Zufrieden im Job?: Love it, change it or leave it!

kolumneZufrieden im Job?: Love it, change it or leave it!

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Unzufriedenheit im Job ist nicht normal.

Kolumne

Heute wird wieder die Gallup-Studie veröffentlicht. Meistens heißt es da, dass viele Deutsche unzufrieden im Job sind. Warum ändern sie dann nichts? Zeit, das Leben in die Hand zu nehmen.

Noch nie hatten wir so viele Möglichkeiten und Chancen auf einen guten Job wie heute. Wir können genau das machen, was uns Spaß macht. Fachkräftemangel führt dazu, dass jedes Unternehmen uns mit Kusshand nimmt – wenn wir gut sind. Oder aber wir machen uns selbständig oder gründen ein eigenes Unternehmen.

Also: Es gibt keinen Grund es zu akzeptieren, unzufrieden im Job zu sein! Und zwar ganz egal, um welchen Job oder um welche Position es geht. Ganz nach der Devise: Wenn ich mich in einer Kultur nicht wohlfühle (love it), und sich dieses Gefühl auch nicht ändern lässt (change it), dann sollte ich überlegen, zu gehen (leave it).

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Unzufrieden sein ist nicht normal!

Wer direkt von der Uni kommt und am ersten Arbeitstag einen Kulturschock bekommt, sich einfach nur denkt: „Hilfe, ich will hier wieder weg“, der ist damit nicht alleine. Laut einer Umfrage der Haufe Gruppe, trifft das auf 15% neuer Mitarbeiter zu. Das war bei mir nicht anders – und wundert mich übrigens auch nicht. Erst dachte ich das sei normal, eben die Arbeitswelt. Es hat sich dann mit der Zeit aber immer beschissener angefühlt. Meine Anfangsmotivation hat sich in Frust gewandelt. Regeln, Vorschriften, bedingungslose Ja-Sager und Mitarbeiter, die sich gegen jegliche Veränderung wehren. Das zerstört jede, wirklich jede, Motivation.

Zur Person

  • Steffi Burkhart

    Steffi Burkhart ist Jahrgang 1985 und gehört zur Generation Y. Sie ist professionelle Speakerin, Beraterin und Autorin zum Thema Generation Y.

Das große Problem ist, dass die Arbeitswelt sich nicht an die Bedürfnisse der jungen Menschen, ja nicht mal an den technischen Fortschritt anpasst – gerade wegen solcher Bremsklötze. Deshalb wagen immer mehr und vor allem gut qualifizierte Menschen den Schritt in die Solo-/Selbständigkeit. In Deutschland werden bis 2025 20 Prozent der gesamten Arbeitsbevölkerung selbständig sein und 40 Prozent als Projektarbeiter/Spezialisten/Cloudworkern zeitlich begrenzt in Projekten mit Unternehmen zusammenarbeiten. Ob wir es wollen oder nicht.
Bereits heute sind 44 Prozent der Solo-Selbständigen überdurchschnittlich hoch qualifiziert. Denn der Vorteil der Selbstständigkeit ist: man ist nicht mehr abhängig von unflexiblen Hierarchien, dämlichen Chefs, politischem Geklüngel oder energieraubenden Arbeitskollegen. Man kann sein Leben selbst in die Hand nehmen. Man kann sich selbst verwirklichen und Familie und Job besser vereinbaren, deshalb ist diese Arbeitsform auch gerade für Frauen attraktiv.

Warum die Deutschen gründen

  • Der eigene Chef sein

    43 Prozent der 5.508 Unternehmen, die in der Zeit von 2005 bis 2007 gegründet wurden, entstanden, weil die Gründer selbstbestimmt arbeiten wollten.

    Quelle: Statista

  • Gute Geschäftsidee

    Eine konkrete Geschäftsidee umsetzen wollten 22,5 Prozent der von KfW und ZEW befragten Neugründer.

  • Notgründung

    Die Gründung als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit liegt mit 12,8 Prozent auf Platz drei.

  • Ermüdende Jobsuche

    Für gut zehn Prozent gab es keine alternative Beschäftigung in einem Unternehmen.

  • Marktlücken füllen

    8,5 Prozent sahen ihre Chance, eine Marktlücke auszunutzen.

  • Druck vom Chef

    Rund zwei Prozent sagten, ihr ehemaliger Arbeitgeber habe eine Gründung forciert.

  • Steuergründe

    Steuerliche Anreize waren für 1,5 Prozent ausschlaggebend.

Sich selbständig zu machen geht aber natürlich nicht ohne Risiko. Ich habe die Erfahrung selbst gemacht. Man hat immer Angst zu scheitern mit dem, was man vorhat. Scheitern, die große Angst, die so viele Menschen davon abhält, das zu tun, was sie lieben. Dabei ist es nichts Schlechtes. Im Gegenteil! Scheitern ist erlaubt, ja sogar wichtig. Und wer das Risiko zu scheitern nicht eingeht, kann auch nicht gewinnen.


Gründen passiert nicht auf geraden Wegen

Besonders in der Gründerszene, vor allem im Silicon Valley ist es zur Normalität geworden, denn wie das alte Sprichwort schon sagt: „Aus Fehlern lernt man“. Große Persönlichkeiten wie Steve Jobs oder Elon Musk haben ihre eigenen Projekte gegen jegliche Widerstände verwirklicht, erfolgreiche Unternehmen gegründet und sind dabei keine geraden Wege gegangen.
Steve Jobs stellte mit seinen Mitgründern den ersten Apple-Computer in einer Garage her. Es war der erste Personal Computer dieser Art. Das Unternehmen hatte Erfolg, Jobs etwas erreicht, musste sein eigenes Unternehmen aber nach Streitigkeiten verlassen. Er gründete NeXT und entwickelte eine Software, die er dann bei seiner Rückkehr zu Apple mit in das Unternehmen. Erst dann gelang Apple der wirkliche Durchbruch.
Elon Musk, Studienabbrecher mit mehreren gescheiterten Ehen und vollkommen verrückten Ideen hat gleich mehrere Unternehmen gegründet, die ihn zum Milliardär gemacht haben. Als größter Anteilseigner von PayPal hat er sich in ungewisse Geschäftsfelder gewagt, mit seiner Investition in Tesla ein revolutionäres Auto geschaffen und mit SolarCity die Nachhaltigkeit der Welt vorangebracht. Was aus seinem Weltraumprojekt SpaceX und der Röhren-Revolution des Nahverkehrs „Hyperloop“ wird, steht noch in den Sternen. Eins steht aber fest: Der Mann traut sich etwas und das sogar sehr erfolgreich.

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