_

Daten-Mining: Kenne deine Kunden wie dich selbst

Quelle: Handelsblatt Online

Daten-Mining sei Dank haben Firmen immer mehr Einblick in das Verhalten ihrer Kunden. So lässt sich Werbung besser personalisieren. Deshalb bekommen Mac-Nutzer jetzt nur noch Werbung für Luxusprodukte.

Apples Registrierzwang
Auch Datenschützer kritisieren Apple scharf. In diesem Jahr zeichnete die Datenschutzorganisation FoeBuD den Konzern mit dem Negativpreis "Big Brother Award" aus. Apple würde die Kunden dazu „erpressen“, argumentieren die Datenschützer, Geräte des Konzerns wie iPhone und iPad online zu registrieren. Ohne die Eingabe einer Apple-ID oder einem iTunes-Benutzerkonto könne man Apples beliebtes Smartphone nicht nutzen. Das Anlegen eines Kontos ist dabei immer mit der Eingabe persönlicher Daten verbunden. Ohne diese Eingaben könne man das iPhone nur wie ein Billighandy zum Telefonieren gebrauchen, die Smartphone-Funktionen blieben ungenutzt.
Auch an den Datenschutzbestimmungen von Apple übte der FoeBuD heftige Kritik. Dort nimmt sich Apple nämlich heraus, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen. Dabei erwähnt Apple explizit Daten wie Beruf, Sprache, Postleitzahl, Vorwahl, individuelle Geräteidentifizierungsmerkmale sowie Ort und Zeitzone, wo Apple-Produkte verwendet werden. Darüberhinaus nimmt sich Apple dort das Recht, „präzise Standortdaten erheben, nutzen und weitergeben, einschließlich des geographischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit“. Nach Meinung der Datenschutzaktivisten reichen einfache Allgemeine Geschäftsbedingungen für eine so weitreichende Zustimmung zur Verwertung personenbezogener Daten laut Bundesdatenschutzgesetz nicht aus.

Bild: rtr

Ein Unternehmen hat beim Durchwühlen seiner Kundendaten festgestellt: Mac-Nutzer sind anders. Wer einen der Apple-Computer benutzt, gibt deutlich mehr Geld für Hotelzimmer aus und bucht außerdem eher ein Luxushotel, als ein PC-Nutzer. Das haben die Datenforscher des Online-Reiseverkäufers Orbitz herausgefunden. „Wir hatten das intuitiv geahnt, und dank unseren Daten konnten wir das bestätigen“, sagte Orbitz-Technologiechef Roger Liew dem „Wall Street Journal“.

Anzeige

Die Daten des Unternehmens zeigen, dass Mac-Nutzer durchschnittlich zwanzig bis dreißig Dollar mehr pro Nacht ausgibt, als PC-Nutzer. Die Apple-Fans tendieren außerdem stärker dazu, Zimmer in Fünfsterne-Hotels zu buchen. Bei Mac-Nutzern sei die Wahrscheinlichkeit ganze vierzig Prozent höher, dass sie ein Zimmer in einem Fünfsterne-Hotel nehmen, sagte Chef-Forscher Wai Gen Yee der Zeitung.

Personalisierte Werbung dank Daten-Mining

Das Durchforsten der Daten ist nicht nur eine Spielerei. Als Resultat dieser Einsichten, zeigt Orbitz Mac-Nutzern und PC-Nutzern nun verschiedene Angebote. Wer mit einem Mac auf Orbitz.com surft, dem werden nun die teureren Hotels gezeigt, als einem PC-Nutzer. Allerdings hätten die Nutzer die Möglichkeit, die Angebote nach Preis zu ordnen. Das Erforschen von Verhaltensmustern in Kundendaten ist ein einigermaßen neuer Trend. Das Reiseunternehmen Orbitz hatte das zur Priorität gemacht, nachdem die Verkaufszahlen in den letzten Jahren stark eingebrochen waren.

Weitere Artikel

Hinter der Daten-Initiative steckt Barney Harford. Der neue Chef des Unternehmens, der von Konkurrent Expedia zu Orbitz gestoßen ist, legt ein besonderes Augenmerk auf das sogenannte Daten-Mining, schreibt das „Wall Street Journal“. Und an Daten mangelt es nicht. Täglich wickelt Orbitz.com nach eigenen Angaben über eine Million Suchen nach Hotelzimmern ab. Datenforscher von eBay und Google filtern derzeit für Orbitz Muster heraus, um Kunden bessere Angebote zu machen. Und wie das Beispiel zeigtManchmal hilft es da bereits, zu wissen, mit welchem Computer ein Kunde die Seite ansteuert.

Thema Studium

Alles zum Semesterstart: Thema Studium

Wir geben Rat: Die besten Unis, alles zum Semesterstart, was taugen Bachelor, Master und MBA?

weitere Fotostrecken

Blogs

Gewinner der Bücher "Ganz oben" von Anonyma
Gewinner der Bücher "Ganz oben" von Anonyma

Die Gewinner der Exemplare von "Ganz oben" von Anonyma - gestiftet vom C.H.Beck Verlag, sind Caren Steffen und Elisabeth...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.