Erfolg: Die zehn größten Karriere-Mythen - Seite 7

Erfolg: Die zehn größten Karriere-Mythen

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Ein Beispiel: In einem weltweit agierenden Konsumgüterkonzern gab es in kurzer Folge zwei fundamental entgegengesetzte Führungsrevolutionen. Zunächst wurden die langjährig vorherrschenden patriarchalen Strukturen ausgekehrt. Die alte Führungselite verließ das Unternehmen, ein neues, kommunikatives Management trat an. Das Unternehmen profitierte von den neuen Strukturen, dann kam der Crash der New Economy: Umsätze brachen ein, Verantwortliche wurden gesucht und gefunden. Nur wenige Jahre nach der ersten Führungsrevolution wurde erneut das Top-Management ausgetauscht. Wieder mussten Manager und Stäbe gehen, das Unternehmen richtete sich in seiner Produktpalette wieder mehr am Machbaren und Finanzierbaren aus.

Weder die alten Kader noch die jüngere Generation konnte letztlich im Konzern bleiben. Dauerhaft reüssiert haben in diesem Unternehmen in den vergangenen Jahren nur Fach- und Führungskräfte, die sich auf ihre Fähigkeiten verlassen, ihr Profil klar definiert und bewahrt haben. Jene, die Meinungsmoden nicht unreflektiert mitgegangen sind. Die Nichtangepassten.

Schließlich gibt es noch einen ganz prosaischen Grund für eigenständiges Denken und Verhalten: Beides verhilft zu Selbstbewusstsein und Spaß.

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25 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.02.2010, 18:13 UhrAnonymer Benutzer: Laura T

    FORTSETZUNG
    Herr Mai, ich zitiere Sie:
    "An dieser Stelle muss ich - auch auf die Gefahr hin, von ihnen sodann als Chauvie gebranntmarkt zu werden - allerdings feststellen, dass mich die Gegenthese "Die Männer sind an allem schuld" auch nicht wirklich überzeugt. Die von ihnen zitierte DiW-Studie beschreibt einen Zustand, der gar nicht bezweifelt wird. Die Ursache belegt sie nicht! "

    ich würde Sie nicht als Chauvi bezeichnen, weil ich eine Diskussion auf einer derartigen Ebene nicht führe. Ähnlich verhält es sich mit ihrer Zusammenfassung meiner komplexeren Argumentation ("die Männer sind an allem schuld"), die ich doch sehr stark generalisierend finde.
    ich stimme ihnen zu: Vermutlich gehen unsere Meinungen nicht über den Zustand der Ungleichberechtigung in den Führungsetagen, sondern lediglich über die Ursachen für diesen Zustand erheblich auseinander.
    Welche Argumente (die eines Headhunters oder die einer wissenschaftlichen Studie) die Leserinnen und Leser dieses Artikels plausibler finden, kann dann jede oder jeder selbst entscheiden.

  • 24.02.2010, 18:11 UhrAnonymer Benutzer: Jochen Mai

    @Laura T: Die Kürzungen sind schon so gewählt, dass sie den Sinn der langen Aussage nicht entstellen, sondern auf dem vorhandenen Platz auf den Punkt bringen. Und darum geht es schließlich in einem Vorabdruck. insofern weise ich den Vorwurf hier unverantwortlich gehandelt zu haben, strikt zurück.

    Davon abgesehen halte ich Quoten für die denkbar schlechteste aller Lösungen (wie viele Ökonomen (m/w)) übrigens auch. Denn sie diskriminieren Exzellenz und fördern Mittelmaß. im Übrigen kann ich mir es auch nicht als erstrebenswertes oder gar seligmachendes Ziel für eine Frau vorstellen, den Job einer Quote und nicht ihrer tatsächlichen Leistung oder intellektuellen brillanz zu verdanken. Überdies lässt sich nicht einmal stichhaltig nachweisen, dass Frauenquoten "ihrer Sache" nachhaltig gutgetan hätten.

  • 24.02.2010, 18:01 UhrAnonymer Benutzer: Laura T

    FORTSETZUNG Statt lediglich Lösungen auf individueller Ebene zu fordern, die eben diesen Effekt haben, sollten Sie in ihrem Ratgeber auf zusätzlichen politischen Handlungsbedarf hinwiesen. Dieser könnte beispielsweise als Übergangslösung darin bestehen, eine Quote einzuführen, um die männlich dominierten Netzwerkstrukturen aufzubrechen. in Norwegen beispielsweise hat sich dies bewährt, gemeinsam mit der fördernden Qualifizierung von Frauen für die genannten Positionen und dem Aufbau einer Datenbank für qualifizierte Frauen (von der auch Sie als Headhunter profitieren würden). Auch gibt es politischen Handlungsbedarf , was die Vereinbarkeit von Familie und beruf angeht: in dieser Republik sind nach wie vor fast ausschließlich Frauen für die Kindererziehung verantwortlich (gerade 1,5 % der Männer nehmen die Elternzeit in Anspruch, nach wie vor gibt es keine infrastruktur für eine Kinderbetreuung in öffentlichen Einrichtungen, vgl. http://gruene-berlin.de/positionen/stach_arg/135/135-duhme.htm).

    Solange diese Voraussetzungen nicht von politischer und gesellschaftlicher Seite erfüllt sind, wird sich auch durch ihre großartigen "Karrieretipps" an der Situation bis auf wenige Einzelfälle nichts ändern. Was dann bleibt, ist der kontraproduktive Teil ihrer Argumentation, nämlich dass Frauen für die bestehende Situation selbst verantwortlich sind.

    Durch die enorme Kürzung im Vorabdruck in der WiWo, dies auch noch einmal an Herrn Mai, wird dieser Argumentationseffekt zusätzlich verstärkt. Deshalb Herr Mai, appelliere ich noch einmal an Sie, derartige Meinungen und Argumentationseffekte vor der Veröffentlichung genauestens zu prüfen. Es geht dabei nicht darum, nur Konsens zu veröffentlichen, sondern als Redakteur mit einem hohen Maß an Zugang zum öffentlichen Diskurs im Sinne unseres offensichtlich gemeinsamen Ziels verantwortlich zu handeln.

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