Erfolgsaussichten: Warum Faulheit der Karriere nützt

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Erfolgsaussichten: Warum Faulheit der Karriere nützt

von Nora Jakob

Weniger arbeiten und trotzdem erfolgreich sein? Das geht, sagt nicht nur der britische Buchautor Peter Taylor. Faulheit ist sinnvoller, als viele glauben und kann sogar zum Erfolg führen.

Dauerstress, Überstunden, Leistungsdruck: In vielen Unternehmen gehört das zum Alltag. Vor allem Menschen, die Karriere machen möchten, versuchen, noch mehr in noch kürzerer Zeit zu leisten.

Dabei haben bereits mehr als 25 Stunden Arbeit pro Woche einen negativen Effekt auf das Gehirn. Wissenschaftler der Universität von Melbourne haben herausgefunden, dass das Gehirn am meisten leistet, wenn es nur an drei Tagen der Woche arbeitet. Dazu haben die Forscher Arbeitsgewohnheiten und Ergebnisse eines Intelligenztests von über 6000 Frauen und Männern über 40 ausgewertet und festgestellt: Die kognitiven Fähigkeiten wie Kreativität, Problemlösung und Konzentration nahmen mit jeder Arbeitsstunde zu – bis zur 25. Stunde. Danach sanken sie wieder.

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Colin McKenzie, einer der Autoren der Studie, hat folgende Erklärung: "Arbeiten in Teilzeit ist besser, um die kognitiven Fähigkeiten von Menschen zu verbessern." Trotzdem sind mindestens 40-Stunden-Wochen, oft sogar 50, 60 oder 70 Stunden, die Regel.

Wie gehen Sie mit Stress und Ärger um?

  • Den Stress erkennen

    Denken Sie darüber nach, welche Faktoren Stress auslösen und bringen Sie diese in eine Rangfolge. Nicht alle Gründe wiegen gleich schwer. Stressauslöser, die bisher als unumgänglich gelten, könnten zu körperlicher und seelischer Beeinträchtigung führen.

  • Intuition nicht verkümmern lassen

    In kritischen Situationen spontan regieren zu können, ist nicht nur auf der Straße wichtig. Auch im Büro sollte die Bedeutung des Bauchgefühls nicht unterschätzt werden. Wer in Situationen mit Kollegen und Kunden zu kopflastig reagiert, kann sie in Sekunden vergraulen. Laut Conen ist Intuition lernbar – und kann wieder erweckt werden, falls man dazu bereit ist.

  • Aufbrechen oder Ausharren?

    Jede Veränderung schenkt ein Stück neues Leben. Dennoch ist nicht jeder Unmut Grund genug, alles über den Haufen zu werfen. Veränderung ist kein Allheilmittel. Tiefen durchzustehen ist das eine, chronischer Frust das andere.

  • Die Gesundheit leidet

    Viele vermeiden es über Jahre, sich Erschöpfung einzugestehen. Ein Burnout kann ein schleichender Prozess sein. Jahrelanger Medikamenten, Alkoholmissbrauch, Autoimmunerkrankungen oder psychische Auffälligkeiten weisen auf Erschöpfung hin.

  • Das Bauchgefühl verbessern

    Lernen Sie ihre Sinne wieder einzusetzen. Riechen und fühlen Sie die Natur oder konzentrieren Sie sich auf die verschiedenen Bestandteile ihres Essens. Verlangsamen Sie eine Aktivität wenn es möglich ist und genießen Sie den Augenblick. Versuchen Sie die Umgebung abzuscannen und sich einzuprägen.

  • Das Chamäleon-Prinzip

    Das Chamäleon sollte das Tier dieses Jahrhunderts werden. Es zeigt alle Fähigkeit, die heute notwendig sind. Vor allem kann es sich auf veränderte Bedingungen einstellen. Es geht nicht darum, seine Authentizität zu verlieren. Es geht darum, sich nicht mehr zu wünschen, dass alles wieder so wird, wie es mal war. Das macht unglücklich. Wagen Sie in der Jobkrise den Sprung in eine zweite Karriere.

