Studienfachwahl: Jungakademiker setzen alles auf Sicherheit

Studienfachwahl: Jungakademiker setzen alles auf Sicherheit

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Studienfachwahl: Jungakademiker setzen alles auf Sicherheit

Abiturienten und Studenten wollen vor allem eines: Sicherheit. Im Zweifelsfall müssen deshalb bei der Studienfachwahl private Interessen zurückstecken. Am liebsten wäre ihnen eine Beamtenlaufbahn.

Ein Orchideenfach studieren, weil es Spaß macht? Ostafrikanische Sprachen, wegen der Liebe zu Land und Leuten? Für die junge Generation kommt das kaum mehr  in Frage, wie eine aktuelle deutschlandweite Umfrage von univativ unter 1023 Studenten belegt. Univativ ist ein Personaldienstleister, der sich auf die Vermittlung von Studenten und Hochschulabsolventen spezialisiert hat.

Die Jungakademiker folgen demnach bei der Wahl des Studienfachs zwar schon persönlichen Interessen und Begabungen.

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Orchideenfächer: Eine kleine Auswahl exotischer Studiengänge

  • The Beatles, Popular Music and Society

    Das wohl ausgefallenste Fach gibt es in England. Die Hope University in Liverpool hat einen Beatles-Studiengang eingeführt. "The Beatles, Popular Music and Society" nennt sich der Master-Studiengang. Ein Jahr lang kann man sich mit der Bedeutung der Pilzköpfe für die Bildung regionaler Identitäten befassen. Kostenpunkt: 3900 Euro.

  • Friesische Philologie

    Friesische Philologie kann an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kombination mit anderem Fach studiert werden. Friesisch wird unter anderem auf den Inseln Helgoland, Sylt, Föhr und Amrum, der Westküste Schleswig-Holsteins, im niedersächsischen Saterland (Saterfriesisch) sowie in der niederländischen Provinz Friesland (Westerlauwerssches Friesisch) gesprochen. Das Friesische zerfällt in viele Idiome, wobei sich das Lehrangebot auf das Mooring oder Bökingharder Friesisch (Festlandnordfriesisch) und das Fering-Öömrang oder Föhr-Amrumer Friesisch (Inselnordfriesisch) konzentriert.

  • Gerontologie

    Der Bachelorstudiengang an der Hochschule Vechta soll Kenntnisse über die individuellen und sozialen Bedingungen des menschlichen Alterns vermitteln. Das mag exotisch klingen, doch in Zeiten einer schnell alternden Gesellschaft werden Fragen des demografischen Wandels immer wichtiger. Im Studium der Alterswissenschaften werden Fragen des Sozialrechts genauso behandelt, wie Pflege oder wirtschaftliche Grundlagen.

  • Keltologie

    Wer die Sprachen und Kulturen der keltischen Völker studieren möchte, ist in Bonn oder Marburg richtig. In Marburg lässt sich Keltologie als Schwerpunkt in den Bachelor-Studiengängen Historische Sprach-, Text- und Kulturwissenschaften und Europäische Literaturen studieren.

    Die Sprachen, mit denen sich die Studierenden beschäftigen, sind neben Irisch, Schottisch-Gälisch, Manx, auch Kymrisch, Bretonisch und Kornisch, dazu kommt das nur fragmentarisch überlieferte Festlandkeltische. Als einzige Universität Deutschlands bietet Marburg zusätzlich einen weiterführenden Masterstudiengang Keltologie.

  • Kosmetologie

    Was erstmal nur nach "Näschen pudern" klingt, ist in Wirklichkeit ein hoch komplexer Studiengang der Universität Osnabrück.

    Der Bachelor-Studiengang beinhaltet Module wie medizinisch-naturwissenschaftliche Grundlagen, fachrichtungsbezogene Mikrobiologie oder Prävention und Gesundheitsförderung. Wer damit noch nicht genug hat, der kann gleich noch den Master machen, der für das Lehramt an berufsbildenden Schulen qualifiziert.

  • Kristallographie

    Mit Strukturen von Kristallen, ihrem Wachstum und ihren Materialeigenschaften auf submikroskopischer Skala beschäftigen sich die Studierenden an der Fakultät für Geowissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Kristallographie, die Teil des Bachelor-Studiengangs Geowissenschaften ist, beschäftigt sich mit anwendungsbezogener Materialwissenschaft ebenso wie mit geologischen Prozessen und dem Aufbau der Erde.

