Clean Eating: Das steckt hinter dem Trend

Clean Eating: Das steckt hinter dem Trend

Zurück zu „richtigen“ Lebensmitteln: Das Clean Eating Konzept setzt auf unverarbeitete und regionale Zutaten und ist damit sehr beliebt. Jetzt boomt der Ernährungstrend auch in Deutschland.

Clean Eating steht für eine Ernährung, bei der ausschließlich mit unverarbeiteten und regionalen Lebensmitteln frisch gekocht wird. Das Ziel dahinter ist, dass nur Gerichte auf den Teller kommen, die möglichst „sauber“ sind - also frei von künstlich zugesetzten Stoffen, wie Konservierungsstoffen, überflüssigem Zucker, Salz und Farbstoffen.

Im Grunde genommen ist Clean Eating also einfach ein Modewort für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Seit sowohl englischsprachige als auch deutsche Autorinnen, wie Tosca Reno und Hannah Frey, Ernährungsratgeber mit dem Titel „Clean Eating“ veröffentlichen, findet das Konzept ständig neue Anhänger.

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Schließlich ist es im Vergleich zu anderen Ernährungsweisen fast zu simpel, um wahr zu sein: Es gibt keine Begrenzungen in der Menge des Essens oder der Anzahl der Mahlzeiten. Viele Clean-Eater schwören allerdings auf sechs Mahlzeiten am Tag. Einzig und allein die Qualität der Lebensmittel zählt: Verarbeitetes wird verboten, natürliche Lebensmittel sind erlaubt.

Wer isst was? - Vegetarismus

  • Lacto-Vegetarier

    Neben pflanzlichen Produkten ergänzen sie den Speiseplan durch Milchprodukte.

  • Ovo-Vegetarier

    Zusätzlich zu pflanzlichen Produkten verzehren sie auch Eier.

  • Ovo-lacto-Vegetarier

    Milch und Eier sind ebenfalls erlaubt.

  • Pescetarier

    Ihre Devise heißt: Keine toten Tiere, solange es keine Fische sind - die werden verzehrt.

  • Pudding-Vegetarier

    Fleisch und Fisch werden gemieden, die Ernährung besteht größtenteils aus Fertiggerichten und diversen Süßigkeiten.

  • Frutarier

    Zusätzlich zum Verzicht auf Fleisch und Fisch verzehren Frutarier lediglich pflanzliche Produkte, deren Konsum der Pflanze nicht schadet (ein Apfel, der von selbst vom Baum fällt, darf verzehrt werden, eine Karotte hingegen nicht).

  • Strenge Vegetarier

    Alle Produkte tierischen Ursprungs werden gemieden. Diese Art von Vegetarismus grenzt an den Veganismus, jedoch wird hier nur auf die Ernährung geachtet, Mäntel oder Schuhe aus Leder werden getragen.

  • Flexitarier

    Viele Menschen verzichten bewusst gelegentlich auf Fleisch, sie heißen auch "Teilzeitvegetarier".

„Stark verarbeitete Lebensmittel werden solange von Maschinen zermalmt, bis sie nur noch aus leeren Kalorien bestehen und keinen Nährstoffgehalt mehr aufweisen. Wählt man unverarbeitete Zutaten, dann nimmt man beim Essen neben der Energie in Form von Kilokalorien auch wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe auf“, sagt Diätassistentin Birgit Blumenschein, die in Münster in der Ernährungstherapie tätig ist.

Vollwertig und regional soll es sein

Statt zur Nudelpfanne mit Fertigsoße greift der „Clean Eater“ lieber zu einer selbst gekochten Gemüsepfanne mit Vollkornreis oder Hirse. Statt dem Schokoriegel gibt es frisches Obst oder Rosinen. Bei der Ernährungsumstellung werden so immer wieder neue Lebensmittel entdeckt, die sich als Alternativen erweisen. Blumenschein rät deshalb dazu, sich nicht allzu stark von exotischen Trends wie Quinoa oder Chia blenden zu lassen, sondern auch mal zu schauen, welche Power Foods die Region zu bieten hat. Dazu gehören beispielweise Leinsamen, Hirse und Dinkel.

Wer isst was? - Veganismus

  • Bio-Veganer

    Sie kaufen nur dort ein, wo parallel keine Tiere gehalten werden, der Bauernhof muss ohne Tierhaltung auskommen.

  • Frugane Ernährung

    Sie essen Früchte von solchen Pflanzen, deren Verzicht nicht die Zerstörung der Pflanze bedeutet.

  • Vegane Rohkost

    Um die Vitamine der Nahrung zu erhalten, werden die Lebensmittel nicht oder kaum mit Hitze behandelt.

  • Freeganismus

    Beim sogenannten "Containern" werden Lebensmittel aus Containern verzehrt, um damit die Lebensmittelverschwendung zu verringern, es wird jedoch nicht immer streng auf die vegane Lebensweise geachtet.

  • Strenge Veganer

    Nicht nur die Ernährung ist vegan, tabu sind zudem Leder, Wolle, Daunen und bestimmte Kosmetika. Ebenso verboten: Zoobesuche oder Haustierhaltung. Auch Zirkusveranstaltungen, bei denen Tiere auftreten, werden gemieden. Eine Welt ohne Jagd und Tierversuche stellt das Ideal dar.

Beim Einkaufen sollte immer ein Blick auf die Zutatenliste geworfen werden. Zucker steht dort nicht selten auf Platz 1, dicht gefolgt von Geschmacksverstärkern, die kaum jemand buchstabieren kann. Wer also auf Nummer sicher gehen will, hält sich von Fertigprodukten fern. Auch vermeintlich gesunde Lebensmittel können oft täuschen. Der Orangensaft mag zu 100 Prozent aus Frucht bestehen, allerdings wird er durch chemische Prozesse haltbar gemacht. Frisch gepresst ist er deshalb schon lange nicht mehr.

Mit Clean Eating Abnehmen

Es kann einige Zeit dauern, bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat, welche Zutaten dem Clean Eating Konzept entsprechen und welche verboten sind. Die intensive Ernährungsumstellung soll jedoch dazu führen, dass die gesunde Ernährung langfristig in den Alltag integriert wird. Daher ist Clean Eating keine schnelle Diät, viel mehr geht es darum, das eigene Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit durch eine nährstoffreiche Ernährung zu steigern. Dass dabei auch einige Kilos purzeln, ist nicht ausgeschlossen.

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