Hunde im Büro: "Hunde nehmen die Spannung raus"

Hunde im Büro: "Hunde nehmen die Spannung raus"

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Kate Kitchenham: „Ausgeglichene Hunde nehmen die Spannung raus”

Studien haben gezeigt, dass Hunde in Büros das Arbeiten produktiver und die Kollegen ausgeglichener machen. Im Interview erklärt eine Hunde-Expertin, welche Tiere im Büro für Kreativität sorgen und welche nicht.

Viele Menschen sind Hundenarren, doch einige unter ihnen entscheiden sich trotzdem gegen eine Anschaffung. Sie befürchten, dass ihr stressiger Alltag durch einen vierbeinigen Freund noch komplizierter wird. Dabei kann ein Hund einen idealen Ausgleich zur hektischen Arbeitsroutine darstellen. Fernsehmoderatorin und Hundeexpertin Kate Kitchenham verrät im Gespräch, wann ein Hund die ideale Bürobegleitung ist und was es im Alltag zu beachten gibt.

WiWo Coach: Frau Kitchenham, können Hunde ein guter Ausgleich zum beruflichen Stress sein oder sollte man bei hoher Arbeitsbelastung lieber auf einen Hund verzichten?

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Kate Kitchenham: Ein Hund bietet einen optimalen Ausgleich zu einem stressigen Arbeitsleben, weil er uns runterholt und von der ständigen Erwartungshaltung, mit der man im Job konfrontiert wird, ablenkt. Hunde genießen den Moment und können auch uns das gut beibringen.

Zur Person

  • Kate Kitchenham

    Kate Kitchenham hat in Hamburg Kulturanthropologie und Zoologie studiert. Sie veröffentlichte zahlreiche Fachartikel und Bücher über Hunde und deren Verhalten. Seit 2014 moderiert sie die Sendung Der Haustier-Check im ZDF.

Wie sehr wir aber aus unserem Hund Entspannung schöpfen, hängt maßgeblich davon ab, wie glücklich dieser ist. Dafür braucht er eine gute Beziehung zu seinem Menschen und eine klare Anleitung fürs Leben an unserer Seite. Erst ein ausgelasteter Hund, der weiß, wie er sich benehmen soll, kann uns entspannen. Ein Hund, der an der Leine zieht, Probleme und Ärger macht, weil er keine Regeln kennt und zu viel Energie hat, der entspannt unser Leben nicht, sondern stresst es zusätzlich.

Gibt es Rassen, die besser zu gestressten Typen mit hektischem Alltag passen?

Es kommt darauf an, was für ein Freizeittyp man selbst ist. Wenn ich gerne aktiv bin und was ganz anderes machen möchte, als im Büro, dann kann ein fordernder Hund genau das Richtige sein, zum Beispiel ein Retriever. Ein solcher möchte natürlich beschäftigt werden, zum Beispiel mit Apportiertraining oder einer Fährtensuche. Wenn ich also gerne draußen bin, und was mit meinem Hund lerne, ist das eine toller aktiver Begleiter, gerade für einen Menschen, der viel im Büro stillsitzen muss.

Wenn ich aber jemand bin, der Lust auf Gesellschaft hat und nur mal ein wenig spazieren gehen möchte, passt vielleicht ein Mops. Ich warne allerdings immer davor, Hunderassen in einen Topf zu werfen. Ein Mops passt sich gut an und kann häufig deshalb so wenig, doch wenn man ihn entsprechend fördert, kann er unheimlich viel lernen. Ein Hund, der viel lernt ist ein ausgeglichener Begleiter. Egal welche Rasse, ich sollte mich immer darum bemühen, dem Hund auch gerecht zu werden und ihn geistig auszulasten.

Es gibt Studien, die belegen, dass Hunde in Büros das Arbeiten produktiver und die Kollegen ausgeglichener machen. Sind Sie für oder gegen Hunde im Büro?