  • Master of Science in Urban Management

    Die Spaziergangswissenschaft wurde in den 80er Jahren von Soziologen und Stadtplanern entwickelt. Zum eigenen Studienfach hat sie es noch nicht geschafft, doch an der Universität Kassel gab es am Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung einen Lehrauftrag für Promenadologie. Auch an der Universität Leipzig doziert am Institut für Stadtentwicklung immer wieder der Flanierforscher Bertram Weisshaar. Der dortige Studienabschluss heißt Master of Science in Urban Management.

  • Ökotrophologie

    Es gibt viele Studienfächer unter denen sich Außenstehende zunächst nichts vorstellen können. "Ökotrophologie" ist so ein Beispiel, dahinter steckt Haushalts- und Ernährungswissenschaft. Mit dem gestiegenen Interesse an gesunder Ernährung, Verbraucherschutz und Diskussionen um Lebensmittelskandale steigen auch die Jobchancen für Ökotrophologen.

  • Onomastik

    Schon wieder Leipzig: Auch angehende Onomasten finden sich nur an der Alma Mater Lipsiensis. Und auch hier geht es um sprachlichen Phänomene, denn hinter Onomastik verbirgt sich die Namenforschung.

  • Sorabistik

    Eine sprachliche Besonderheit gibt es auch in der Lausitz. In der Heimat der Sorben, in Südbrandenburg und Sachsen ist die Beschilderung zweisprachig. Für alle, die Sorbisch studieren möchten, führt an der Uni Leipzig kein Weg vorbei. An der Philologischen Fakultät befindet sich das einzige Institut für Sorabistik, das einen Bachelor- und einen Masterstudiengang anbietet.

    Das Studium der Sorabistik setzt sich aus vier Bereichen zusammen: Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Landeskunde und Sprachpraxis.

  • Sport, Erlebnis und Bewegung

    "Der Bachelor-Studiengang "Sport, Erlebnis und Bewegung" soll einem gewandelten und erweiterten Sportverständnis Rechnung tragen. Er widmet sich den spielerischen, erlebnisreichen und kreativen Erscheinungsformen des Sports." So beschreibt die Deutsche Sporthochschule Köln das Fach. Ziel sei es, Studierende auf die Berufsfelder "Freizeit/Breitensport", "Natursport und Sporttourismus" sowie "Gestaltungsorientierter Sport" vorzubereiten. Auch in anderen Bereichen haben sich die klassischen Sportstudiengänge ausdifferenziert. So wird in Wuppertal, Hamburg, Münster oder Rostock auch "Bewegungswissenschaft" gelehrt. Dabei geht es um Biomechanik und Motorik, auf dem Lehrplan in Wuppertal steht aber auch die Veranstaltung "Methodik Kämpfen und Raufen".

  • Vegan Food Manager

    Ab Oktober 2016 können "alle, die sich für alternative Ernährungsformen interessieren und/oder im Tierschutz engagiert sind und denen die Qualität und die Herkunft von Lebensmitteln am Herzen" liegt an der privaten Fachhochschule des Mittelstands in Bamberg, Bielefeld oder Köln "Vegan Food Management" studieren.

    Kosten: im Vollzeit-Studium in Bielefeld und Köln 625 Euro pro Monat. Hinzu kommen eine einmalige Anmeldegebühr von 150 Euro sowie eine Prüfungsgebühr von 500 Euro für die Abschlussprüfung. Wer berufsbegleitend in Bielefeld studiert, zahlt während der vier Jahre nur 475 Euro pro Monat, an den Anmelde- und Prüfungsgebühren ändert sich nichts.

Vor allem aber wünschen sie sich eine sichere berufliche Zukunft – und wählen ihr Studienfach dementsprechend aus. 58 Prozent sagten, dass sie ihr Studienfach gewählt haben, weil sie sich davon nach dem Abschluss einen sicheren Job und ein geregeltes Einkommen versprechen. Und 54 Prozent würden am liebsten eine Beamtenlaufbahn einschlagen.

Die Verdienstaussichten im künftigen Job spielen dagegen eher eine sekundäre Rolle. Auch die Wunschvorstellungen der Eltern sind nicht wichtig. Was den Abschluss angeht, strebt die Mehrheit einen Mastertitel an – weil sie sich davon bessere Berufschancen verspricht. Mit Träumerei und Selbstfindung während des Studiums ist es also offenbar vorbei. 34 Prozent wussten schon nach dem Abitur ganz genau, wohin es beruflich gehen soll – und haben ihren Plan auch genauso durchgezogen.

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