Bild: rtrApples Registrierzwang
Auch Datenschützer kritisieren Apple scharf. In diesem Jahr zeichnete die Datenschutzorganisation FoeBuD den Konzern mit dem Negativpreis "Big Brother Award" aus. Apple würde die Kunden dazu „erpressen“, argumentieren die Datenschützer, Geräte des Konzerns wie iPhone und iPad online zu registrieren. Ohne die Eingabe einer Apple-ID oder einem iTunes-Benutzerkonto könne man Apples beliebtes Smartphone nicht nutzen. Das Anlegen eines Kontos ist dabei immer mit der Eingabe persönlicher Daten verbunden. Ohne diese Eingaben könne man das iPhone nur wie ein Billighandy zum Telefonieren gebrauchen, die Smartphone-Funktionen blieben ungenutzt.
Auch an den Datenschutzbestimmungen von Apple übte der FoeBuD heftige Kritik. Dort nimmt sich Apple nämlich heraus, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen. Dabei erwähnt Apple explizit Daten wie Beruf, Sprache, Postleitzahl, Vorwahl, individuelle Geräteidentifizierungsmerkmale sowie Ort und Zeitzone, wo Apple-Produkte verwendet werden. Darüberhinaus nimmt sich Apple dort das Recht, „präzise Standortdaten erheben, nutzen und weitergeben, einschließlich des geographischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit“. Nach Meinung der Datenschutzaktivisten reichen einfache Allgemeine Geschäftsbedingungen für eine so weitreichende Zustimmung zur Verwertung personenbezogener Daten laut Bundesdatenschutzgesetz nicht aus.
Bild: dapdUnzulässige Blankoschecks beim Datenschutz
Auch Google hat nicht umsonst den Ruf ein „Datenkrake“ zu sein. Die von der „Chip“ beauftragten Rechtsexperten fanden bei Google folgenden Passus: „Wir stellen solche Informationen [personenbezogene Daten] unseren Tochtergesellschaften, Partnerunternehmen oder anderen vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zur Verfügung, die personenbezogene Daten in unserem Auftrag verarbeiten.“ Derart weit gefasste Datenschutzbestimmungen sind mit dem deutschen Datenschutzrecht nicht einmal ansatzweise vereinbar, so die Rechtsexperten.
Bild: dapdGoogle nutzt seine zahlreichen Dienste, um die Interessen der Nutzer zu speichern und so personalisierte Werbung ausliefern zu können. Der wichtigste Indikator für Google, um festzustellen, welche Werbung den Nutzer interessieren könnte, ist bei der Websuche natürlich der eingegebene Suchbegriff - das funktioniert auch ganz ohne Personalisierung. Daneben wird aber beispielsweise auch Werbung in anderen Dienst wie Google Mail personalisiert angezeigt, je nachdem, welche Stichworte ein automatisierter Algorithmus in den E-Mails entdeckt.
Insgesamt sammelt Google Daten über alle angebotenen Dienste hinweg - sei es Youtube, Google Mail, Picasa oder die Websuche. Für die personalisierte Werbung werden alle die auf verschiedenen Plattformen gesammelten Daten verknüpft. Welche Informationen Google über Sie gesammelt hat, können Sie als eingeloggter Benutzer unter http://google.de/ads/preferences einsehen - und dort die Cookies auch löschen lassen.
Bild: dapdEbenso vernichtend ist das Urteil der Experten zu den Datenschutzbestimmungen von Facebook: „Komplett wirkungslos“, urteilt der Datenschutz-Anwalt Martin Bachmann von der Kanzlei Hild & Kollegen laut „Chip“. Allein schon die Länge der Bestimmungen widerspreche dem im deutschen Datenschutzrecht vorgeschriebenen Transparenzprinzip.
Bild: dpaFacebook sammelt auch auf externen Seiten
Facebook ist dabei auch besonders wissbegierig. So sammelt Facebook nicht nur auf der eigenen Website Daten, sondern auch auf allen, die den „Gefällt mir“-Knopf eingebaut haben. Welche Daten das soziale Netzwerk damit mit auf externen Webseiten sammelt, kommt darauf an, ob der Nutzer Mitglied bei Facebook ist oder nicht. Von Nicht-Mitgliedern wird die IP-Adresse an das Unternehmen übertragen. Diese eindeutige Zahlenkombination bekommt ein Internetnutzer zugewiesen, wenn er sich ins Internet einwählt - sie funktioniert wie das Nummernschild am Auto. Bei deutschen Nutzern werden die letzten Stellen der Ziffernfolge allerdings gestrichen, sodass die Daten anonym sind.
Von Mitgliedern wird mehr übertragen: Unter anderem die Seite, auf welcher der Facebook-Knopf geladen wurde, die Uhrzeit und der Browsertyp, den der Surfer nutzt. Ob jemand Mitglied ist, erkennt Facebook an einem Cookie, einer kleinen Textdatei, die beim Einloggen auf seinem Computer gespeichert wird. Abhilfe: Selbst wenn Sie Facebook-Mitglied sind, können Sie sich ausloggen und die Cookies löschen. Dann werden Sie von Facebook wie ein Nicht-Mitglied behandelt und bleiben anonym.
Bild: dapdWas passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?
Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten-und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen.