Theoretisch bin ich total dafür. Hunde bringen Menschen in Kontakt, weil sie unvoreingenommen sind. Wenn zum Beispiel eine schwierige Gesprächssituation entsteht, können Hunde sowas aufbrechen. Sie lenken dann ab, weil sie als Tiere einfach spontan sind. Sie sorgen für Belustigung und nehmen die Spannung raus. Außerdem ist ein Hund grundsätzlich für eine bessere, entkrampftere und weniger gestresste Stimmung gut.

Allerdings gehe ich hier von einem fröhlichen, unvoreingenommenen und ausgeglichenen Hund aus. Sowas funktionierte nicht mit jedem Hund. Es gibt bei Hunden, wie bei uns Menschen, große Persönlichkeitsunterschiede. Deswegen würde ich niemals pauschal sagen: Ja, bringt alle eure Hunde mit zur Arbeit. Das ist etwas, wo man sich genau überlegen muss, ob es zum Hund passt und ob er gut genug erzogen ist, um keine Belästigung darzustellen. Eine wichtige Frage ist auch: Bin ich in der Lage, auf meinen Hund Acht zu geben, ohne meine Arbeit zu vernachlässigen?

Knigge für das Großraumbüro

  • A wie Abstand

    Im Großraumbüro sitzen die Menschen selten freiwillig zusammen oder weil sie sich besonders sympathisch sind – sondern, weil sie es müssen. Deshalb ist es wichtig, den Abstand zur Intimsphäre der Kollegen zu wahren. Der beträgt rund 80 Zentimeter. Absolut tabu: Sich auf den Schreibtisch des Kollegen zu setzen.

  • B wie Bürohund

    Ob Windhund oder Mops: Rein rechtlich liegt es in der Hand des Arbeitgebers, ob ein Hund im Büro erlaubt ist oder nicht. Studien belegen, dass die Anwesenheit von Hunden das kollegiale Klima befördert und das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördert. Einerseits. Doch Hunde haben nicht nur weiches Fell und lassen sich ohne Unterlass streicheln – sie bellen schon mal und riechen auch nicht immer angenehm. Wen das stört oder wer gar unter Hundehaarallergie leidet, sollte den Kollegen darauf aufmerksam machen. Und zur Not auch den Chef mit ins Boot holen.

  • C wie Choleriker

    In fast jedem sozialen Gefüge gibt es besondere Charaktere, die einen besonderen Umgang erfordern – zum Beispiel Choleriker. Das Tückische: Der Ausbruch kommt oft völlig unerwartet. Ist es dann so weit, sollte man nicht noch Feuer ins Öl gießen. „Spielen Sie den Anlass nicht herunter, aber geben Sie auch nicht zu stark Kontra“, rät Knigge-Experte Horst Hanisch. Etwa indem man dem unreifen Schreihals zumindest in einigen Punkten recht gibt.

  • D wie Duzen

    Einmal akzeptiert, gibt es keinen Weg zurück: Wer sich aufs Duzen einlässt, kann es nur sehr schwer rückgängig machen. Deshalb sollte man sich genau überlegen, wie nah man Kollegen verbal kommt. Wer deutlich macht, lieber erst mal beim Sie bleiben zu wollen, begeht keinen Fauxpas. Eine vorläufige Absage impliziert nämlich auch, dass sich das künftig noch ändern kann.

  • E wie Essen

    Ob Döner mit Knoblauchsoße, Schnitzel mit Pommes oder eine Stulle mit Leberwurst: Nahrungsmittel haben am Arbeitsplatz grundsätzlich nichts zu suchen. Und das nicht nur aus hygienischen Gründen: Das Mittagessen am Schreibtisch einzunehmen ist schlicht ungesund.

  • F wie Faxen machen

    Wegen eines lockeren Spruchs sollte das Bürogefüge nicht gleich ins Wanken geraten. Aber nicht jeder Kollege kann mit flapsigen Bemerkungen umgehen. Also lieber eine Pointe zu wenig als eine zu viel.

