Premium Friday : Freitags früher Feierabend machen

Premium Friday : Freitags früher Feierabend machen

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Initiative zu Work-Life-Balance: Japaner starten früh ins Wochenende.

Sie haben es geschafft, das Wochenende steht vor der Tür. Während in einigen Jobs schon um 13 Uhr Feierabend ist, müssen andere noch bis zum Abend durchhalten. In Japan soll damit jetzt Schluss sein.

Die Japaner sind bekannt dafür, übermäßig viel und lange zu arbeiten. Auch freitags, wenn das Wochenende vor der Tür steht. Die Initiative Premium Friday, die Ende Februar gestartet ist, will damit Schluss machen. Ihr Ziel:

Einfach mal am Freitag um 15.00 Uhr Feierabend machen, und das in einem für sein hohes Arbeitspensum berüchtigten Land.

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Dutzende Arbeitnehmer haben in Japan von einer neuen Initiative für eine bessere Work-Life-Balance profitiert. Im Stadtkern von Tokio starteten rund 100 Büroangestellte am Freitag schon am Nachmittag ins Wochenende, indem sie sich in einem Café zu einem Glas Sekt trafen.

Nichts wie raus: So machen Sie früher Feierabend

  • Achten Sie auf Ihre Arbeitszeit

    Sie müssen Grenzen setzen. Stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr eigener Arbeitsschutzbeauftragter. Ihre Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass Sie mindestens zweimal, besser dreimal pro Woche pünktlich Feierabend machen. Ein Freitag wäre ein guter Tag, um damit anzufangen.

  • Guter Grund: Fleiß

    Wer seine Aufgaben gut und schnell erledigt, wird bei Vorgesetzen auch Verständnis finden, wenn er sich mal früher aus dem Staub macht.

  • Guter Grund: Kinder

    Kein Chef wird sich Ihnen in den Weg stellen, wenn Sie sich um Ihre kranken Kinder kümmern müssen (oder wollen). Auch der Auftritt des Sohnes im Kindertheater oder der Tochter im Schul-Ballett sind ein gutes Argument für den frühen Feierabend.

  • Früh kommen, früh gehen

    Wer als erster im Büro ist, kann auch als erster gehen. Wann genau man kam, wissen die später gekommenen Kollegen ja nicht.

  • Delegieren

    Organisieren Sie Ihre Arbeit effektiv. Das bedeutet vor allem: Was der Praktikant tun kann, sollten nicht Sie tun. Dann klappt's auch mal mit einem frühen Feierabend.

  • Zeit sparen

    Wenn jemand „Kannst du mal eben …?“ sagt, will er meistens Ihre Zeit. Natürlich sollen Sie nicht jede Bitte ablehnen. Aber auch nicht einfach immer Ja sagen und anderer Leute Arbeit übernehmen.

  • Termine am Nachmittag

    Machen Sie mehr Außentermine klar. Und legen Sie sie möglichst auf den Nachmittag, damit es sich danach nicht mehr lohnt, ins Büro zu kommen.

  • Weite Heimreise

    Wer am Freitag tatsächlich oder vorgeblich in seine weit entfernte Heimat fährt, den hält kein Chef länger als unbedingt nötig zurück. Bringen Sie einen Koffer mit ins Büro!

  • Heimlich abhauen

    Wer im Großraumbüro sitzt, kann es nicht unbemerkt verlassen. Neben vielen andere Vorteilen erlaubt ein Einzelbüro auch, ohne großes Aufsehen nach Hause oder sonst wohin zu gehen. Also organisieren Sie sich eines, wenn Sie es können. Aber lassen Sie sich nicht erwischen, wie Sie vorzeitig verschwinden.

Im Rahmen der Initiative „Premium Friday“ wurden Unternehmen und Regierungsbehörden gebeten, ihren Angestellten bereits um 15.00 Uhr frei zu geben. Das Ganze soll nun zu einer regelmäßigen Praxis am letzten Freitag des Monats werden.

Mit Freunden treffen, statt bis abends zu arbeiten

„Dieses Programm ermutigt uns, mit Freunden etwas Essen oder Trinken zu gehen oder Sport zu machen oder Zeit mit unseren Familien zu verbringen“, sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike in dem Café. „Ich denke, es wird wundervoll sein, wenn diese Initiative die Art und Weise reformiert, wie die Leute arbeiten.“

Arbeiten trotz Mittagstief

  • Tipp 1

    Wenn es ihnen nicht möglich ist, mittags eine echte kleine Ruhephase einzulegen, nutzen Sie die folgenden Tipps:

    1. Frische Luft, viel Flüssigkeit und häufigeres Aufstehen zwischendurch sorgen dafür, dass Gehirn und alle Körperzellen gut mit Sauerstoff versorgt werden.

  • Tipp 2

    Legen Sie Routinearbeiten in das Mittagstief, weil sie nicht so viel Aufmerksamkeit erfordern.

  • Tipp 3

    Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen in dieser Zeit, sondern erbitten Sie sich zwei Stunden Bedenkzeit. Dann sind Sie wieder fit genug, um alle Aspekte zu berücksichtigen.

Für diejenigen, die frühzeitig aus ihrem Büro gehen durften, war das deshalb eine willkommene Abwechslung. „Es wäre gut, wenn das zu einem gesellschaftlichen Wandel führen würde, selbst wenn er nur allmählich ist“, sagte die 46 Jahre alte Büroangestellte Aki Kono.
Auch andere freut der „Premium Friday“: Bars, Restaurants, Geschäfte und Reisebüros hoffen darauf, dass durch die Maßnahme die Ausgaben der Verbraucher steigen.

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