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Eigenmarke im Netz: Ich bin viele - aber wer eigentlich zurzeit?

von Jochen Mai

Brüche im Lebenslauf kommen immer häufiger vor. Doch stellen sie Jobwechsler und sogenannte Patchworker gerade im Internet vor ungeahnte Herausforderungen: Wie positioniert man danach seine Online-Marke neu?

Jobwechsler und Patchworker stehen dem Problem sich neu auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren Quelle: Daniel Stolle
Jobwechsler und Patchworker stehen dem Problem sich neu auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren Quelle: Daniel Stolle

Vivian Pein hat lange an ihrem Image gebastelt. Zwei Jahre arbeitete sie als Community-Managerin bei Xing, war auf Netzwerktreffen im realen Leben ebenso präsent wie auf allerlei digitalen Plattformen. Obendrein schreibt die 29-Jährige seit 2007 ein eigenes Blog und organisierte zahllose Fachmessen für Onliner, sogenannte Barcamps. Alles zusammen eine beeindruckende Bilanz – noch dazu eine, die ihr in den vergangenen Jahren einen veritablen Ruf in der Online-Welt beschert hat.

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Oder wie Fachleute sagen würden: Vivian Pein besitzt eine starke Eigenmarke.

Vor wenigen Monaten wechselte sie jedoch zum Logistikunternehmen Hermes – als Social Media Managerin. Die Jobs sind verwandt und doch grundverschieden. Im Hamburger Stadtteil Langenhorn verantwortet Vivian Pein nun sämtliche Web-Strategien, baut ein Community-Team mit derzeit zwei Mitarbeitern auf sowie die Hermes-Präsenzen auf Facebook und Twitter. Doch sie hat ein Problem: „Egal, wo ich hinkomme – viele begrüßen mich so, als sei ich noch immer bei Xing.“

Aufbau einer Eigenmarke wird Standard

Obwohl sie ihren Jobwechsel überall im Netz kommuniziert hat, ist er an vielen vorbeigerauscht. Zwei Jahre Markenpflege im Netz – das schüttelt niemand leicht wieder ab.

So wird es künftig immer mehr Menschen ergehen. Der Aufbau einer Eigenmarke im Internet gehört zum Standardrepertoire moderner Wissensarbeiter. Selbstständige und Freiberufler kommen kaum noch ohne sie aus, aber auch Berufseinsteiger und Fachkräfte legen sich zunehmend solche Profile zu – weil sich Karrierechancen dadurch mittlerweile merklich erhöhen lassen.

Die Wahrheit ist aber auch: Die Zahl sogenannter Patchworker nimmt stetig zu. Darunter fallen die Lebensläufe heutiger Absolventen, die zunächst zwei Jahre bei einer Firma anheuern, um danach drei Jahre bei einer anderen zu arbeiten, ebenso wie die von modernen Fachkräften. Auch bei ihnen gehören häufige Jobwechsel zunehmend zum Alltag. Viele von ihnen wechseln im Verlauf ihrer Karriere nicht nur den Arbeitgeber, sondern auch Professionen und Positionen.

Es sind improvisierte Leben – voller Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auf der einen Seite und häufiger Unsicherheit auf der anderen. Leben, in der die Patchworker zwischen Anstellung und Selbstständigkeit, zwischen Projekt und Berufsbild fließend hin- und herwechseln und in denen die einzige Konstante der ständige Bruch ist.

Übrigens auf allen Ebenen: Einer Studie der Technologieberatung Booz & Company zufolge liegt die durchschnittliche Verweildauer auf Deutschlands Vorstandsetagen bei 6,1 Jahren. Tendenz sinkend: 2003 blieb ein Vorstand im Schnitt noch acht Jahre im Amt.

Jobnomaden, Jobhopper, Berufsvagabunden – die Namen für derlei Karrieren klingen nicht immer verheißungsvoll. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen über eine Eigenmarke verfügen, mit der sie sich zumindest innerhalb ihrer Branche oder eines Unternehmens positionieren können. Der Fachausdruck dafür: Personal Branding.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.06.2011, 01:51 UhrAnonymer Benutzer: R2D2

    Selten so viele Aneinanderreihungen von binsenweisheiten und Plattitüden gelesen, völlig nichtssagend, wirklichkeitsfremd und ein Thema behandelnd, das eigentlich keines ist. Wer für solchen Netz-Schnickschnack Zeit hat, ist offensichtlich -wahrscheinlich aufgrund mangelnder Fähigkeiten- nicht ausgelastet.
    Schade um die Zeit für das Lesen des Artikels!

  • 26.05.2011, 17:05 UhrAnonymer Benutzer: Lars Hahn

    Also ich finde den Artikel schon deshalb wertvoll, weil er dafür sensibilisiert, dass man nicht ohne nachzudenken irgendwelche "falschen" Spuren und identitäten im Netz platziert.
    Ein Luxusproblem ist das schon daher nicht, weil selbst "normale" bürokräfte heute in XiNG, Facebook und ähnlichem gegooglet werden.

  • 26.05.2011, 14:24 UhrAnonymer Benutzer: Dietmar

    Eine beschreibung über Luxusprobleme einer letztlich verschwindend kleinen Minderheit (wie viele haben schon so einen "Job"?), die sich aber oft für Gott-ähnlich hält, wie Journalisten, Politiker, Sternchen...
    bald nach dem kommenden Crash werden alle wieder "richtig" arbeiten dürfen, dann geht es nicht um "Social Media" versus "Community Dingsbums", sondern um "Wo kriege ich heute brot her und was muss ich dafür tun?".
    Dekadent geht unsere Welt zugrunde.

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