Ernährung: Lassen Sie die Zwischenmahlzeiten weg

Ernährung: Lassen Sie die Zwischenmahlzeiten weg

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Ein Manager-Coach empfiehlt beruflich engagierten Menschen, möglichst nur dreimal täglich zu essen und auf Zwischenmahlzeiten zu verzichten.

Nach einem 12-Stunden-Tag haben viele keine Lust, noch zu kochen oder zum Sport zu gehen. Verständlich. Workaholics sollten dann aber darauf achten, nur dreimal täglich zu essen – im Abstand von mindestens vier Stunden.

Vor ein paar Jahren noch rieten zahlreiche Ernährungsexperten dazu, möglichst viele kleine Portionen am Tag zu essen: fünf bis sieben Mahlzeiten galten als optimal, um abzunehmen, beziehungsweise das Gewicht zu halten. Mittlerweile raten die Experten davon jedoch wieder ab.
Ob jemand schlank und leistungsfähig ist, hängt vor allem davon ab, wie oft er isst, was er isst und wie gut er seinen Stoffwechsel in Schuss hält. Das sagt der Internist und Ernährungsmediziner Hardy Walle. Der Grund: Zwischenmahlzeiten lassen den Blutzucker- und Insulinspiegel ansteigen. Dadurch kommt die körpereigene Fettverbrennung zum Erliegen und die nicht benötigten Kohlenhydrate landen direkt in den Fettdepots - bei Männern vor allem im Bauchraum.

Und dieser Bier- oder Wohlstandsbauch ist nicht nur unschön, sondern ein ernst zu nehmender Hinweis darauf, dass sich in und zwischen den Organen Fett angesammelt hat. Vor allem in der Leber, der Zentrale des Stoffwechsels, setzt sich Fett ab. Eine verfettete Leber kann weitere Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte begünstigen. Diese wiederum erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. "Viele Manager stellen auch fest, dass sie mit wachsendem Bauchumfang deutlich schneller erschöpft und weniger leistungsfähig sind", so Walle.

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Adipositas: Wissenswertes zur Volkskrankheit

  • Was ist Adipositas?

    Fettleibigkeit bei Kindern und Erwachsenen hat in den vergangenen 20 Jahren deutlich zugenommen. Die Fachbezeichnung für die extreme Form des Übergewichts ist Adipositas.

  • Ab wann gilt man als fettleibig?

    Laut Weltgesundheitsorganisation gelten Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30 als übergewichtig und mit einem BMI von mehr als 30 als adipös, also fettleibig.

    Den BMI erhält man, indem man sein Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat teilt.

    Bei Kindern und Jugendlichen ist eine BMI-Kategorisierung schwieriger, da es große individuelle Entwicklungsunterschiede gibt.

  • Warum ist Adipositas so gefährlich?

    Betroffene leiden oft unter Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten, einem erhöhten Diabetesrisiko, Herzschwäche, einer Fettleber und Gelenkproblemen. Auch die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, steigt. Wenn Betroffene ausgegrenzt werden, leidet häufig die Psyche.

    Allein durch Adipositas entstehen in Deutschland laut der Verbraucherorganisation Foodwatch etwa 20 Milliarden Euro Zusatzkosten für das Gesundheitswesen.

  • Wo finden Betroffene Hilfe?

    Es gibt spezielle Adipositas-Kliniken, wo sich Ärzte, Therapeuten und Psychologen um die Patienten kümmern. Die erste Maßnahme zur Gewichtsreduktion sind ein maßvolles Essverhalten und ausreichend Bewegung.

    Eine Operation gilt erst als ratsam, wenn Ernährungsberatungen und andere Methoden keinen Erfolg bringen.

Wer sehr viel Sport treibt und sich sehr gesund ernährt, dem schaden Keks und Brötchen zwischendurch natürlich nicht. Jedenfalls, wenn es sich um Ausnahmen handelt. Aber wer acht, neun oder mehr Stunden am Schreibtisch sitzt und es sich danach auf der heimischen Couch bequem macht, sollte die Finger von Zwischenmahlzeiten lassen, so Walle. Er empfiehlt beruflich engagierten Menschen, möglichst nur dreimal täglich zu essen und zwischen den Mahlzeiten mindestens vier Stunden Pause zu lassen. Und Vorsicht: auch Softdrinks zwischendurch treiben den Blutzucker in die Höhe.

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