Bild: dpaApps als Datenfalle
Auch die Nutzungsbedingungen der beliebten Apps für Smartphones waren in der Vergangenheit Gegenstand heftiger Kritik. So sendet sowohl die iPhone- als auch die Android-Version der beliebten Musik-App Pandora persönliche Angaben wie Alter und Geschlecht des Nutzers sowie Gerätedaten an Online-Werbepartner, wie das "Wall Street Journal" (WSJ) in einem groß angelegten Test bereits im Dezember 2010 herausfand. Beliebte Gratis-Apps wie das iPhone-Spiel Paper Toss sendeten persönliche Informationen von Nutzern an mindestens fünf Werbeunternehmen, berichtete die Zeitung damals.
Insgesamt stellten sich von den 101 untersuchten beliebten Mini-Programmen für iPhone und Android-Smartphones 56 als Spione heraus, weil sie die Geräte-ID an Dritte sendeten, ohne dafür die Erlaubnis des Nutzers einzuholen. 74 Apps sendeten den Standort des Geräts. Fünf Softwarehersteller waren besonders wissbegierig und ließen sich gleich noch Informationen zu Alter oder Geschlecht schicken.
Apples Registrierzwang
Auch Datenschützer kritisieren Apple scharf. In diesem Jahr zeichnete die Datenschutzorganisation FoeBuD den Konzern mit dem Negativpreis "Big Brother Award" aus. Apple würde die Kunden dazu „erpressen“, argumentieren die Datenschützer, Geräte des Konzerns wie iPhone und iPad online zu registrieren. Ohne die Eingabe einer Apple-ID oder einem iTunes-Benutzerkonto könne man Apples beliebtes Smartphone nicht nutzen. Das Anlegen eines Kontos ist dabei immer mit der Eingabe persönlicher Daten verbunden. Ohne diese Eingaben könne man das iPhone nur wie ein Billighandy zum Telefonieren gebrauchen, die Smartphone-Funktionen blieben ungenutzt.
Auch an den Datenschutzbestimmungen von Apple übte der FoeBuD heftige Kritik. Dort nimmt sich Apple nämlich heraus, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen. Dabei erwähnt Apple explizit Daten wie Beruf, Sprache, Postleitzahl, Vorwahl, individuelle Geräteidentifizierungsmerkmale sowie Ort und Zeitzone, wo Apple-Produkte verwendet werden. Darüberhinaus nimmt sich Apple dort das Recht, „präzise Standortdaten erheben, nutzen und weitergeben, einschließlich des geographischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit“. Nach Meinung der Datenschutzaktivisten reichen einfache Allgemeine Geschäftsbedingungen für eine so weitreichende Zustimmung zur Verwertung personenbezogener Daten laut Bundesdatenschutzgesetz nicht aus.
Ein Unternehmen hat beim Durchwühlen seiner Kundendaten festgestellt: Mac-Nutzer sind anders. Wer einen der Apple-Computer benutzt, gibt deutlich mehr Geld für Hotelzimmer aus und bucht außerdem eher ein Luxushotel, als ein PC-Nutzer. Das haben die Datenforscher des Online-Reiseverkäufers Orbitz herausgefunden. „Wir hatten das intuitiv geahnt, und dank unseren Daten konnten wir das bestätigen“, sagte Orbitz-Technologiechef Roger Liew dem „Wall Street Journal“.
Die Daten des Unternehmens zeigen, dass Mac-Nutzer durchschnittlich zwanzig bis dreißig Dollar mehr pro Nacht ausgibt, als PC-Nutzer. Die Apple-Fans tendieren außerdem stärker dazu, Zimmer in Fünfsterne-Hotels zu buchen. Bei Mac-Nutzern sei die Wahrscheinlichkeit ganze vierzig Prozent höher, dass sie ein Zimmer in einem Fünfsterne-Hotel nehmen, sagte Chef-Forscher Wai Gen Yee der Zeitung.
Personalisierte Werbung dank Daten-Mining
Das Durchforsten der Daten ist nicht nur eine Spielerei. Als Resultat dieser Einsichten, zeigt Orbitz Mac-Nutzern und PC-Nutzern nun verschiedene Angebote. Wer mit einem Mac auf Orbitz.com surft, dem werden nun die teureren Hotels gezeigt, als einem PC-Nutzer. Allerdings hätten die Nutzer die Möglichkeit, die Angebote nach Preis zu ordnen. Das Erforschen von Verhaltensmustern in Kundendaten ist ein einigermaßen neuer Trend. Das Reiseunternehmen Orbitz hatte das zur Priorität gemacht, nachdem die Verkaufszahlen in den letzten Jahren stark eingebrochen waren.
Hinter der Daten-Initiative steckt Barney Harford. Der neue Chef des Unternehmens, der von Konkurrent Expedia zu Orbitz gestoßen ist, legt ein besonderes Augenmerk auf das sogenannte Daten-Mining, schreibt das „Wall Street Journal“. Und an Daten mangelt es nicht. Täglich wickelt Orbitz.com nach eigenen Angaben über eine Million Suchen nach Hotelzimmern ab. Datenforscher von eBay und Google filtern derzeit für Orbitz Muster heraus, um Kunden bessere Angebote zu machen. Und wie das Beispiel zeigtManchmal hilft es da bereits, zu wissen, mit welchem Computer ein Kunde die Seite ansteuert.























