Karriere: Verspieltheit kommt Erwachsenen im Job zugute

Karriere: Verspieltheit kommt Erwachsenen im Job zugute

Sie rasten bei Ratespielen völlig aus, legen im Büro gern mal eine Runde Kicker ein oder albern hemmungslos mit den Kollegen? Dann sind Sie wohl ein verspielter Typ. Das lässt sich im Job zum Guten nutzen.

Manche Menschen können sich auch über die kleinen Dinge im Alltag königlich amüsieren. Leichtherzigkeit und Verspieltheit können im Beruf jedoch manchmal hinderlich sein, etwa wenn Mitarbeiter als zu wenig ernsthaft oder unkonzentriert wahrgenommen werden. Dabei haben verspielte Menschen deutliche Vorteile: Sie sind meist gute Beobachter, es fällt ihnen leicht, neue Perspektiven einzunehmen und auch Aufgaben, die anderen monoton erscheinen, können sie noch etwas abgewinnen. Zu dieser Erkenntnis kommen Psychologen der Martin-Luther-Universität Halle (MLU).

Sie haben den Charakterzug Verspieltheit bei Erwachsenen untersucht - bislang wurden meist Erkenntnisse von Kindern auf ältere Menschen übertragen. Dies sei jedoch ein Fehler, meinen die Forscher. "Dadurch gehen viele Aspekte verloren, zum Beispiel solche, die sich auf romantische Beziehungen oder intellektuelle Leistungen beziehen", sagt Privatdozent René Proyer vom Institut für Psychologie an der MLU. Um der Verspieltheit bei Erwachsenen auf den Grund zu gehen, untersuchte er mehrere Studien und Befragungen mit rund 3000 Teilnehmern.

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Proyer sieht Verspieltheit bei Erwachsenen gar als neue Persönlichkeits-Dimension. Bisher werden Wesenszüge in der Psychologie klassischerweise mit den fünf Aspekten Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Offenheit und emotionale Stabilität beschrieben. Die Verspieltheit ließe sich hier jedoch nicht einfügen - sie sei ein eigenständiger Charakterzug.

Wie die Deutschen am liebsten spielen

  • PC

    Spielekonsolen gehören zu den großen Wachstumstreibern in der Spielebranche, doch der PC hat einer aktuellen Studie zufolge noch immer die Nase vorn. Über die Hälfte (55 Prozent) der Gamer in Deutschland nutzen den Personal Computer regelmäßig zum Spielen, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

  • Laptop

    Den Laptop gaben 42 Prozent als bevorzugte Spieleplattform an.

  • Smartphone

    39 Prozent der Befragten sagten, dass sie ihr Smartphone regelmäßig zum Spielen nutzen.

  • Konsolen

    Konsolen wie die Xbox von Microsoft, die Playstation von Sony oder Nintendos Wii favorisiert nur ein Viertel der Befragten.

Verspielte Menschen leben ihre Neigungen in vielfältigen Situationen aus. Auch auf den Job-Alltag lässt sich dieses Persönlichkeitsmerkmal übertragen. Verspielte Menschen können laut der Studie alle möglichen Situationen ihres Lebens so umdeuten, dass sie sie als unterhaltsam erleben. Das kann den erlebten Stress deutlich reduzieren, so die Forscher. Im deutschen Sprachraum sei Verspieltheit zu negativ besetzt: Verspielte Menschen gelten mitunter als unzuverlässig oder würden nicht ernst genommen - zu Unrecht. Denn gerade bei komplexen Problemstellungen fiele es verspielten Menschen leichter, die Perspektive zu wechseln und so zu neuen, ungewöhnlichen Lösungen zu kommen.

Psychologe Proyer identifiziert in seiner Untersuchung vier Typen von verspielten Erwachsenen:

- Auf andere ausgerichtete Verspieltheit: Menschen, die gern mit Freunden und Bekannten herumalbern.

- Leichtherzige Verspieltheit: Menschen, die ihr ganzes Leben als ein Spiel wahrnehmen.

- Intellektuelle Verspieltheit: Menschen, die gern mit Ideen und Gedanken spielen. Auch eintönige Aufgaben können für sie interessant sein.

- Extravagante Verspieltheit: Menschen, die sich für seltsame und groteske Dinge interessieren und auch kleinen, alltäglichen Beobachtungen Interessantes abgewinnen können.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Personality and Individual Differences" veröffentlicht.

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