Kommentare zu: Abschied vom Aufstieg

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7 Kommentare
  • 24.12.2010, 12:07 UhrZeitgeister

    Als jemand der selbst zu den "Downshiftern" gezählt werden könnte möchte ich zuallererst den missweisenden begriff in Abrede stellen: Es geht bei den meisten Entscheidungen nicht um die eigene Wurst, sondern vielmehr um den sinnvollsten beitrag, den man in unsere Gesellschaft einbringen möchte und kann. Mir kann z.b. keiner das Märchen vom stark belasteten Entscheider plausibilisieren, der trotz 20-30 Wochenstunden plattester ineffizienter Telekonferenzen, 10 plus Reisewochenstunden und täglicher 100-200 bullshit-EMails, die den Weg an der Teamassistenz direkt auf das iPhone vorbeifinden hoch effektiv tätig ist. Das wäre auch total gegen den Zeitgeist der Omnipräsenz solcher "Personen". ich erwarte täglich den Erfinder einer App, die den Layer zwischen der "business-Realität" und dem mentalen persönlichen Rückzugsareal wirksam ausfüllt, als quasi Virenscanner und Firewall auf humaner Ebene.
    Solange dies aber noch nicht runtergeladen werden kann, gebe ich lieber meinem Leben selbständig einen wahren Sinn zurück. ich kann aber zunehmend beobachten, und dafür steht sicher auch der beschriebene Trend, das Unternehmen zunehmend um die Konzentrationsfähigkeit ihrer Mitarbeiter besorgt sind. Allein fehlen z.Z. noch konkrete Ansätze das Thema nachhaltig zu behandeln. Life-Work-balance war zwar eine tapfer getriebene Sau aber nicht umfassend und überzeugend genug umgesetzt. Wir sollten auf die App die nach ums kommt vertrauen :-). Frohes Fest!

  • 24.12.2010, 15:57 UhrBerater XRay

    Ein sehr guter Artikel, der gerade zum richtigen Zeitpunkt kommt, in dieser Zeit der "besinnlichkeit".
    Der Artikel reflektiert die Realität. Die Firmeneigentümer, ob Personen, Gruppen oder Aktionäre, haben zu sehr auf die Tube gedrückt. Aus den Führungskräften sollte das Maximale herausgepresst werden. Das Phänomen "downschifting" gibt es schon seit längerem in den USA, wo sich sogar kleine bewegungen formiert haben, die gegen Konsum-und Karriere Front machen. Erstaunlich für mich ist, dass jetzt sogar in Deutschland, dem Land der Systemangepassten, diese Tendenz deutlich erkennbar ist. Und das ist auch gut so.

  • 24.12.2010, 18:28 UhrHägar Schmidt

    ... weil sie das buch "Damned Company" gelesen haben und im Test am Ende des buches eine hohe Punktzahl erreichten...

  • 28.12.2010, 00:17 UhrLiebro

    Wurde gerade "downgeshiftet" und das ohne jeglichen stichhaltigen Grund. Nach 16 Jahren berufsleben in zunehmend besser bezahlten und verantwortungsvolleren Jobs hat die neue Geschäftsführung "tabula rasa" gemacht, mal eben so. Und damit das Ganze lautlos passiert, wurden/ werden die betroffenen mit Geld zum Schweigen gebracht. Klingt zwar nicht schlecht für Außenstehende, ist aber für gestandene Führungskräfte "im besten Alter" fatal. Typischerweise ist die Haltbarkeitsdauer der Geschäftsführungscrew in den letzten Jahren eher begrenzt gewesen. Und nach dem Motto "neue besen...", muß jeder Neue ersteinmal seine Spuren hinterlassen. Da wird ohne Rücksprache mit den fachl. Vorgesetzten personell ausgedünnt und freigesetzt - ein fachlicher Aderlaß ohne Gleichen, der das Unternehmen mehr und mehr nieder zwingt. Doch egal, die Jungs machen so lange weiter, bis ihnen der nächste Headhunter einen lukrativeren Job anbietete und man das eigene Aktienoptionspaket verscherbeln darf. Danach die Sintflut ... ! Zum K**** . !!!