  • G wie Geräuschkulisse

    Egal, ob der Kollege nebenan viel und laut telefoniert oder die Kollegin hinten links einen penetranten Klingelton eingestellt hat: Der Geräuschpegel ist Dauerstreitpunkt im Großraumbüro. Kleiner Trick, große Wirkung: Bitten Sie die Kollegen Bescheid zu sagen, wenn ein langes Telefonat ansteht – und kündigen an, das Büro während dieser Zeit zu verlassen. Dann sollte er merken, dass es Sie stört.

  • H wie Hygiene

    Jeder Mitarbeiter sollte seinen Arbeitsplatz sauber halten – abgekaute Apfelreste oder eine Sammlung leerer Pfandflaschen sind im Büro tabu.

  • I wie Ich-Botschaften

    Sprechen Sie Kritik immer als Ich-Botschaft aus: „Ich bin gegen Kälte sehr empfindlich – vielleicht könntest du das Fenster wieder schließen?“ So fühlt sich der Kollege nicht persönlich angegriffen.

  • J wie Jahresurlaub

    Dieses Thema führt häufig zu Konflikten – Väter und Mütter schulpflichtiger Kinder wollen meist gleichzeitig frei nehmen, kinderlose Kollegen müssen die Stellung halten. Da empfiehlt sich frühzeitige Planung – am besten hängen Sie einen großen Plan sichtbar im Büro auf, dann sind alle auf dem gleichen Stand.

  • K wie Karneval

    Karneval, Oktoberfest oder Halloween: Ob zu solchen Anlässen gefeiert werden soll, lässt sich in größeren Büros selten einstimmig lösen. Wenn jemand verkleidet im Büro erscheint, ist das meist in Ordnung. Wer aber auf laute Karnevals- oder Blasmusik und das Fässchen Bier nicht verzichten mag, eckt schon mal an. Am besten vorher erkundigen, wie die Kollegen das in der Vergangenheit gehandhabt haben.

  • L wie Langfinger

    Auch wenn es nur eine Büroklammer ist: Sich etwas ungefragt vom Tisch des Kollegen zu leihen ist tabu. Auch schlecht: Sich munter am Kaffee zu bedienen, ohne sich finanziell zu beteiligen.

  • M wie Minirock

    Ob kurzes Röckchen, knielange Shorts oder schulterfreies Oberteil: Wer sich vom Anblick nackter Haut gestört fühlt, sollte das ansprechen. Weisen Sie den Kollegen einfach höflich auf den Büro-Dresscode hin.

  • N wie Nachsicht

    Ein Großraumbüro ist nichts anderes als eine große, sozial sensible Zone – da muss jeder Mitarbeiter auch mal schlucken, was ihn nervt. „Stört aber etwas so penetrant, dass die eigene Arbeit davon beeinträchtigt wird, muss es natürlich angesprochen werden“, sagt Knigge-Experte Horst Hanisch.

  • O wie Oberlehrer

    Kollegen, die immer alles besser wissen, gibt es in jeder Bürogemeinschaft. Wenn es Ihnen zu viel wird, müssen Sie den Kollegen ansprechen. Weisen Sie höflich darauf hin, dass Sie seinen Rat sehr zu schätzen wissen, aber ihre Arbeit machen müssen.

  • P wie Petzen

    Sie haben den Kollegen schon gefühlte 20 Mal auf seine nervigen Privattelefonate angesprochen und trotzdem beschallt er das Büro täglich mit seinen Problemen? Suchen Sie den Kollegen erneut auf und machen Sie deutlich, dass Sie sich ja nicht beim Chef beschweren wollen, aber langsam wisse man einfach nicht weiter. Passiert wieder nichts, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten.

  • Q wie Quatschen

    Ein kurzes Gespräch mit dem Kollegen ist auch im Großraumbüro erlaubt – sollte es allerdings länger als ein paar Minuten dauern, ist es höflicher sich in die Küche oder einen Besprechungsraum zurückzuziehen.

