Triathlon: Wieso Sport Unternehmern beim Abschalten hilft

GastbeitragTriathlon als Kurzurlaub: Wieso Sport Unternehmern beim Abschalten hilft

Max Waldmann ist erfolgreicher Gründer und trainierte sechs Monate auf den Mallorca Olympic Distance Triathlon im Mai hin. Wie man als Geschäftsführer Zeit für das Training findet und daraus neue Kraft schöpft.

Die Idee des Triathlons fand ich schon als kleiner Junge beeindruckend: Männer und Frauen, die sich wagemutig in die Fluten stürzen, sich beim Fahrradfahren nichts schenken und beim Laufen alles geben – und das in drei Etappen teilweise schneller, als andere Wettkampfsportler in nur einer einzigen Disziplin, wirkte auf mich immer heldenhaft.

Zunächst einmal muss man sich vor Augen führen, dass es sich bei dem beschriebenen Triathlon um die olympische Distanz handelt: Insgesamt heißt das 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen.

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„Das geht doch“ hört man an dieser Stelle oft und damit haben sie Recht - mit dem richtigen Training und viel Disziplin sind solche Strecken theoretisch von jedem zu schaffen, doch die Crux liegt eben genau in der Kombination: jede Etappe für sich alleine ist vorstellbar, doch sich am Wettkampftag zusammen mit über 1000 Adrenalin-geladenen Männern durch die Wellen zu kämpfen, mit knapp 40 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit durch das hügelige und windige mallorquinische Hinterland zu radeln und danach noch die gesamte restliche Energie ins Laufen zu stecken, lassen nicht nur die Waden brennen.

Zur Person

  • Max Waldmann

    Max Waldmann, 26, gründete seine jüngste Firma, conichi, im Jahr 2014. Außerdem trainierte 6 Monate auf den Mallorca Olympic Distance Triathlon im Mai dieses Jahres hin. Wie man als Geschäftsführer, auf dem die Hauptverantwortung in allen Bereichen der Firma liegt, die Zeit für ein intensives, kraftaufwendiges Training findet und wie man daraus sogar neue Energie schöpfen kann, berichtet er im Gastbeitrag.

„Schneller, höher, weiter“ – ein zehrendes Credo?

Als Unternehmer steht man ständig unter Druck. Insbesondere in der sich schnell entwickelnden Tech-Szene und Zeiten, in denen Investoren viele Erwartungen an das Wachstum des jungen Unternehmens stellen. So lautet das Motto für sich selbst und das eigene Unternehmen: schneller, höher, weiter – und das jeden Tag.

Einen längeren Urlaub zu machen, ohne innerlich unter Druck zu stehen und immer wieder die Mails zu checken, konnte ich persönlich in den vergangenen drei Jahren seit der Gründung meines jüngsten Unternehmens nicht. Doch zwischendurch auch einmal ganz abzuschalten muss einfach sein, sonst leidet vor allem die Kreativität. Diverse Studien belegen, dass Sport den Kopf freimacht und sogar das Gedächtnis stärkt.

Was bei der Arbeit stresst

  • Verantwortung

    Was sorgt im Büro für Stress? Der Personaldienstleister Robert Half hat im höheren Management nach den wichtigsten Gründen gefragt. Dabei gaben 18 Prozent der Befragten zu viel Verantwortung oder ständiges an die-Arbeit-denken auch in der Freizeit als Grund für Stress bei der Arbeit an. Nur in Tschechien können die Beschäftigten außerhalb des Arbeitsplatzes schwerer abschalten - dort gaben 28 Prozent an, dauernd an die Arbeit denken zu müssen. Auf der anderen Seite der Skala ist Luxemburg: nur fünf Prozent haben dort dieses Problem.

  • Nur wenige Menschen arbeiten stressfrei

    Keinen Stress haben dagegen nur sieben Prozent der deutschen Befragten. Genauso niedrig ist der Anteil derer, die ihren aktuellen Job nicht mögen.

  • Druck von oben

    Unangemessener Druck vom Chef nannten 27 Prozent der Befragten hierzulande als Stressgrund. In Brasilien sind es dagegen 44 Prozent.

  • Chefqualitäten

    Wenn der Chef sich eher um sein Handicap kümmert, statt ordentlich zu führen: 28 Prozent der Befragten sind mit der Managementfähigkeit des Chefs unglücklich. Das Unvermögen des führenden Managers, das zu Stress führt, scheint in Luxemburg relativ unbekannt zu sein - nur 11 Prozent der Befragten sind dort mit den Befragten unglücklich, in Dubai sind es gar neun Prozent.

  • Büroklatsch

    Dass unangenehme Kollegen oder fieser Büroklatsch zu Stress führen kann, ist allgemein bekannt. Dementsprechend führen auch 31 Prozent der Befragten das als Stressgrund an - der Anteil derer, die das ähnlich sehen, liegen in allen anderen Ländern fast gleich hoch - außer in Brasilien: 60 Prozent der Befragten geben unangenehme Kollegen und fiesen Büroklatsch als Stressgrund an.

  • Unterbesetzung

    Ein weitere Stressgrund: personelle Unterbesetzung. 41 Prozent der Befragten sehen das als wichtigen Grund für Stress bei der Arbeit an - ein Wert, der fast in allen Ländern ähnlich ist.

  • Arbeitsbelastung

    Doch am problematischsten, laut der Studie: die hohe Arbeitsbelastung. 51 Prozent der Befragten gaben dies als Stressgrund an. Deutschland liegt damit im Schnitt, auch in den anderen elf Ländern ist ein ähnlich hoher Anteil der gleichen Meinung.

Meine persönliche Theorie, analog zum sehr effektiven HIIT (high intensity interval training), ist die starke Wirksamkeit von HIIR (high intensity interval relaxation): das Phänomen des Kurzurlaubs. Es klingt vielleicht zunächst verlockend, in einem langen Sommerurlaub zwei Wochen komplett auszusteigen.

Man kennt das Phänomen, dass einem das verlängerte Wochenende aber oftmals länger vorkam als es wirklich war – zurück am Montag ist der Kopf frei und voller neuer, kreativer Energie. Mit „Kurzurlaub“ meine ich aber auch den täglichen Sport, den ich als Teil der Vorbereitung auf den Triathlon als eine fest eingeplante Auszeit für mich selbst in den Alltag eingebaut habe, um daraus neue Kraft und Ideen zu schöpfen.

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