Erfolg: Karrieretipps eines Werbers

Erfolg: Karrieretipps eines Werbers

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Ingo Krauss ist in der deutschen Hall of Fame der Werbung.

von Manfred Engeser

Was Hall-of-Fame-Mitglied Ingo Krauss in den ersten zehn Jahren seiner Laufbahn gelernt und was ihn für den Rest seines Werberlebens geprägt hat.

Begonnen hat er bei Young & Rubicam als Trainee – das war 1968. Der Agentur sollt er fast 30 Jahre treu bleiben. Und ab Mitte der 1970er Jahre in führenden Positionen wesentlich dazu beitragen, die US-Agentur zu einer der kreativsten und erfolgreichsten Adressen im deutschen und europäischen Werbelandschaft zu machen.

In dieser Zeit hat er den Camel-Mann durch mannshohes Flusswasser zur nächsten Zigarette waten lassen, die Milka-Kuh groß ins Bild gebracht, die Drogeriemarktkette dm mit einem neuen Claim auf Goethes Spuren („hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“) zu durchschlagendem Erfolg verholfen. Und als Geburtshelfer des Wackel-Elvis Deutschlands Autofahrern das ruckfreie Getriebe von Audi schmackhaft gemacht.

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Eine eindrucksvolle Karriere, die mehr als dreißig Jahre andauerte und ihm nun einen Platz in die Hall of Fame der deutschen Werbung einbrachte. Auch, weil Ingo Krauss in den ersten zehn Jahren seiner Laufbahn Erfahrungen gesammelt hat, die ihm ihm in den darauffolgenden zwei Dekaden geholfen haben, in der Erfolgsspur zu bleiben. Hier sind die fünf wichtigsten:

 

Du gewinnst keine Statur, wenn Du anderen Leuten das Gesicht nimmst

Als Trainee bei Young&Rubicam arbeitete ich in der Trafic-Abteilung. Das bedeutete: Ich musste die organisatorischen Abläufe von Anzeigen und Plakaten, Radio- und TV-Spots vom ersten Entwurf bis zur endgültigen Versendung an das jeweilige Medium überwachen. Einer unserer Kunden: die Kaffeemarke Maxwell. Die veranstaltete ein Gewinnspiel, dessen Sieger mit einer Glückwunschanzeige geehrt werden sollte.

Diese Anzeige habe ich versaut – durch einen Rechenfehler war der Kopf des Preisträgers auf Erbsengröße geschrumpft. Es dauerte nicht lange, da stand unser Kreativdirektor in der Tür. Anstatt mich, mit Recht, vor versammelter Mannschaft zur Schnecke zu machen, sagt er ganz ruhig und sachlich, aber bestimmt: „Tun Sie mir einen Gefallen – machen Sie so was nie wieder.“

Was ich daraus gelernt habe:

Du gewinnst keine Statur, wenn Du anderen Leuten das Gesicht nimmst.

Das hatte ich immer vor Augen, wenn ich später in ähnlichen Situationen mit meinen Mitarbeitern war – habe nie jemand vor versammelter Mannschaft runtergemacht. Kritik ja, wenn nötig – aber immer mit Respekt verbunden.

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