Weltfrauentag: Die Work-Life-Balance muss sich ändern

Weltfrauentag: Die Work-Life-Balance muss sich ändern

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Überstunden gehören zum Manager-Alltag.

Am Weltfrauentag liegt der Fokus auf denen, die nicht auf dem Chefsessel sitzen. Dass Frauen auf Top-Karrieren verzichten, liege am Arbeitsalltag, heißt es. Managerin Christine Theodorovics sieht das anders.

Der Weltfrauentag am 8. März ruft regelmäßig die Statistiker auf den Plan. Und die zeigt: Unternehmen auf der ganzen Welt meinen es nicht gut mit den Frauen.

Zwei kleine Beispiele: Der Anteil an Frauen an der erwerbstätigen Bevölkerung weltweit beträgt 51 Prozent. Aber nur 21 Prozent der Manager auf der obersten Führungsebene sind weiblich, wie eine Untersuchung des auf Personalmanagement spezialisierten Informations-Service-Unternehmens CEB zeigt. Und eine Studie der University of Warwick, der Cass Business School der City, University of London und der University of Wisconsin in Oshkosh zeigt, dass Frauen zwar genauso oft mehr Geld haben wollen, wie ihre Kollegen, aber seltener eine Gehaltserhöhung bekommen als Männer.

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Natürlich können das die Arbeitgeber in jedem Einzelfall begründen: Die Frauen fehlen häufiger als die Männer, weil die Kinder krank sind. Sie arbeiten lieber acht als 13 Stunden – wegen der Kinder. Sie lehnen lange Auslandsaufenthalte häufiger ab als Männer – Mama muss bei den Kindern bleiben. Und wenn Lea und Max nachmittags eine Schulaufführung haben, geht die Managerin um 14 Uhr nach Hause.
In einer Arbeitswelt, die nur langsam von der Präsenzkultur abrückt, heißt das aus Unternehmenssicht: Frauen sind im direkten Vergleich weniger leistungsbereit. Und wer weniger arbeitet, verdient eben weniger und wird seltener befördert.

Christine Theodorovics ist Vorstand für Bankenkooperationen in der Zurich Gruppe Deutschland. Foto: Zurich Quelle: Presse

Christine Theodorovics ist Vorstand für Bankenkooperationen in der Zurich Gruppe Deutschland.

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„Die meisten von uns Managern sind in ihrem Job stark fremdgesteuert und müssen oft lange Arbeitstage in hoher Konzentration meistern. Dies ist fast wie Leistungssport“, bestätigt Christine Theodorovics. Sie ist Vorstand für Bankenkooperationen in der Zurich Gruppe Deutschland. Vorher war die gebürtige Österreicherin CEO für das Life-Geschäft der Zurich Versicherung in der Schweiz sowie CEO des Life-Geschäfts und Vorstand der Zurich Versicherung in Österreich. Sie sagt: Damit mehr Frauen in Führungspositionen aufsteigen und dort bleiben, muss sich die Work-Life-Balance ändern.
Das sehen auch die Deutschen im Allgemeinen so, wie eine Umfrage der Jobsuchmaschine Jobrapido zeigt. 33 Prozent sehen den geringen Anteil an Managerinnen darin begründet, dass sich Familie und Karriere nicht ausreichend vereinbaren lassen. Ein Viertel der Befragten gab außerdem an, dass Frauen in Unternehmen zu selten unterstützt und gefördert werden, während weitere 23 Prozent in vielen Unternehmen ein aus Tradition herrschendes „Patriarchat“ sehen, das weibliche Führungskräfte verhindert.

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Nur wenige suchen den Hauptgrund bei den Frauen selbst: Zwölf Prozent zufolge können sie sich im Berufsleben schlechter durchsetzen und selbstvermarkten als Männer. Um diesen zwölf Prozent - und dem Firmenpatriarchen – den Wind aus den Segeln zu nehmen, rät Theodorovics jungen Frauen vor allem dies: „Seid flexibel, habt Mut, nehmt Herausforderungen an. Und bringt immer die beste Leistung, die gefordert ist und die ihr geben könnt.“ Die 48-Jährige sagt aber auch, dass ein Leben als Top-Manager ohne Ausgleich im Privaten nicht auf Dauer funktionieren könne. „Man muss diszipliniert mit den Ressourcen umgehen. Umso wichtiger ist es in der Arbeit zu fokussieren, sich dann aber Auszeiten zu nehmen und Energiequellen zu finden, um zu regenerieren.“ Sie selbst tanke ihre Batterien beim Bergsteigen auf. Ob es nun Bergwandern, joggen, malen, Klavier spielen oder sonst etwas ist, spielt keine Rolle. Hauptsache, es gibt einen Ausgleich. „Nur dann kann man auch im Job wieder richtig gut sein, die oft notwendige Extrameile gehen und noch wichtiger, Spaß an der Aufgabe haben“, sagt sie.

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