  • Neue Energie gewinnen

    Hinterfragen Sie, wo Sie wie viel Energie investieren und ob es sich lohnt. Hinterfragen Sie Ihre innere Motivation und konzipieren Sie um. Schaffen Sie es Ihr Energielevel unter Kontrolle zu halten, bleibt mehr für die Freizeit über.

  • Den anderen mit dem Bauch betrachten

    Achten Sie nicht nur darauf, was Personen in Ihrem Umfeld sagen, sondern auch, wie sie es sagen. Die Wechselwirkung mit dem Gegenüber und die Umstände einer Konversation beeinflussen das Ergebnis in hohem Maße.

  • Entdecken Sie alle Ihre Fähigkeiten

    Stellen Sie sich vor, Sie wären Gast im Ratequiz „Was bin ich?“. Welche Eigenschaften, und dazu zählen eben auch die kleinen Fähigkeiten, machen Sie aus? Protokollieren Sie die Bereiche, die bisher noch nicht ausreichend zur Geltung kommen. Da gibt es bestimmt mehrere.

  • Sich selber leiden können

    Eine positive Selbstbewertung senkt das Stresslevel. Fangen Sie morgens an mit einer positiven Grundstimmung und versuchen Sie, dieses Gefühl den Tag zu halten. Positive Selbstgespräche oder kurze tägliche Ritual helfen dabei. Auch malen, schreiben oder eine freundliche Büroeinrichtung wirken positiv.

  • Selbstkontrolle

    Dabei sollte die Selbstbeobachtung nicht vergessen werden. Intuitive Selbstkontrolle hilft, während eines Gesprächs die Reaktionen seines Gegenübers nicht zu übersehen. Wie Sie auf andere wirken, lässt sich leicht bei einem Abschied erkennen. Ist die Situation entspannter, als bei der Begrüßung, hat sich der Gesprächspartner wohl gefühlt.

  • Entwickeln Sie sich weiter

    Seminare, lebenslanges Lernen, neue Herausforderungen. Nutzen Sie wirklich alle Ihre Bildungsurlaubstage? Haben Sie wirklich schon alles gelernt, was Sie sich vorgenommen haben? Trainieren Sie, nicht zu schnell zu satt zu sein und fordern Sie von sich selbst, mehr aus sich zu machen.

  • Lähmenden Ärger loswerden

    Ärger kann in kürzester Zeit zu Antriebslosigkeit führen. Das Take-Care-Prinzip soll helfen, sich weniger zu ärgern: Versuchen Sie zunächst, Ärger von sich fernzuhalten. Nicht jede Meinungsverschiedenheit mit Kollegen oder den Nachbarn ist einen Streit wert. Falls es doch dazu kommen sollte, distanzieren Sie sich innerlich. Einen Witz machen kann helfen. Sollte es doch heftiger kommen, ist es wichtig, sich beim Sport oder einen Urschrei abzureagieren.

  • Intuitiv entscheiden

    Egal ob im Beruf oder im Privatleben, eine Entscheidung sollte nicht alleine aus dem Kopf heraus getroffen werden. Beziehen Sie Ihren Bauch mit ein. Auch wenn Sie ein Gefühl rational nicht nachvollziehen können, sollten Sie versuchen, es zu ergründen. Es könnte sein, dass ihre innere Stimme weiser ist, als Sie in diesem Augenblick.

  • Reagieren Sie schneller

    Seien Sie die Schlange, nicht das Kaninchen. Reagieren Sie schneller als die anderen. Also erwarten Sie stets das Unerwartete, lernen Sie zu improvisieren, lösen Sie sich rasch von Denkmustern. Und vor allem: verändern sie Gewohnheiten.

  • Das Leben wieder in die eigene Hand nehmen

    Wer sich aufgibt, wird zum Spielball der Umgebung. Bestärken Sie sich jeden Tag darin, dass Sie über Ihr eigenes Lebens bestimmen. Conen empfiehlt: „Lernen Sie mitten im Geschehen zu sein und doch darüber zu stehen.“ Sie kommen mit Störungen besser um, wenn Sie sich als freier und selbstbestimmter Mensch fühlen.

