Wochenstart-Blues im Büro: Warum wir montags so unproduktiv sind

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Wochenstart-Blues im Büro: Warum wir montags so unproduktiv sind

von Nora Jakob

Für viele Deutsche beginnt die Arbeitswoche schon am Sonntagabend: Nie schlafen wir so schlecht wie in der Nacht auf Montag. Das macht uns unproduktiv und entscheidungsfaul. Was Sie gegen das Montagstief tun können.

Keine Seltenheit: Ab Montagmorgen sitzen Millionen Menschen im Büro, stehen in Zügen, Fabriken oder hinter dem Tresen beim Bäcker – und klagen darüber, wie schlecht sie doch in der Nacht von Sonntag auf Montag geschlafen haben.

Ein Hauptgrund dafür ist sehr einfach: Allein der Gedanke an die Termine, die in der neuen Woche anstehen, kurbelt unser Gehirn an und kann dazu führen, dass wir passiv schon arbeiten. An Schlaf ist nicht zu denken – und so wird schon am Sonntagabend der Grundstein dafür gelegt, dass die neue Woche unausgeruht beginnt.

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Auch die Wissenschaft hat sich diesem Phänomen in ausführlichen Studien gewidmet und den Beweis gefunden, warum wir in dieser Nacht besonders schlecht schlafen. Forscher sprechen dabei auch vom Wochenend-Jetlag.

Wie viele Stunden verschiedene Personengruppen im Durchschnitt schlafen

  • gesamter Durchschnitt

    Insgesamt schläft der Mensch unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,88 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Männer

    Männer schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,00 Stunden und am Wochenende 7,93 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Frauen

    Frauen schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,83 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Verheiratete

    Verheiratete schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,75 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Singles

    Singeles schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,06 Stunden und am Wochenende 8,49 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Geschiedene

    Geschiedene schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,85 Stunden und am Wochenende 7,69 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Getrennt

    Getrennt lebende schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,76 Stunden und am Wochenende 7,61 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Verwitwete

    Verwitwete schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,02 Stunden und am Wochenende 7,27 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Beschäftigte

    Beschäftigte schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,88 Stunden und am Wochenende 8,08 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Selbstständige

    Selbstständige schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,94 Stunden und am Wochenende 7,83 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Rentner

    Personen in Rente schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,20 Stunden und am Wochenende 7,37 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Erwerbslose

    Erwerbslose schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,04 Stunden und am Wochenende 7,65 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Beamte

    Beamte schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,80 Stunden und am Wochenende 8,03 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Auszubildende

    Auszubildende schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,07 Stunden und am Wochenende 8,96 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Sehr gute Gesundheit

    Personen mit einer sehr guten Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,20 Stunden und am Wochenende 8,38 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Gute Gesundheit

    Personen mit guter Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,09 Stunden und am Wochenende 8,11 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Befriedigende Gesundheit

    Personen mit befriedigender Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,99 Stunden und am Wochenende 7,78 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Schlechte Gesundheit

    Personen mit schlechter Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,75 Stunden und am Wochenende 7,33 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Hohes Bildungsniveau

    Personen mit einem hohen Bildungsniveau schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,88 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Mittleres Bildungsniveau

    Personen mit einem mittleren Bildungsniveau schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,00 Stunden und am Wochenende 7,85 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Niedriges Bildungsniveau

    Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,00 Stunden und am Wochenende 7,78 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Kinderlose

    Kinderlose schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,05 Stunden und am Wochenende 7,84 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Personen mit einem Kind

    Personen mit einem Kind schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,92 Stunden und am Wochenende 8,06 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Person mit zwei Kindern

    Personen mit zwei Kindern schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,87 Stunden und am Wochenende 7,93 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Personen mit drei und mehr Kindern

    Personen mit drei und mehr Kindern schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,85 Stunden und am Wochenende 7,87 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • 15- bis 20-Jährige

    Personen im Alter von 15 bis 20 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,26 Stunden und am Wochenende 9,20 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • 21- bis 30-Jährige

    Personen im Alter von 21 bis 30 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,10 Stunden und am Wochenende 8,56 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • 31- bis 40-Jährige

    Personen im Alter von 31 bis 40 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,92 Stunden und am Wochenende 8,01 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • 41- bis 50-Jährige

    Personen im Alter von 41 bis 50 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,83 Stunden und am Wochenende 7,93 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • 51- bis 60-Jährige

    Personen im Alter von 51 bis 60 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,84 Stunden und am Wochenende 7,72 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

  • Über 60-Jährige

    Personen über 60 Jahre schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,10 Stunden und am Wochenende 7,61 Stunden.

    Quelle: DIW, SOEP

„Für viele Menschen beginnt die Arbeitswoche nicht am Montagmorgen, sondern bereits am Sonntagabend im Bett“, sagt Hans-Günter Weeß. Er ist Leiter eines Schlafzentrums bei Landau und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. „Wenn wir aber nur körperlich im Bett anwesend sind und gedanklich und emotional im Alltag, bei der Arbeit sind, dann führt das zu Anspannung. Und Anspannung wiederum vertreibt den Schlaf.“

Vor allem sensible Menschen sind von diesem Phänomen betroffen, denn sie grübeln vor allem abends im Bett, ob sie alles richtig gemacht haben – und wo sie sich noch verbessern können. Gleiches gilt für ehrgeizige Menschen, und solche, die gar nicht oder nur schwer abschalten können.

„Am Wochenende ist unser Tag anders strukturiert als in der Woche. Meist geht dies einher mit einem späteren zu Bett gehen und morgendlichen Aufstehen“, sagt Schlafforscher Jürgen Zulley. Bis 2010 war er Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg. Dadurch verschiebt sich der biologische Rhythmus. Einschlafstörungen am Sonntagabend sind die Folge: „Dies kann als Wochenend-Jetlag bezeichnet werden“, sagt er.

Warum wir Schlaf unterschätzen „Wir sind eine chronisch unausgeschlafene Gesellschaft”

Schlaf ist wichtig – und fördert das Wohlbefinden. Aber er hat ein Imageproblem und wird viel zu oft mit Faulheit in Verbindung gebracht. Warum wir aufhören sollten, zu wenig zu schlafen.

Gesunder Schlaf: „Wir sind eine chronisch unausgeschlafene Gesellschaft” Quelle: dpa

Denn unsere Schlafqualität leidet dann, wenn wir unseren Wecker gar nicht oder nur geringfügig verstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-Studie der Universität Berkley. Wer am Wochenende richtig lange schläft, so die Psychologen, wird in der Woche danach unter Schlafmangel und einer Grundmüdigkeit leiden. Besser geht es Menschen, die ohnehin früh aufstehen – und die deshalb möglichst nah an ihrem eigentlichen Wochenrhythmus bleiben.

Die Lösung: Wir müssten von Montag bis Sonntag immer ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett gehen beziehungsweise aufstehen. „Regelmäßigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für erholsamen Schlaf,“ gibt Zulley zu Bedenken. Und das bezieht sich längst nicht nur auf die Zeiten für das Zubettgehen und das Aufstehen, sondern auch auf den Zeitpunkt für die Hauptmahlzeiten.

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