So verhindern Chefs den Burnout ihrer Mitarbeiter

Ausgebrannt im Job: Vier Fragen und Antworten zum Thema Burnout

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Diagnose Burnout: Wenn alles zu viel wird. (Foto: fotolia)

von Lilian Fiala

Erfolg und Stress können zusammengehören. Wer für eine Sache brennt, sollte aber aufpassen, nicht auszubrennen. Wo die Grenze der Belastbarkeit liegen und welche Rolle Vorgesetzte bei der Burnout-Prävention spielen.

Zunächst die gute Nachricht: 70 Prozent der Deutschen haben Spaß im Job und gehen gern zur Arbeit. Gleichzeitig nennen 64 Prozent der Deutschen "zu viel Arbeit" als ihren Stressfaktor Nummer eins. Das belegt der aktuelle Stressbericht der Techniker Krankenkasse. Jeder Dritte fühlt sich sogar ausgebrannt.

Wie oft kommt Burnout in Deutschland vor?

Laut dem Münchener Institut für lösungsorientiertes Denken (MILD) sind nach Schätzungen von Experten 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland derzeit sogar von einem Burnout betroffen. Tendenz steigend, wie ein Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt. Demnach ist die Zahl derer, die wegen psychischer Probleme in Frührente gingen, in den letzten 17 Jahren dramatisch gestiegen. Im Jahr 2000 mussten 50.000 Menschen wegen psychischer Probleme in Frührente, heute sind es mehr als 75.000.

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Selbsttest: Wie erschöpft sind Sie?

  • Anleitung

    Summieren Sie die Anzahl der zutreffenden Aussagen

  • 1.

    Ich komme an Arbeitstagen schwer aus dem Bett.

  • 2.

    Abends bin ich meistens völlig erledigt.

  • 3.

    Trotzdem grübele ich im Bett noch über die Arbeit nach...

  • 4.

    ...und kann schlecht schlafen.

  • 5.

    Ich trinke abends oft Alkohol, um zu entspannen.

  • 6.

    Morgens wache ich kaputt auf.

  • 7.

    Ich werde tagsüber häufiger und schneller müde.

  • 8.

    Am Wochenende oder im Urlaub erhole ich mich kaum noch.

  • 9.

    Mein Job laugt mich aus.

  • 10.

    Ich bin sehr ehrgeizig.

  • 11.

    Zu Aufgaben kann ich selten Nein sagen...

  • 12.

    ...selbst wenn ich weiß, dass ich eigentlich schon zu viel zu tun habe.

  • 13.

    Ich habe Angst, dass mein Chef mir eine Absage übel nehmen würde.

  • 14.

    Deswegen arbeite ich mehr als meine Kollegen.

  • 15.

    Auch am Wochenende gehe ins Büro oder arbeite von zu Hause.

  • 16.

    Trotzdem weiß das niemand zu schätzen.

  • 17.

    Meine Arbeit macht mir immer weniger Spaß.

  • 18.

    Es ist anstrengend, mit Kollegen zusammenzuarbeiten.

  • 19.

    Ich fühle mich im Job isoliert.

  • 20.

    Anderen gegenüber bin ich gleichgültiger geworden.

  • 21.

    Meine engsten Freunde sehe ich inzwischen selten.

  • 22.

    Meine Familie findet, dass ich mich verändert habe.

  • 23.

    Hobbys pflege ich kaum noch.

  • 24.

    Ich befürchte, dass ich durch meinen Job abstumpfe.

  • 25.

    Meine Arbeit frustriert mich.

  • 26.

    Ich habe in meiner derzeitigen Position kaum etwas erreicht.

  • 27.

    Emotionale Probleme im Job bringen mich aus der Ruhe.

  • 28.

    Ich werde neuerdings schnell aggressiv.

  • 29.

    Wenn mir etwas gelingt, kann ich mich kaum darüber freuen...

  • 30.

    ...Misserfolge sind mir ebenfalls egal.

Welche Folgen hat ein Burnout für Unternehmen?

Ein Burnout ist nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für den Arbeitgeber schlimm. Laut Stressbericht der Techniker Krankenkasse war 2015 statistisch gesehen jeder Beschäftigte  aufgrund einer psychischen Diagnose 2,5 Tage krankgeschrieben. Bei einem Unternehmen mit 500 Beschäftigten kommen allein durch die angenommenen 2,5 Tage Krankschreibung Kosten von fast 1,5 Millionen Euro zusammen.

Die durch die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit kranker Mitarbeiter, die trotzdem zur Arbeit gehen, sind schwer zu erfassen, aber vermutlich noch höher. Denn wer krank oder erschöpft zur Arbeit geht, liefert schlechtere Arbeit ab, macht mehr Fehler und es dauert länger, bis er wieder gesund ist. Außerdem haben kranke Kollegen ein höheres Unfallrisiko. Auch ein chronischer Burnout ist durchaus drin, wenn man Warmsignale seines Körpers nicht ernst nimmt.

Strategy& hat übrigens im Jahr 2011 einmal ausgerechnet, wie viel die Abwesenheit eines Mitarbeiters den Arbeitgeber kostet.

  • Der so genannte „Absentismus“, also die Tage an denen der Arbeitnehmer aufgrund von Krankheit gar nicht erscheint, kosten das Unternehmen pro Kopf und Jahr 1.199 Euro.

  • Der „Präsentismus“, wenn der Arbeitsnehmer zwar ins Büro kommt, wegen Krankheit, Überlastung oder Stress aber nur die Hälfte leistet, ist mit 2.399 Euro noch ein bisschen teurer.
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