminister. Das mag daran liegen, dass die Unis härter aussieben, als geplant. In Köln braucht es künftig sogar einen Eignungstest.

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Universität Rostock: Es wird immer enger

Der Streit um die Zulassung zum Masterstudium geht weiter. Jetzt hat der Hochschulausschuss der Kultusministerkonferenz gesagt, es gebe genug Plätze. Die Klagen über Engpässe und verschärfte Zulassungshürden seien übertrieben. Das Angebot für Bachelor-Studenten, die ihren Master noch obendrauf satteln möchten, sei ausreichend – wenn auch nicht überall, nicht an jeder Universität und nicht in jedem Fach.

Bei rund einem Drittel der Fächer gibt es für das Masterstudium einen Numerus Clausus (NC). Als Faustformel gilt jedoch, wer sein Bachelor-Studium schlechter als mit Note 2,5 abschließt, kann sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Auch ohne NC ziehen die Universitäten sehr gute Absolventen dem Mittelfeld vor.

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Die Vergangenheit brachte Klagen, die Zukunft ist ungewiss

Laut Bericht der Kultusminister gab es zum Wintersemester 2010/2011 32.135 Masterplätze, für die ein bestimmter NC erreicht werden musste. Trotz Nachrückverfahren seien 6.258 nicht besetzt gewesen. Der Grund dafür sei nicht der NC, sondern der geringe Andrang. Sagen die Kultusminister. Auf der anderen Seite braucht sich natürlich niemand mit einem Schnitt schlechter als 1,6 bewerben, wenn die Obergrenze 1,6 lautet.

Wie es mit den Masterplätzen und dem Andrang darauf in den nächsten Jahren aussieht, können die Länder noch nicht voraussagen. Trotz der unbesetzten Plätze gab und gibt es immer wieder Klagen von Bachelor-Absolventen, die keinen Masterplatz bekommen. Erst im Herbst letzten Jahres hatte es deshalb wieder Prozesse gegeben.

Hürden der Universitäten

Trotz der Behauptung der Kultusminister, dass es keine speziellen Hürden für den Masterstudienplatz gebe – der Blick in die Universitäten zeigt etwas anderes. Beispielweise soll es an Thüringer Unis bei besonders begehrten Masterstudiengängen demnächst einen strengen NC geben. Damit die Hörsäle weniger überfüllt sind, sollen nur noch die allerbesten zum Master zugelassen werden. Diesen Vorschlag machte zumindest Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) Mitte März im Landtag. Betroffen wären beispielsweise Betriebswirtschaftslehre, Kommunikationsmanagement und Psychologie an der Uni Jena. Gerade in Fächern wie Psychologie ist ein Bachelorabschluss nicht ausreichend, die Studenten müssen also zwingend den Master machen, um später einen Job zu bekommen.

Wer in seinem Fach keinen Masterplatz bekommt, muss also warten oder wahlweise Bundesland oder Fach wechseln.

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