"Wir sind in Handlungszwängen gefangen – und es ist sehr schwer diesem Hamsterrad aus "noch mehr tun, noch mehr leisten", zu entkommen," sagt Philosoph Patrick Spät, der sich mit Kapitalismus- und Arbeitskritik beschäftigt. Er hat mehrere Bücher und Streitschriften zu diesem Thema geschrieben.

Im Grunde mache das aber überhaupt keinen Sinn, weil Studien gezeigt haben, dass sich kaum ein Mensch mehr als fünf Stunden am Tag konzentrieren kann. "Wir müssten die Arbeitszeit radikal auf eine 20- bis 25-Stunden-Woche reduzieren."

Dem entgegen steht allerdings, dass viele Unternehmen die Leistung ihrer Mitarbeiter noch immer mit der Arbeitszeit gleichsetzen. Konkret heißt das: Wer mehr Zeit im Büro verbringt, wird vom Chef oft mehr wertgeschätzt und für produktiver gehalten. Aber das ist Quatsch, wie eine Studie der Universität Stanford zeigt. Demnach nimmt die Produktivität von Arbeitnehmer drastisch ab, wenn sie mehr als 50 Stunden im Büro verbringen. Entscheidend ist die Zeit, die effizient mit Arbeit verbracht wird – und nicht die, in der Löcher in die Luft gestarrt werden.

Fünf Tipps zur Stressbewältigung

  • Auch mal Nein sagen

    Sagen Sie auch mal „Nein“. Haben Sie gerade keine Kapazitäten für eine neue Aufgabe oder ein Projekt, sagen Sie frühzeitig Bescheid. Selbstverständlich gibt es Situationen, in denen Sie mit „Ja“ antworten müssen. Aber vielleicht hat ein Kollege gerade mehr Zeit oder die Aufgabe ist doch nicht ganz so dringend.

  • Niemand ist perfekt

    Niemand ist perfekt, stellen Sie daher keine zu hohen und unrealistischen Erwartungen an sich selbst. Damit blockieren Sie sich nur.

  • Auslöser identifizieren

    Identifizieren Sie die Auslöser. Jeder Mensch gerät durch andere Dinge unter Druck. Um einen Überblick zu behalten, hilft es, sich eine Liste mit seinen persönlichen Stressfaktoren anzulegen. Stört Sie zum Beispiel das ständige „Pling“ eingehender E-Mails, stellen Sie den Computer auf lautlos und bestimmen Sie einen festen Zeitraum, in dem Sie Mails beantworten.

  • Stress nicht unterdrücken

    Stress zu unterdrücken, ist auf lange Sicht keine Lösung. Früher oder später wird er wieder hochkommen. Um das zu vermeiden, sprechen Sie darüber mit einem Kollegen und beziehen Sie auch ihren Chef mit ein. Allein das Gefühl, aktiv etwas gegen den Stress zu tun, hilft bei der Bewältigung.

  • Sport machen

    Machen Sie Sport – Bewegung ist eine gute Methode, um Stress entgegen zu wirken. Ein kurzer Spaziergang zur Kantine oder morgens eine Station früher aussteigen, hilft Ihnen bei der Stressbewältigung. Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug und laufen Sie zum übernächsten Drucker statt zum nächsten.

Aber wie gelingt es, weniger zu arbeiten? Der britische Buchautor und frühere Projektmanager Peter Taylor hat eine ganz andere Lösung: Er hat aus seinem Hang zur Faulheit eine Tugend gemacht. In seinem vielbeachteten Buch "Lazy Winner" vertritt er die These, dass es längst nicht mehr darum geht, mehr und härter zu arbeiten, sondern klüger.

Heißt konkret: Menschen sollten erst nachdenken, anstatt sich sofort in die Arbeit zu stürzen und unnötige Tätigkeiten auszuführen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass eines Tages die große Chance kommt – und man sie nicht erkennt, weil man zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt ist.

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