Dammanns Jobtalk: "Coming out" darf nicht die Karriere kosten

kolumneDammanns Jobtalk: "Coming out" darf nicht die Karriere kosten

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Wegen des Fachkräftemangels müssen immer mehr Unternehmen auf Diversity setzen. Doch eine wirklich offene Unternehmenskultur gibt es nur selten.

Kolumne von Angelika Dammann

Rosa Recruiting gewinnt für deutsche Unternehmen im Kampf um die besten Nachwuchskräfte an Bedeutung. Doch auf dem Weg in die Chefetagen stoßen bekennende Schwule und Lesben nach wie vor auf Vorbehalte.

"Offen gelebte Homosexualität sollte heutzutage keine Karrierebremse sein", fordert Michael Frenzel, Vorstandschef der TUI AG. Und Petra Hesser, bis vor kurzem noch Ikea-Deutschlandchefin betont: "Werte haben weder eine Hautfarbe, noch eine sexuelle Orientierung." Zwei bis vier Millionen Menschen in Deutschland sind homosexuell, schätzt der Schwulen- und Lesbenverband Deutschlands.

Ob aus dem festen Glauben an das Recht auf Chancengleichheit heraus, aus Angst, sich sonst dem Vorwurf der Diskriminierung auszusetzen oder auch aus wirtschaftlichem Kalkül, kaum ein Unternehmen wird heutzutage  öffentlich in Abrede stellen, dass Mitarbeiter – egal ob weiß oder schwarz, Frau oder Mann, hetero- oder homosexuell im Job nicht benachteiligt werden dürfen.

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Allerdings beziehen auch nur wirklich wenige Unternehmen offen Position und bekennen sich zu einer Kultur, die allen erlaubt ganz einfach so zu sein, wie sie sind.

Stolze Arbeitgeber üben sich in Toleranz

Diversity Management ist gefragt. Angesichts des demografischen Wandels und dem harten Kampf um die besten Nachwuchskräfte wird für deutsche Personalchefsbewusstes "Rosa Recruiting" immer alltäglicher. Bester Beweis: 2010 zählte die nach eigenen Angaben Europas größte Job- und Karrieremesse für Schwule, Lesben und Heteros "Milk" gerade mal 16 Aussteller und 400 Besucher.

In diesem Sommer öffnet sie zum dritten Mal ihre Tore in Berlin unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit: Mit von der Partie sind diesmal 60 Arbeitgeber – von Accenture bis McKinsey, von Deutscher Bank bis Deutsche Telekom.

Sich als "stolzer Arbeitgeber mit einer toleranten und wertschätzenden Unternehmenskultur" zu präsentieren, verschafft Unternehmen längst nicht mehr nur ein besseres Image bei Schwulen, Lesben und Transsexuellen. Je toleranter und offener sich Unternehmen für die Verschiedenheit von Menschen einsetzen, desto attraktiver sind sie für Querdenker und Kreativarbeiter generell.

Das Coming out kann immer noch die Karriere kosten

Doch ist Homosexualität am Arbeitsplatz tatsächlich heute kein Tabu mehr? Ist ein Coming out in der Wirtschaft wirklich zu empfehlen? Bei näherer Betrachtung der Fakten fallen die Antworten auf diese Fragen leider weniger positiv aus. Schätzungen zufolge sind etwa acht Prozent der Männer schwul, etwa drei bis fünf Prozent der Frauen sind lesbisch.

Mit gewisser Wahrscheinlichkeit müsste es auch Homosexuelle im Topmanagement geben. Doch dem Völklinger Kreis, einem Netzwerk schwuler Führungskräfte, dem etwa 800 Mitglieder angehören, ist aktuell "kein schwuler Dax-Vorstand bekannt".

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