Fear Of Missing Out: Woher diese Angst kommt und wie wir sie besiegen können

GastbeitragFear Of Missing Out: Woher diese Angst kommt und wie wir sie besiegen können

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Fear of Missing Out: Woher diese Angst kommt und wie wir sie besiegen können

Die Angst, etwas zu verpassen ist ur-menschlich und völlig normal. Die Kompetenz, damit umzugehen, ist dabei so wichtig wie noch nie. Wenn wir uns diese nicht aneignen, droht die Fremdbestimmung und wir brennen aus.

Es heißt, Fomo sei die erste „Social Media Krankheit“. Doch ein Glück es gibt schon eine Gegenbewegung: Jomo (Joy Of Missing Out) also die Freude, etwas zu verpassen, sie zu erlernen führt uns (zurück) in die Selbstbestimmung. Entdeckt wurde das Phänomen Fomo wie so Vieles im Silicon Valley, und das schon vor einigen Jahren. 2013 schaffte es der Begriff in den Oxford Dictionary.

Die Definition lautet: "Die Angst, dass derzeit ein spannendes oder interessantes Ereignis an anderer Stelle stattfinden kann, oft geweckt von Beiträgen in den Social Medien“.

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Die Gefahr von Fomo lauert überall. Natürlich im Job, im Hinblick auf den Markt die Mitbewerber, Kunden und Kollegen, aber auch in den Familien, im Freundeskreis, in den Schulen und leider sogar schon in den Kindergärten.

Zur Autorin

  • Nicola Rohner

    Nicola Rohner bietet seit über 10 Jahren unter dem Namen high balance ® ganzheitliche Trainings und Coachings für Unternehmen, Organisationen und Individuen an. Dabei zeichnet ihre Arbeit die ganzheitliche Herangehensweise aus. Sie ist spezialisiert auf Themen wie Mindful Leadership, Achtsamkeit, Life Balance und Emotionale Intelligenz. Dabei nutzt sie mitunter Methoden wie Meditation, Atemtraining und Yoga und setzt diese selbstbewusst auch und gerade im Business Kontext ein – dort, wo sie am meisten gebraucht werden.

Wie verhält sich jemand, der „Fomo“ hat?

Always on, kaum eine Minute ohne Smartphone, auch in Gesprächen, in Terminen, in jeder Form von Wartesituationen, während des Gehens... Unser Gehirn springt deshalb so stark auf FOMO an, da das Naturell unseres Geistes genau diese Eigenschaften aufzeigt. Ein ungeschulter Geist ist permanent aktiv, springt hin und her und langweilt sich schnell. Er führt uns an der Nase herum. Schon vor tausenden von Jahren haben die Yogis und die Mönche nach Antworten gesucht und Werkzeuge entwickelt, um den stressverursachenden Gedankenmustern entgegenwirken. Interessant, denn damals gab es keine News, keine Technik, keine Medien. Dennoch hatten die Menschen bereits Stress.

Der ewig geschwätzige Geist ist nicht nur ein Phänomen der Neuzeit, jedoch stößt er in seiner Multitasking Veranlagung genau auf den Nerv der heutigen Zeit. Damit verstärkt sich diese Veranlagung entsprechend.

Zudem werden mit Fomo vier von unseren acht Grundmotiven vermeintlich bedroht.

1. Das Anschlussmotiv und die dahinterstehende Angst, aus der Herde ausgeschlossen zu werden. (Verlustangst)

2. Das Motiv der Anerkennung, welche wir oft zu befrieden versuchen, indem wir Erwartungen erfüllen, also mitreden, schnell reagieren, Einladungen, Optionen und Angebote wahrnehmen. (Angst vor Ablehnung)

3. Das Sicherheitsmotiv: Das uns alle innewohnende Bedürfnis nach Sicherheit wird vermeintlich befriedet, indem wir möglichst viele Eisen im Feuer haben. (Angst vor Schaden)

4. Das Motiv der Kontrolle: Wenn ich überall ein bisschen beteiligt bin, meinen wir den Überblick und damit die Kontrolle zu haben. (Angst vor Kontrollverlust)

Hinter Fomo stehen also Ängste. Anstatt sie zu ignorieren und uns mit der Informationsflut abzulenken, oder gar zu betäuben, wäre es sinnvoller, sich diesen zu stellen, um sie dann aufzulösen.

Die viele Freiheit die das Smartphone mit sich bringt, birgt leider auch die Gefahr von Überladung, Informationsflut, erhöhter Geschwindigkeit. So wird aus dem Segen sich entscheiden zu dürfen der Fluch, sich entscheiden zu müssen.
Das Internet ist immer da, immer wach, immer verfügbar, immer aktiv. Jede Minute werden 16 Millionen Textnachrichten verschickt, über 450.000 Tweets abgesetzt und mehr als 46.000 Posts bei Instagram hochgeladen. Es ist niemals Schluss, niemals Feierabend. News werden kontinuierlich produziert. Etwas verrückt ist das schon, denn im Grunde entwickeln wir Apps, Computer, Software und Roboter um unser Leben zu vereinfachen.

Darum ist die Kompetenz, das Karussell in unserem Kopf anzuhalten, so wichtig wie vermutlich noch nie in der Menschheitsgeschichte. Wir brauchen Wege und Werkzeuge, um wieder in Kontakt mit unserem Bauchgefühl, unserer Intuition, unseren Bedürfnissen zu kommen. Nur so erfahren wir Sinn in unserem Handeln und können ein selbstbestimmtes Leben führen.

Der Beriff Selbstbestimmung bringt mich zu der Gegenbewegung: Jomo

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