  • R wie Raumspray

    Vom Rosenblüten-Raumspray bis zum Pausenbrot mit altem Gouda: Gerüche können so nerven wie die Lautstärke – jeder Kollege ist an anderer Stelle sensibel. Grundsätzlich sollten Sie auf Extreme verzichten – was den einen erfrischt, könnte der Büronachbar als unangenehm empfinden.

  • S wie Sexismus

    Jegliche Art von Bildern oder Sprüche mit sexistischen, politischen oder religiösen Motiven haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen.

  • T wie Temperatur

    Frischluftfanatiker versus Heizkörperhocker – dieser Konflikt ist vermutlich genauso alt wie das Großraumbüro selbst. Da gibt’s nur eines: Miteinander reden und einen Kompromiss schließen.

  • U wie Ultimatum

    Geben Sie ihren Kollegen immer erst die Chance, ihr Verhalten zu ändern. Direkt mit dem Gang zum Chef zu drohen schießt über das Ziel hinaus und wirkt auf Dauer unglaubwürdig.

  • V wie Virus

    Ob Einzelkemenate oder Massenbüro: Kranke Mitarbeiter sollten grundsätzlich zu Hause bleiben. Aber gerade im Großraumbüro kann ein mit Viren verseuchter Kollege verheerenden Schaden anrichten.

  • W wie Warten

    „Sprechen Sie Konflikte nicht im Eifer des Gefechtes an, sondern atmen Sie erst einmal tief durch und lassen Sie etwas Zeit vergehen“, sagt Knigge-Experte Hanisch. Suchen Sie das Gespräch an einem neutralen Ort, wie etwa der Kaffeeküche und nicht vor den anderen Kollegen.

  • X wie Xenophob

    Xenophobie – also die feindliche Einstellung gegenüber Fremden – hat im Großraum wirklich keinen Platz. Diese Kollegen sollten sich schleunigst ein Einzelbüro suchen.

  • Y wie YouTube-Videos

    Wenn der Kollege vor seinem Bildschirm regelmäßig einen Lachanfall bekommt oder das Video gar ohne Kopfhörer anschaut, sollten Sie das Gespräch suchen – am Arbeitsplatz hat das nichts verloren.

  • Z wie Zierrat

    Der Schreibtisch sollte in erster Linie Arbeitsplatz sein und kein Ausstellungsort für Souvenirs, Porzellanpuppen oder andere Sammelleidenschaften. Grundsätzlich ist es positiv, wenn sich Menschen an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, aber auch hier gilt: Die eigene Freiheit endet dort, wo die des Kollegen beginnt.

Wie bereitet man den eigenen Hund auf das Büroleben vor?

Erstmal sollte man das richtig gut mit dem eigenen Chef oder der Chefin durchsprechen. Dann empfiehlt sich eine Probephase. Also, am besten den Hund langsam an das Büro gewöhnen, sodass es nicht gleich von Null auf Hundert acht Stunden am Tag sind. Dann umgeht man auch, dass der Hund sich gleich überfordert fühlt.

Wie geht man als Kollegin oder Kollege mit einem fremden Hund richtig um?

Am besten so, wie mit jedem Hund. Man sollte sich nicht aufdrängen, sondern dem Hund lieber ein Angebot machen. Wenn der Hund reinkommt, sollte man sich nicht über ihn beugen, denn das nehmen sie häufig als bedrohliche Geste wahr. Besser ist es, sich seitlich zum Hund zu stellen, sich hinzuhocken und die Hände unten zu lassen, sodass der Hund an einem schnuppern kann. Wenn man merkt, der Hund bietet das an, dann kann man ihn an den Körperseiten von vorne nach hinten streicheln. Wenn man einem Hund sehr vertraut ist, dann kann man ihm auch auf den Kopf streicheln. Es ist ein bisschen wie bei uns Menschen, wir nehmen uns bei der ersten Begegnung schließlich auch nicht gleich innig in den Arm. Vertrauen wächst mit der Zeit. Das gilt nicht nur für den Kollegen, sondern auch für dessen Hund.

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