  • 29.12.2010, 19:12 Uhreuforce

    @Liebro
    Nun hat es leider dich getroffen und nicht die anderen. Zumindest hast du noch eine gute Abfindung bekommen. Wenn ich dein Kommentar richtig verstehe bist du eher ein Abteilungsleiter und nicht der Geschäftsführer. Leider wird es immer so bleiben. Für ein paar EURO die man als Führungskraft im Vergleich zu anderen Kollegen mehr verdient wird alles unter den Teppich gekehrt. Warum werden die anderen Mitarbeiter die von den Führungskräften als Underperformer bezeichnet werden kleingehalten , bekommen Jahrelang keine Lohnerhöhungen und müssen unfreiwillig die Firma verlassen? Die deutsche Firmen sind mittlerweile zu Söldnerfirmen geworden. Und vermutlich ist dir bekannt das ein Söldner im Ernstfall die Firma verlässt als das er ein Risiko für das lächerliche Gehalt eingeht. ich kenne nicht mehr viele Leute die stolz sind das Sie für eine große Firma arbeiten. Das Gehalt ist für die Arbeit die ich und viele meiner Kollegen leisten müssen zu niedrig und das Risiko das man entlassen wird ist mittlerweile so groß das nur wenige meiner Kollegen sich ein Haus kaufen. Seit mindestens 4 Jahren bekommen aus meiner Sicht die Leute die arbeiten keine Gehaltserhöhung aber unsere Führungskräfte verdienen ein Jahresgehalt von 120000 EURO und aufwärts. Es tut mir leid das am Ende Deutschland dadurch einen Schaden bekommt aber wenn eine deutsche Führungskraft sich nicht um uns kümmert dann wird sie am Ende ohne Unterstützung vom einfachen Mitarbeiter (Söldner) gegen die Konkurrenz kämpfen. Die Wahrscheinlichkeit das man mit Söldner gegen die Konkurrenz gewinnt schätze ich personlich als schlecht ein. Versuche mal eine Führungsposition zu bekommen in einem Unternehmen wo der Mitarbeiter als wertvoller Teil der Firma gesehen wird. Alles gute auf deiner Suche und ich hoffe das du uns einfache Mitarbeiter nicht vergisst wenn du wieder eine Führungsposition hast.

  • 29.12.2010, 22:57 UhrHägar Schmidt

    @euforce: duzen wir uns hier? ich weiß nie welchen Ton man hier anschlagen muss. Aber ansonsten: Sie haben vollkommen recht. Dem ist in diesem Zusammenhang nicht viel hinzuzufügen.

  • 30.12.2010, 19:51 UhrLiebero

    @ Hägar Schmidt & euforce : ich bleibe mal beim SiE und tröste mich ein wenig mit ihrer Anteilnahme - schnief.... . Aber im Ernst - Sie haben Recht und eigentlich ist dies alles noch viel schlimmer. Denn im Tagesgeschäft halten die "kleinen Manager" (vulgo Abteilungslseiter) den Kopf für das Funktionieren des Ladens hin, ohne hochdotierte Managerverträge samt 5er, Optionspaketen und Pensionsansprüchen. im Anstellungsvertrag steht dann "AT" und eine Summe "X" und der Rest ist quasi wie bei tariflichen Mitarbeitern geregelt - bis auf : der bezug auf § 5.3 des betrVG ist wichtig um den betriebsrat auszuschalten und auf diese Weise den "Manager" bei bedarf schnell loswerden zu können.
    Ansonsten besteht die Aufgabe darin die Mitarbeiter zu motivieren (trotz des eigenen und auch deren stagnierendem Gehalt), die befehle "von oben" entgegenzunehmen und im Grunde tagtäglich "trouble shooting" zu betreiben. Da feiern unmotivierte Mitarbeiter wochenlang krank - verständlich, doch eine Handhabe dagegen gibt´s nicht. Da müssen Mitarbeiter zu unmöglichen Zeiten Reparatur-/Noteinsätze fahren, weil die Maschinen 20 Jahre alt sind und mittels 5-stelliger Summen das Jahr über am Leben erhalten werden müssen, weil ein Neukauf durch 8 Personen im Unternehmen genehmigt werden muß. Und um sich nicht ins Fadenkreuz begeben zu müssen, wirft man das Geld lieber für Reparaturkosten aus dem Fenster.... . Und und und.... . ich muß jetzt aufhören sonst krieg` ich Schnappatmung. irgendwann schreib´ ich mal ein buch darüber. Und spätestens dann vergraule ich die letzten ingenieuranwärter, denn dann begreifen diese, daß die Unternehmenswelt von Juristen und bWLern regiert wird, die sich einen Sch*** um innovationen, Prozesse und Produkte kümmern. Hauptsache... siehe oben !

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